Berlin-Tiergarten-Schule: Schüler aus anderen Ländern stellen ihre Kulturen vor

„Ich zeige dir meine Welt“

Zusammenarbeiten und sich besser kennenlernen: Darum ging es jetzt an der Berlin-Tiergarten-Schule. Foto: privat

Remsfeld. Gegenseitiges Verständnis und ein freundschaftliches Miteinander: Darum geht es beim Projekt „Ich zeige Dir meine Welt“ aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben“. In Präsentationen und Arbeitsgruppen stellen Migrationsschüler der Berlin-Tiergarten-Schule Remsfeld, die in der Intensivklasse Deutsch lernen, ihre Länder, Lebenswelten, Kulturtechniken und Speisen vor.

Bildern von Krieg und Zerstörung, wie sie in den Medien täglich präsent sind, sollte bewusst eine Gegenwelt der Kulturen, der Gemeinsamkeiten und der Freundschaften entgegengestellt werden.

Das Schulfest begann mit dem Lied „Zuhause“ von Adel Tawil. Es enthält Passagen, mit denen die Fluchterfahrungen der Afghanen, Syrer und Afrikaner ausgedrückt werden. Englische Passagen im sonst deutschsprachigen Ursprungstext wurden durch Texte in Dari (afghanisch) und Syrisch-Arabisch ersetzt, in denen die Hoffnungen auf ein Ende von Krieg, Flucht, Entwurzelung und ein neues Zuhause formuliert werden.

Fünf Themen wurden für das Projekt ausgewählt: Drachenbau, Kalligraphie, Schönheit, Märchen, Speisen. Die Kunst des Schönschreibens in arabischen Kulturen zeigten Schüler aus Syrien. Die Kalligraphien komplexer Wortzusammensetzungen oder ausgewählte Zitate wurden von den Grundschülern in Schwarzenborn unter Anleitung der Intensivschüler nachgezeichnet. Die ausgewählten Zitate bringen die Gemeinsamkeiten der Lebenswelt und der Glaubensformen der Schüler zum Ausdruck und waren Basis vieler Diskussionen. Die Herstellung von Papierdrachen und die Technik des Drachenlenkens in Afghanistan wurde in der Schulwerkstatt vermittelt. Die ersten afghanischen Drachen schwebten nach wenigen Minuten am Himmel über Remsfeld.

„Besonders Jugendlichen fehlt es im Alltag oft an Erfolgserlebnissen und an Bestätigung.“

Wolfgang Kaukars

Die im arabisch-asiatischen Raum verbreitete Technik der Körperbemalung mit Henna präsentierten Schülerinnen aus Afghanistan. Die afrikanischen Schülerinnen stellten für die deutschen Schüler Shuruba-Frisuren her und vermittelten die speziell in afrikanischen Ländern verbreitete Technik.

Während der Projektwoche baute Wolfgang Kaukars mit allen Schülern ein Kanu. Sinn des gemeinsamen Kanubaus ist das Arbeits- und Kooperationserlebnis. „Besonders Jugendlichen fehlt es im Alltag oft an Erfolgserlebnissen und an Bestätigung. Durch den Bau eines eigenen Bootes erwerben sie nicht nur handwerkliche Fähigkeiten und Techniken, sondern sie erhalten eine schon lang nicht mehr erlebte Wertschätzung ihrer eigenen Arbeit.“ (red)

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