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Deutscher Wetterdienst baut Turm in Jesberg

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Von: Claudia Brandau

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Idylle auf dem Wüstegarten: Reiter legen am Fuß des Kellerwaldturms eine Rast ein. Doch nur kleine Gruppen dürfen auf den Turm steigen.
Idylle auf dem Wüstegarten: Reiter legen am Fuß des Kellerwaldturms eine Rast ein. Doch nur kleine Gruppen dürfen auf den Turm steigen. © Michael Grün (Archivfoto)

Anstelle des maroden Kellerwaldturms plant der Deutsche Wetterdienst ein neues Gebäude am Wüstegarten in Jesberg zu errichten. Davon könnte auch der Tourismus profitieren.

Jesberg – Der Deutsche Wetterdienst (DWD) will 2024 einen Wetterradar samt Besucher- und Aussichtsplattform am Wüstegarten bei Jesberg errichten. Der 55 Meter hohe Betonturm mit seinem sechs Meter hohen Random soll den jetzigen und seit langem maroden Kellerwaldturm ersetzen, berichtet Jesbergs Bürgermeister Heiko Manz.

Die Planungen für das Projekt laufen schon seit Jahren, der Landkreis hatte bereits 2016 die Baugenehmigung für den Bau des Wetterradars erteilt. Bis 2024 wird der Deutsche Wetterdienst das Radar am Standort in Diemelsee-Flechtdorf nutzen, dann wird es den Windrädern weichen, die bei Flechtdorf geplant sind, sagt Gertrud Nöth, stellvertretende Pressesprecherin des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach.

Neues Wetterradar in Jesberg: Keine Windräder in der Umgebung

Der Deutsche Wetterdienst als Bundesbehörde unterstütze die Energiewende, so Nöth, doch seien Wetterradar und Windkrafträder in großer Nähe nicht kompatibel: Die Tabuzone zwischen ihnen beträgt fünf Kilometer.

Dieser Mindestabstand soll verhindern, dass Störfelder für den Radarstrahl entstehen, der alle fünf Minuten Wolken in verschiedenen Winkelhöhen durchmisst und so auch vor kurzfristige Entwicklungen wie Hagel, Gewitter oder Blitzeis erkennt. „Die Radartechnik macht eine genaue Kurzvorhersage fürs Wettergeschehen möglich – nur so können wir unseren gesetzlichen Auftrag erfüllen und die Bevölkerung vor Gefahrsituationen wie Orkanen warnen.“

Tourismus könnte von Wetterradar in Jesberg profitieren

Während der DWD vor allem die technischen Aspekte im Blick hat, sieht Heiko Manz als stellvertretender Vorsitzender des Naturparks Kellerwald-Edersee auch die touristischen Vorteile: Der Deutsche Wetterdienst ersetze den in die Jahre gekommenen Kellerwaldturm auf dem Wüstegarten, dessen Nutzungsdauer ohnehin bald ablaufe.

Eine weitere gute Nachricht sei, dass weder für Naturpark noch für die Gemeinde Kosten für den Neubau entstünden. Einziger Wermutstropfen: Das Wettradar werde als geplanter Betonbau eine komplett andere Optik als die jetzige Holzkonstruktion haben. In seinem Umkreis werden dann keine Windräder im Kellerwald errichtet.

Von Claudia Brandau

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