Ideen fürs Leben nach Corona

Homberg wird Vorreiter in Sachen Stadtentwicklungspolitik

Blick auf die Marienkirche in Homberg im Winter. Die Dächer sind schneebedeckt.
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Blick auf die Homberger Marienkirche im Winter.

Die Kreisstadt Homberg befindet sich zusammen mit München, Frankfurt, Berlin in bester Gesellschaft: Sie ist bis 2023 Teil eines bundesweiten Pilotprojekts, das die Auswirkungen der Coronapandemie auf die Stadtentwicklung untersucht. Drei Jahre lang geht es darum, Ansätze für eine Post-Corona-Stadt zu entwickeln, die bundesweit übertragbar sind. Aus mehr als 200 Bewerbungen wurden 13 Kommunen ausgewählt.

Homberg - „Diese Städte sind Vorreiter für Deutschland“, sagt Dr. Katharina Hackenberg, die das Projekt beim Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) betreut. Die Städte sollen neue Möglichkeiten für die Zukunft der Innenstadt, für Begegnungsorte und den Klimawandel erproben. Innovative Aspekte und die Übertragbarkeit auf andere Städte stehen im Vordergrund.

Das hat Homberg bereits mit der Projektskizze „Wandelpfad und Co-Working-Galerie“ geboten. Die Idee dazu lieferte laut Bürgermeister Dr. Nico Ritz Nils Otto, der seine Masterarbeit zur städtebaulichen Bedeutung der Homberger Wallstraße geschrieben hat. Diese wurde weiterentwickelt.

Der Wandelpfad ist ein Wortspiel. „Es geht um Veränderung und zu Fuß gehen.“ Beides werde in der Altstadt spürbar. Die Co-Working-Galerie soll dort entlang des Wandelpfades verortet werden. Denn eines der Handlungsfelder beschäftigt sich mit flexiblem Arbeiten. Zentrale Bausteine seien auch der Umgang mit Leerstand sowie das Stärken der nachhaltigen Mobilität. „Es geht viel ums Ausprobieren“, sagt Ritz. Darüber hinaus passe das Projekt zum Citta-Slow-Aspekt, bei dem Städte nachhaltiges Leben fördern. Homberg ist Teil des Netzwerks.

Bei der „Post-Corona-Stadt“ wird Homberg vom Bundesinstitut unterstützt. Es hilft bei der inhaltlichen Arbeit und stößt Diskussionen an. Das Sichtbarmachen von Klima und Natur in der Stadt und die Themen Leerstand und Arbeiten sind wichtige Veränderungsthemen.

Es sei spannend, wie Homberg diese Vernetzung herausgearbeitet habe. „Der Antrag verspricht Antworten auf unsere Fragen“, so Hackenberg. (Chantal Müller)

Bundesministerium gibt 3,5 Millionen Euro

Das Bundesministerium des Innern fördert die 13 Projekte zur Nationalen Stadtentwicklungspolitik mit 3,5 Millionen Euro. Gesucht sind „innovative und beispielgebende Lösungen für krisenfeste Stadt- und Quartiersstrukturen“. Das Projekt gliedert sich in „Solidarische Nachbarschaft und das Wirtschaften im Quartier“, „Öffentlicher Raum, Mobilität und Stadtstruktur“ (Homberg) und „Integrierte Stadtentwicklungsstrategien unter Berücksichtigung von Resilienzaspekten“.

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