Pflanze frisch essen

Der Bärlauch ist da: Densbergerin gibt Tipps für die richtige Verwendung

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Möglichst frisch und roh verwertet bleiben die wertvollen Nährstoffe des Bärlauch am besten erhalten.

In diesen Tagen kann man den Pflanzen beim Wachsen nahezu zusehen: Die Sonne scheint und lässt Gänseblümchen, Giersch und Löwenzahn emporkommen – und den Bärlauch.

Das Zwiebelgewächs mit dem Knoblauchduft ist jedes Jahr ein Frühaufsteher. Bärlauch riecht nach Frühling und ist ein Tausendsassa in der heimischen Küche.

„Am besten, man isst ihn frisch“, so Diplom-Landespflegerin Carola Drüsedau aus Densberg. Die Pflanzenexpertin (Grün.Land) hat wie die Familie Schaal in Sebbeterode Bärlauch im Garten. Mit einer einzelnen Pflanze, die sie sich vor Jahren gesetzt hat, fing es an, mittlerweile ist aus der einen Zwiebel ein Pflanzenteppich geworden, der jedes Jahr aufs Neue den Frühling anzeigt.

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, sich eine Pflanze in den eigenen Garten zu setzen“, so Carola Drüsedau. Geschützt unter Bäumen fühlt sich der Bärlauch besonders wohl. Denn er mag es halbschattig und nicht das ganze Jahr über Sonne. Dies entspricht seinem natürlichen Vorkommen im Wald und an Bachläufen – denn der Bärlauch mag humosen, nicht allzu trockenen Boden. So ist er beispielsweise im Wald von Gudensberg und in Oberurff entlang der Urff anzutreffen.

Ob im Salat, klein gehackt im Kräuterquark, als Pesto oder in der Suppe – Bärlauch lässt sich vielseitig in der Küche verwenden. So ergeben gekochte Nudeln, frisch geernteter und klein gehackter Bärlauch mit Sahne oder Olivenöl, einer Prise Kräutersalz und Sonnenblumenkernen ein überaus schmackhaftes, gesundes und günstiges Mittagessen. „Je frischer man ihn verwertet, umso besser bleiben die Nährstoffe erhalten“, so Carola Drüsedau, die sich aus Giersch, Löwenzahn, Gänseblümchenblüten und Bärlauch in diesen Tagen einen Wildkräutersalat bereitet. „Alles frisch, fantastisch gesund und in jedem Garten oder beim Spaziergang im Grünen zu finden“ schwärmt die Pflanzenexpertin.

Vorfreude: Jonas Schaal (5 Jahre) freut sich sehr, dass im Garten die gut riechenden und köstlichen Bärlauchpflanzen den Frühling anzeigen.

Wichtig sei, dass man beim Ernten nicht alle Blätter der Pflanze pflücke, sondern einige stehen lasse, damit die Zwiebelpflanze Energie für den Austrieb im nächsten Jahr sammeln kann.

Bärlauch ist als Heilpflanze und seit dem Mittelalter unter dem Namen Herba Salutaris bekannt. Dank der enthaltenen, überwiegend schwefelartigen ätherischen Öle hat Bärlauch heilende Wirkung, die sich positiv auf die Verdauung, die Atemwege, Bluthochdruck und Darmerkrankungen auswirken.

Dabei wirkt er am besten roh zubereitet, denn durch Hitze werden die schwefelhaltigen Stoffe verändert, wodurch der Bärlauch viel von seinem charakteristischen Geschmack verliert. Aber auch als rohe Beilage in Suppen oder als Pesto sind verschiedene Geschmacksvarianten möglich: So gibt der Zusatz andere Kräuter wie Thymian oder Rosmarin dem Bärlauch eine mediterrane Variante, Zitronenmelisse hingegen gibt ihm eine säuerlich-frische Note.

Als Kräuterbutter, verfeinert mit Zitronensaft oder Limette, Pfeffer und Salz, lässt er sich gut einfrieren. Und mit einem guten Öl, gemahlenen Pinien- Kürbis- oder Sonnenblumenkernen ergibt Bärlauch ein beliebtes Pesto, das das Essvergnügen an der Pflanze noch etwas in die Länge schiebt. „Man sollte ihn klein hacken und nicht in den Mixer tun, denn dann entwickelt er Bitterstoffe“, so die Erfahrung der Pflanzenexpertin.

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