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Homberger Schüler erbringt in Chemie herausragende Leistungen

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Von: Lea Beckmann

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Chemie ist sein Lieblingsfach: Niklas Volodin (13) experimentiert sowohl in der Schule also auch zu Hause in seinem eigenen Labor.
Chemie ist sein Lieblingsfach: Niklas Volodin (13) experimentiert sowohl in der Schule also auch zu Hause in seinem eigenen Labor. © Lea Beckmann

Niklas Volodin aus Homberg hat an der Internationalen Chemieolympiade teilgenommen. Eine weitere Besonderheit: Er hat eine für sein Alter sensationell gute Leistung erbracht.

Homberg – Chemie ist seine große Leidenschaft. Und die geht über die Schule hinaus. „Ich habe ein eigenes Labor zu Hause im Keller“, sagt Niklas Volodin aus Homberg. Der 13-Jährige besucht die achte Klasse der Bundespräsident-Theodor-Heuss-Schule (THS) in Homberg.

Volodin interessiert sich nicht nur für Chemie, er ist in dem Schulfach auch „hervorragend“, wie Lehrer Dr. Martin Holfeld sagt. Er leitet die MINT-AG an der Schule, in der auch Niklas Volodin ist. MINT steht für: Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. „Normalerweise ist die AG für die Oberstufenschüler, aber wir haben auch mittlerweile öfter Schüler aus unteren Jahrgängen – so auch Niklas“, erklärt Holfeld. Die jüngeren Schüler dürfen in der AG unter Beobachtung der Lehrer Experimente durcharbeiten.

„Niklas hat schnell klar gemacht, dass diese einfachen Experimente keine Herausforderungen für ihn sind“, sagt der Lehrer. Das Talent des Jungen wollte Holfeld fördern: Er gab ihm die Aufgaben zur ersten Wettbewerbsrunde der Internationalen Chemieolympiade.

Schüler an Homberg glänzt mit Leistung bei Internationaler Chemieolympiade

„Wir wollten seine Ergebnisse eigentlich gar nicht absenden, aber da wusste ich noch nicht, dass seine Lösungen so ein Knaller sind“, sagt Holfeld. Also wurden sie doch abgesendet und prompt war der 13-Jährige in der zweiten Runde des bundesweiten Wettbewerbs. „Ich war so überrascht und hätte damit gar nicht gerechnet“, sagt Volodin. Er hat in der ersten Runde 74 Punkte geholt.

„Ab 70 Punkten zählt die Leistung als herausragend, aber für einen Schüler der Jahrgangsstufe 13“, unterstreicht Holfeld die besondere Leistung von Niklas Volodin. Während seiner 30-jährigen Dienstzeit als Lehrer sei noch keiner seiner Schüler über die erste Runde des Wettbewerbs hinaus gekommen. „Ich bewundere das“, sagt Holfeld. Mit seinem Ergebnis zählt Volodin zu den zehn besten Teilnehmern aus Hessen.

Für die zweite Runde musste Volodin 32 Seiten an Aufgaben lösen und das in dreieinhalb Stunden. „Das war schon schwierig“, sagt er. Und auch Holfeld meint, dass er selbst keine 100 Prozent bei den Aufgaben geholt hätte. Doch der 13-Jährige überzeugte erneut. Somit ist er nun in der dritten Auswahlrunde vor der Endrunde, die im Sommer in der Schweiz stattfindet. In der dritten Runde werden die zwei besten Chemiker aus ganz Deutschland ermittelt.

„Ich gehe ohne Erwartungen, wie auch in den anderen Runden, in diese Entscheidung“, sagt Volodin. Für ihn sei es eine Erfahrung, aber er gehe nicht davon aus, dass er es in die Endrunde schaffe. „Er ist ja wie gesagt auch erst in der achten Klasse. Wenn er in der Oberstufe ist, kann er sich dieses Ziel setzen“, sagt Holfeld.

Niklas Volodin ist ein Überflieger in Chemie

Gleichzeitig nimmt Volodin auch wieder an „Schüler experimentieren“ teil, der Juniorensparte des Wettbewerbs „Jugend forscht“. „Dort wurde er auch schon mal Bundessieger“, sagt Holfeld. Und das ist noch nicht alles. Der 13-Jährige nimmt auch an der Matheolympiade teil. Für den Überflieger ist der Chemieunterricht aber trotzdem nicht langweilig. „Es ist zum größten Teil nichts Neues, aber ein paar Kleinigkeiten kann ich noch dazu lernen“, sagt er.

Volodins Interesse für Chemie kam nicht erst durch die Schule. Denn: Das Fach hat er erst seit Beginn der achten Klasse, also ungefähr ein halbes Jahr. „Seitdem ich in der dritten Klasse bin, interessiere ich mich für Chemie“, sagt der 13-Jährige. Wie das kam, kann er sich gar nicht richtig erklären. „Ich habe mich vorher viel mit Astronomie und Astrophysik beschäftigt, und dann kam der Wechsel zur Chemie.“

Bei dieser großen Leidenschaft ist das berufliche Ziel doch eigentlich schon klar, oder? Ja, denn Volodin will auf jeden Fall Chemie studieren. „Und dann eventuell Professor an einer Universität werden“, sagt er. (Lea Beckmann)

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