Jesbergs Bürgermeister: Unverantwortliche Aktion

Bäume an Bundesstraße 3 bei Jesberg angesägt - Kriminalpolizei ermittelt

Abgesägte Bäume auf der Bundesstraße 3 bei Jesberg: Nur durch Zufall ist niemand verletzt worden.
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Abgesägte Bäume auf der Bundesstraße 3 bei Jesberg: Nur durch Zufall ist niemand verletzt worden.

Angesägte Bäume an der Bundesstraße 3: Von einer unverantwortlichen Aktion spricht Jesbergs Bürgermeister Heiko Manz. Grund dafür: An der B3 bei Jesberg wurden von bislang unbekannten Tätern drei große Bäume, zwei Eichen und eine Buche, mit einer Motorsäge angesägt.

Eine der Eichen stürzte auf einen Fahrradweg, verletzt wurde dabei niemand. Eine weitere Eiche drohte unmittelbar auf die Bundesstraße zu stürzen. Die Buche wurde nur geringfügig angesägt, sie stellte keine Gefahrenquelle dar.

Ganz anders verhalte es sich jedoch bei den beiden anderen Bäumen, so Manz. Deshalb ermittele nun auch die Kriminalpolizei – wegen gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr. Damit hätten die Täter das Leben anderer absichtlich gefährdet, teilt die Polizei mit.

Dabei ist es einem Zufall zu verdanken, dass überhaupt entdeckt wurde, dass die Bäume angesägt wurden. Laut Polizei haben Spaziergänger am Mittwochmittag einen umgefallenen Baum auf einem Radweg in der Nähe des Hofgutes Richerode bei Jesberg entdeckt. Bauhofmitarbeiter der Gemeinde Jesberg, die diesen Baum wegräumten, entdeckten, dass die Eiche angesägt war. Als die Polizei eintraf, wurde das Gebiet nach weiteren beschädigten Bäumen abgesucht, erklärt Volker Schulz, Sprecher der Polizeidirektion des Schwalm-Eder-Kreises. In unmittelbarer Nähe fanden auch sie dann die Eiche. Besonders dramatisch: „Der Baum hatte nur noch eine Handbreit Standfestigkeit“, sagt Manz.

Zur Beweissicherung wurde die Bundesstraße gesperrt, später dann der stark angesägte Baum aus Sicherheitsgründen gefällt. Etwa 200 Meter weiter haben die Einsatzkräfte von Polizei, Bauhof und Hessen Mobil dann noch den dritten Baum, die Buche, entdeckt. Das ganze Gebiet sei unter die Lupe genommen worden, weitere beschädigte Bäume wurden nicht gefunden, so Schulz. Der Schaden beträgt 500 Euro. „Die Ermittlungen laufen in alle Richtungen.“ Ob die Tat einen politischen Hintergrund habe, konnte die Polizei noch nicht beantworten.

Hessen Mobil kontrolliert Strecken an der Bundesstraße 3

Einen solchen Vorfall habe es an der B3 noch nicht gegeben, sagt Marco Lingemann von Hessen Mobil. Mitarbeiter der Straßenverkehrsbehörde hätten den Abschnitt auf weitere beschädigte Bäume kontrolliert. Es wurden keine gefunden. Hessen Mobil werde weiter mindestens einmal wöchentlich die Strecken kontrollieren. Alle Streckenwarte seien über den Vorfall informiert. Verkehrsteilnehmer, die angesägte Bäume entdecken, sollten die Polizei benachrichtigen.

Die Sägespuren sind frisch.

Jesbergs Bürgermeister zu den abgesägten Bäumen an der B 3: „Ich bin fassungslos“

Wut. Das ist das Gefühl, das sich in Jesbergs Bürgermeister Heiko Manz breitmacht, wenn er an die angesägten Bäume auf der Bundesstraße 3 bei Jesberg denkt. „Es macht mich wütend, weil die Bäume bewusst so angesägt wurden, dass sie zwar nicht sofort, aber ganz gewiss in nächster Zeit umfallen würden“, sagt er. Was die Tat, die bislang Unbekannte verübten, für ihn so unbegreiflich macht: In dem Bereich der Bundesstraße, der an einer Kurve liegt, ist Tempo 100 erlaubt. „Es ist eine gefährliche Ecke. Da hätte man als Verkehrsteilnehmer keine Chance zu reagieren“, sagt Manz. Er sei fassungslos, wie mit solch einer Aktion bewusst Menschenleben aufs Spiel gesetzt werden, so Manz.

Es sei pures Glück, dass die erste Eiche nicht in Richtung der Bundesstraße umgefallen und stattdessen auf dem Radweg gelandet sei. Doch auch dieser werde viel genutzt. „Das hätte auch schlimm ausgehen können. Etwa, wenn der Baum einen Spaziergänger erwischt hätte“, sagt er. Die zweite Eiche wäre vermutlich beim nächsten stärkeren Windstoß auf die viel befahrene Bundesstraße gestürzt, vermutet nicht nur Jesbergs Bürgermeister.

Auch Kripo und Hessen Mobil sprechen davon, dass der Baum akut gefährdet war – und mit ihm zwangsläufig dann auch die Verkehrsteilnehmer. „Es musste aus der Gefahrenzone gebracht werden“, sagt Manz.

Deshalb habe die Verkehrsbehörde Hessen Mobil, die durch Mitarbeiter des Bauhofes informiert worden seinen, den Baum nach der Beweissicherung durch die Kripo fällen lassen, erklärt Marco Lingemann von Hessen Mobil. Die Straßenverkehrsbehörde kontrolliere mindestens ein Mal pro Woche alle Streckenabschnitte durch den Betriebsdienst auf ihren verkehrssicheren Zustand, auf Autobahnen sogar mehrmals wöchentlich.

Von Maja Yüce Und Linett Hanert

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