Stadtverordnete billigen Pläne für Wohnungen am Eckerich

Investor will Café Reuter in Fritzlar erhalten

Soll nach zahlreichen Diskussionen erhalten bleiben: Das traditionelle Hotel Café Reuter am Eckerich in Fritzlar.
+
Soll nach zahlreichen Diskussionen erhalten bleiben: Das traditionelle Hotel Café Reuter am Eckerich in Fritzlar.

Fünf neue Häuser mit 14 Wohnungen, dazu 41 Stellplätze: Auf dem einst parkähnlichen Gelände um das ehemalige Hotel und Café Reuter am Eckerichsweg 26 soll in Fritzlar neuer Wohnraum entstehen.

Entgegen der ursprünglichen Pläne will der Investor das bestehende Gebäude erhalten und wieder betreiben. Zuvor hatte es hitzige Debatten rund um das Thema gegeben (HNA berichtete).

Die Fritzlarer Stadtverordneten gaben also grünes Licht für die geplante Wohnbebauung auf den einst parkähnlichen Freiflächen hinter dem Gebäude. Erst sollte das bestehende Hotel abgerissen werden. Nun aber ist dessen Erhalt geplant, sodass in diesem östlichen Teil des Grundstücks nicht drei, sondern nur zwei neue Gebäude mit je vier Wohnungen entstehen sollen.

Dass der Investor nach neuesten Plänen beabsichtigt, das traditionsreiche Hotel wieder zu beleben, sorgte für gewisse Erleichterung unter den Mitgliedern der Stadtverordnetensitzung. So sollen zwölf der insgesamt 41 vorgesehenen Pkw-Stellplätze dem Hotelbetrieb zugeordnet werden.

Die Neuplanung sieht ferner vor, im hinteren, westlichen Teil des Grundstücks drei Wohnhäuser mit Flachdächern zu bauen. Das Grundstück soll durch ein „Mindestmaß an verbleibenden Freiflächen“ seinen einst parkähnlichen Charakter möglichst erhalten. Entsprechend sollen die Neubauten nur zweigeschossig sein und nicht mehr als zwei Wohnungen umfassen.

Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern, Effizienzhaus-Standard 55 der Kreditanstalt für Wiederaufbau, Anpflanzen von Bäumen, Hecken, Sträuchern, das Anlegen neuer Wege – der geänderte Bebauungsplan ist an Bedingungen geknüpft.

„Die Frage, ob bedingt durch die Bebauung mit der dazu erforderlichen Erschließung ein parkähnlicher Charakter in Anlehnung an den ursprünglichen Zustand erzielt wird, bleibt der subjektiven Wahrnehmung des Betrachters vorbehalten“, heißt es dazu in der Beschlussvorlage. Grundsätzlich weise die neue Planung einen größeren Grünflächenanteil auf als ursprünglich vom Investor vorgesehen, so Bürgermeister Hartmut Spogat.

Um mögliche, durch die „massive Bebauung“ hervorgerufene Probleme mit der Regenwasser-Entsorgung vorzubeugen, wird der Investor beauftragt, entsprechende Untersuchungen zu veranlassen und falls nötig auch die Kosten für einen größeren Regenwasserkanal zu tragen.

Zum Hintergrund: Wie berichtet, schlugen die Pläne um das ehemalige Hotel Reuter am Eckerichsweg Anfang des Jahres hohe Wellen, nachdem der Investor in Abstimmung mit der Unteren Naturschutzbehörde des Kreisausschusses des Schwalm-Eder-Kreises, aber ohne Abstimmung mit der Stadt im Februar umfangreiche Rodungsarbeiten veranlasst hatte.

Dabei wurden bereits Baustraßen geschottert, „die im Hinblick auf die Gebietsausweisung als Fläche für die Forstwirtschaft im westlichen Teil des Grundstücks einer Genehmigung bedurft hätten“, so Bürgermeister Spogat. Die Untere Bauaufsichtsbehörde verfügte schließlich einen Baustopp.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.