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Lob und Kritik für den Haushalt – Jesberger Zahlenwerk mit einer Nein-Stimme verabschiedet

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Von: Claudia Brandau

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Auf dem Foto ist eine Burg zu sehen.
Burg in Jesberg: Das Gelände soll zu einem Veranstaltungsort umgestaltet werden. © Claudia Brandau

Der demografische Wandel und die sinkenden Einwohnerzahlen in Jesberg wirken sich auf die Fixkosten aus.

Jesberg – In einem waren sich in der Haushaltsdebatte alle Fraktionen einig: Der demografische Wandel und die sinkenden Einwohnerzahlen sorgen dafür, dass die Fixkosten für die Infrastruktur auf immer weniger Schultern verteilt werden.

Hatte Jesberg Ende 2012 noch 2443 Einwohner, waren es Ende 2021 noch 2197. In diesem Punkt stimmten alle Fraktionen überein, doch der Haushalt selbst wurde nicht einstimmig verabschiedet: SPD, CDU, Grüne stimmten ihm zu, Lothar Klitsch (Bürgerliste) lehnte das Zahlenwerk ab.

Jesberg hat einen finanziellen Überschuss in Höhe von 242 000 Euro

Es sei natürlich längst nicht alles gut, durch die vorläufige Haushaltsführung seien in der Vergangenheit viele Investitionen auf der Strecke geblieben, sagte Günter Noll (SDP). Positiv aber stelle sich der finanzielle Überschuss in Höhe von 242 000 Euro dar und die Tatsache, dass die Gemeinde Jesberg keine Nettoneuverschuldung plane. Zudem werde sie viele Projekte angehen.

So werde sie das Dorfgemeinschaftshaus Hundshausen umbauen, das Burggelände umgestalten, Photovoltaikanlagen auf eigenen Gebäuden errichten, ein Radwegekonzept erstellen, Feuerwehrfahrzeuge anschaffen – all das sei positiv zu bewerten. Ebenfalls zu bewerten sei die Tatsache, dass die Gemeinde beim Entstehen und Einbringen des Zahlenwerks ein hohes Maß an Transparenz gezeigt habe, lobte Torsten Kupetz (CDU).

Lebensstandard und Qualitätsmerkmale der Gemeinde sollen erhalten bleiben

Die gelte es zu erhalten: Sein Vorschlag: Die Gemeinde solle im Herbst einen „Pit-Stop einlegen“, bei dem sie schaue, ob der Plan-Ist-Vergleich noch stehe oder ob man nachsteuern müsse. Der Fokus müsse stets weiter auf dem Ziel liegen, den Lebensstandard und die Qualitätsmerkmale der Gemeinde zu erhalten und auszubauen.

Als gelungenes Zahlenwerk bezeichnete Christiane Weinberger (Grüne) den Haushalt, der gute Schwerpunkte setze – so wie die Gestaltung des Burgberg-Areals.

Lau einem Gemeindevertreter findet in Jesberg keine Wirtschaft statt

Viel Kritik dagegen gab es von Lothar Klitsch. Offenbar, so der Gemeindevertreter, finde in Jesberg keine Wirtschaft statt: Der Haushalt gebe keinerlei Hinweise auf Gewerbegebiete, Wirtschaftsförderung, auf die Schaffung von Arbeitsplätzen. Außerdem werde die dörfliche Infrastruktur vernachlässigt, so fehlten an vielen Stellen Bürgersteige, auch der Radweg nach Neuental sei marode. Weiteres Manko aus Sicht von Klitsch: Die Dorfgemeinschaftshäuser würden ohne jedes Konzept saniert, es fehlten zudem die Ideen, wie man die Häuser mit Leben fülle. Zudem müsse man dringend Arbeitsplätze schaffen, um als Wohnort attraktiv zu werden, nur so könne der Bevölkerungsrückgang aufgehalten werden.

Aus all diesen Gründen stimmte Klitsch dem Haushalt nicht zu und bat ausdrücklich um namentliche Nennung der Neinstimme. (Claudia Brandau)

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