Einzigartig in der Region

Dr. Murat Yildiz, Chefarzt Hospital zum Heiligen Geist
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Dr. Murat Yildiz ist Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Kardiologie und Pulmologie am Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar.

Dr. Murat Yildiz über Behandlungsformen einer Mitralklappeninsuffizienz

Die Mitralklappeninsuffizienz (Hintergrund) ist die zweithäufigste Klappenerkrankung des Menschen. Dr. Murat Yildiz, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin, Kardiologie und Pulmologie am Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar, behandelt zahlreiche Patienten mit dieser Erkrankung. Luftnot bei Belastung – oder aber auch in Ruhe –, Herzrasen und -stolpern sowie geringere Belastbarkeit und Erschöpfung zählen laut Dr. Yildiz zu den Symptomen, die die Insuffizienz verursacht. Dabei wird die Erkrankung in vier Grade eingeteilt: Ab Grad zwei sollte der Patient regelmäßig untersucht werden – hat er bereits Probleme, sollte behandelt werden.

Am Hospital zum Heiligen Geist werden die jeweiligen Fälle im sogenannten „Hearts-Team“ besprochen: Dabei berät ein Kardiolgen-Team darüber, welche Behandlung infrage kommt. Um die richtige Behandlungsform wählen zu können, müsse die Ursache der Mitralklappeninsuffizienz diagnostiziert werden, so der Kardiologe. Ist die Undichtigkeit nur leicht oder mittelschwer ausgeprägt, könne häufig eine medikamentöse Behandlung ausreichen. „Die Medikamente behandeln jedoch nur die Symptome der Mitralklappeninsuffizienz und nicht deren Ursache“, ergänzt Dr. Yildiz.

Die Insuffizienz kann entweder operativ oder invasiv – das heißt mittels Kathetertechniken – behandelt werden. Das Hospital zum Heiligen Geist bietet zusammen mit den Kollegen der Herzchirurgie des Klinikums Kassel alle modernen Therapieverfahren an:„Damit sind wir einzigartig in der Region“, sagt Dr. Yildiz, denn neben der konventionellen Operation bieten die Ärzte das sogenannte Mitralklappen-Clipping sowie die Technik der Ringimplanation an – beide Verfahren seien gegenüber der Operation sehr schonend, da sie minimalinvasiv durchgeführt werden.

„Beim Mitralklappen-Clipping werden die Segel der Mitralklappe mit einem Clip eingeklemmt, der wie eine Klammer wirkt. Dafür wird unter Vollnarkose ein Katheter in die untere Hohlvene bis zur Mitralklappe geführt. An der Spitze des Katheters befindet sich der Clip, der mithilfe von Ultraschall an die richtige Stelle zwischen den Mitralklappensegeln platziert wird. Der Clip hält die Ränder der Klappe zusammen und dichtet so die Herzklappe ab“, erklärt der Kardiologe den Eingriff.

Akademisches Lehrkrankenhaus der Philipps-Universität Marburg

Bei der Ringimplanation wird eine Spange eingebracht, die an der Mitralklappe implantiert wird. Sie verleiht der Herzklappe Stabilität und führt die Klappensegel näher zueinander, um zu verhindern, dass die Herzklappe undicht ist, so Dr.Yildiz. Da beide Verfahren sehr schonend sind, eignen sie sich auch für hochbetagte Patienten. Die Wahl der jeweiligen Methode sei abhängig vom Zustand und dem Schweregrad der Mitralklappeninsuffizienz. Da die Erkrankung fortschreitend ist und zu einer allmählichen Verschlechterung der Herzleistung führt, sei es wichtig, dass Patienten etwaige Probleme immer abklären lassen, damit eine Diagnose gesichert und die entsprechende Behandlungsform eingeleitet werden kann. (veg)

Insuffizienz der Mitralklappe

Bei der Mitralklappeninsuffizienz handelt es sich um einen Herzklappenfehler, der entweder angeboren oder durch eine Erkrankung des Herzens entstanden ist. Dabei schließt die sogenannte Mitralklappe nicht mehr richtig und ist undicht. Allerdings sind sehr geringe Undichtigkeiten der Mitralklappe völlig normal und haben nichts mit Krankheit zu tun. Die Mitralklappe ist eine Art Ventil und trennt den linken Herzvorhof von der linken Herzkammer. Da die Klappe nicht vollständig schließt, sondern undicht ist, fließt bei jedem Herzschlag Blut von der Herzkammer zurück in den Vorhof. Dies erhöht einerseits den Druck im Vorhof und führt andererseits dazu, dass die Herzkammer mehr Blut pumpen muss und sich die Volumina von Vorhof und Herzkammer vergrößern. Vorhof und Herzkammer werden bei Zunahme der Undichtigkeit immer stärker belastet. Das Herz pumpt stärker und kann dadurch den Herzklappenfehler lange Zeit kompensieren. Im Verlauf treten dann aber Symptome der Herzschwäche und Herzrhythmusstörungen auf. Das Herz selbst wird anfangs reversibel, später irreversibel geschwächt und geschädigt.

Hospital zum Heiligen Geist
Am Hospital 6, 34560 Fritzlar

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