WAS IST DENN DA LOS? Botschaft an Kreisstadt Homberg

Hombergshäuser lässt Blumen sprechen

Kleiner Stadtteil grüßt die Kreisstadt: Diese Botschaft am Homberger Blumentor lässt raum für Spekulationen.
+
Kleiner Stadtteil grüßt die Kreisstadt: Diese Botschaft am Homberger Blumentor lässt raum für Spekulationen.

Hombergshausen/Homberg – Was sich nah ist, neckt sich: Köln gegen Düsseldorf, Fritzlar gegen Homberg – es gibt einige Städte, die eine leidenschaftliche Rivalität unter Nachbarn pflegen. Beim Blick auf Hombergs „Westheimer Blumentor“ am Eingang zur Altstadt wirkt es, als necke sich nun auch, was sich ganz, ganz nah ist – der Stadtteil Hombergshausen die Kreisstadt Homberg.

Und das auf eine ebenso charmante wie indirekte und humorvolle Art.

Denn während normalerweise auf dem Banner über dem Tor geschrieben steht, wer den Blumenschmuck in der jeweiligen Woche gefördert hat, ist diesmal dort weder ein Familienname noch der eines Unternehmens zu lesen. Stattdessen steht dort: „Hombergshausen macht Homberg schön.“ Klar, dass da viele spekulieren, dass diese Idee – die auch als Kritik „durch die Blume“ verstanden werden könnte, vom Ortsbeirat des kleinen Homberger Stadtteils stammt. Doch weit gefehlt: „Der Ortsbeirat hat auch schon gefragt, wer das in Auftrag gegeben hat“, sagt Judith Stark vom Bauhof der Stadt Homberg. „Wir haben nichts damit zu tun, freuen uns aber darüber. Es ist eine tolle Aktion“, sagt Ortsvorsteher Wolafka. Er glaube zwar daran, dass es nur ein nett gemeinter Gruß sei, doch könne es auch sein, dass jemand aus dem Ort nicht ganz zufrieden sei. „Viel ist bei uns zwar nicht zu machen, aber es gibt schon ein paar Baustellen“, sagt Wolafka. Er nennt die Hauptstraße, die neu geteert werden müsse, und die Engstelle im Dorf, an der ein Schild aufgestellt werden müsse, als Beispiele. „Es hat sich aber auch schon viel getan“, sagt Wolafka. Der Weg zum Mosenberg habe einen neuen Belag bekommen und auch am Friedhof gebe es Neuerungen.

So viel steht fest: Der Hombergshäuser Ortsbeirat hat nichts mit der Botschaft zu tun. Und Judith Stark kann sich vorstellen, dass auch noch weitere Grußbotschaften über das Blumentor-Banner gesendet werden. Heiratsanträge seien nicht ausgeschlossen, sagt sie auf HNA-Anfrage. Allerdings gebe es Grenzen. „Die Botschaften müssen politisch korrekt sein“, betont sie.

Wer jetzt glaubt, schon in den nächsten Wochen die Blumen für sich sprechen lassen zu können, täuscht sich gewaltig. „Wir sind für dieses Jahr ausgebucht“, sagt Stark. Im Oktober ende die Saison und beginne dann erst wieder im Mai 2022.

Eine Warteliste gebe es nicht. 70 Euro koste die blühende Banner-Förderung am Westheimer Tor pro Woche – dafür gibt es dann die Banner-Werbung.

Was sich der Förderer des Blumentor-Banners nun tatsächlich dabei gedacht hat, wird wohl sein Geheimnis bleiben. Auf HNA-Anfrage gab der Gönner, der anonym bleiben möchte, diese Antwort: Der blumige Gruß sei als Anregung für die blühende Fantasie der Betrachter gedacht.

So mancher Betrachter könnte sie mit einem Lächeln als kleine stachelige Botschaft an Homberg verstehen: Sollte die Stadt sich etwa aufgefordert fühlen, mehr für seinen Ortsteil zu tun? Lautet der Kern der Botschaft also: Vergissmeinnicht?

Von Maja Yüce

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.