Flächen größer als 400 Fußballfelder

Paradies für Insekten: Landwirte aus Schwalm-Eder legen Blühflächen an

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Setzt auf ein Blumenmeer statt auf Monokultur: Landwirt Arne Lengemann aus Jesberg hat oberhalb der Burg eine große Blühfläche geschaffen, die nun Mensch und Insekten gleichermaßen erfreut. Von links seine Söhne Jörn (12) und Mika (8). 

Schwalm-Eder. Viele Landwirte im Schwalm-Eder-Kreis lassen an ihren Feldern Blühstreifen für Insekten stehen. Im Landkreis gibt es 435 Hektar Blühflächen. Auch Arne Lengemann aus Jesberg beteiligt sich. 

Ein Anziehungspunkt nicht nur für Bienen und Insekten, sondern auch Menschen ist der Blühacker von Arne Lengemann am Ortsrand von Jesberg oberhalb der Burg. Der 49-Jährige ist einer der 35 Landwirte im Schwalm-Eder-Kreis, die an der Initiative von Hessischem Landwirtschaftsministerium, Imkerverband und Hessischem Bauernverband „Hessische Landwirtschaft blüht für die Bienen“ teilnimmt.

Ein Meer von gelben, grünen und blauen Knospen und Blüten tut sich dem Auge auf, es summt und surrt allenthalten, Bienen ziehen Nektar aus den Pollen und Schmetterlinge in allen Farben kreisen über den Blüten. Als im Winter der Bauernverband Kurhessen über die neue Initiative informierte, brauchte Arne Lengemann nicht lange, um überzeugt zu werden. „Da mache ich mit“, stand für ihn schnell fest. „Und wenn, dann richtig.“

So hat er sich eine besonders bunte Mischung aus Wildkräutern und Blumen für seinen Blühacker ausgesucht und sich die Pracht auch etwas kosten lassen – 300 Euro für den Zehn-Kilo-Sack.

Fläche ist so groß wie ein Fußballfeld

Das reicht für einen Hektar, alles davon hat er dieses Jahr noch nicht verbraucht. Eine Fläche so groß wie ein Fußballfeld, gut 0,6 Hektar, hat Arne Lengemann in diesem Jahr damit ausgesät. „Im Frühjahr befürchtete ich schon, dass die Saat wegen der Trockenheit nicht aufgeht, doch es hat gut geklappt“, so Lengemann. Doch die Pflanzen zeigten sich als robust. Das Saatgut sei im Vergleich sehr teuer, doch der Acker soll auch einige Jahre so stehen bleiben.

„Ich habe eine mehrjährige Mischung gewählt, sie sät sich nächstes Jahr nochmal aus“, so der Nebenerwerbslandwirt, der mit seinem Schwiegervater Ernst Kurzrock in Jesberg auch ein Hühnermobil und neben dem Ackerbau auch eine Schweinemast betreibt.

32 Sorten sind in der Mischung – von Wildkräutern wie Kleiner Wiesenknopf bis hin zu Kulturpflanzen wie Ringelblumen, Borretsch, Futter-Esparsette, Koriander, Buchweizen, Schwarzkümmel, Wiesenklee und Sonnenblumen. Ob die Fläche im kommenden Jahr gemulcht werden muss, entscheide der Landkreis. „Die Blütenpracht ist kaum zu überbieten. Als Imker freue ich mich über diese Fülle“, sagt Heinz Hildebrandt, neben Georg Aue einer der beiden Imker aus Jesberg.

Blumenfeld vor dem Haus

Auch Spaziergänger erfreut der Ackerbau in Sachen Artenschutz. „Wer es weiß, kommt hier vorbei“, sagt Lengemann. Das bestätigt auch Margot Kolbe, deren Haus in der Siedlung direkt an den Blühacker grenzt: „Genial, so ein Blumenfeld direkt vor dem Fenster zu haben.“ 

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