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In Elnrode entsteht ein Solarpark, so groß wie 23 Fußballfelder

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Von: Claudia Brandau

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Zwischen Elnrode und Strang soll eine große Solaranlage gebaut werden. Geplant ist sie rund um einen großen Sendemast.
Zwischen Elnrode und Strang soll eine große Solaranlage gebaut werden. Geplant ist sie rund um einen großen Sendemast. © Matthias Haaß

Zwischen Elnrode und Strang soll in zwei Jahren auf einer Fläche von 16 Hektar eine Freilandsolaranlage entstehen. Das hat das Jesberger Parlament mit großer Mehrheit beschlossen. 

Elnrode/Strang – Zwischen Elnrode und Strang soll in zwei Jahren auf einer Fläche von 16 Hektar eine Freilandsolaranlage entstehen. Das hat das Jesberger Parlament in seiner Sitzung am Montag mit 14 Ja-Stimmen und der Nein-Stimme der Bürgerliste beschlossen.

Die Firma Energy Heros aus Plattling plant die Anlage, die sie als „Vorzeigeprojekt für grüne Energie im Schwalm-Eder-Kreis“ bezeichnet. Sie soll am Hang zwischen den Jesberger Ortsteilen Strang und Elnrode 16 Megawatt (16 Millionen Kilowattstunden) im Jahr liefern. Die Fläche, die umgerechnet 23 Fußballfeldern entspricht, hat Energy Heros von Landwirten gepachtet. Sie alle Felder befänden sich außerhalb jeglicher landwirtschaftlichen oder natürlichen Schutzgebiete, betonte Planer Philipp Thriene bei der Präsentation.

Die Fläche sei nicht einsehbar, als weiterer Sichtschutz und auch als Ausgleichsmaßnahme soll eine Baumreihe gepflanzt werden. Die Nähe zum oberhalb von Strang gelegenen Mobilfunk-Sendemasten habe keine Folgen, sie werde sich weder auf die Paneele noch auf die Sendeleistung auswirken.

Solarpark für Jesberg: Firma Energy Heros plant die Anlage

Einen Konflikt zwischen der Freilandsolaranlage und Umwelt- sowie Naturschutz sah Thriene nicht: Beim Solarpark handele es sich um eine ökologisch wertvolle Fläche, auf die während der nächsten Jahrzehnte Blumenmischungen, aber weder Düngemittel noch Pestizide aufgebracht würden: Das fördere die Biodiversität und biete Rückzugsorte für Insekten. „Das bedeutet eine Doppelnutzung von landwirtschaftlicher Fläche und erneuerbarer Energien“.

Auch sollen Bienen angesiedelt werden. Schäfer sollen mit ihren Schafen in Kooperation mit Landwirten die Fläche pflegen und bewirtschaften. Im vorderen Teil, nahe des Sendemastes, sei eine Hühnerhaltung mit Hühnermobilen möglich. Drei Hektar sollen zu Ausgleichsflächen werden – auf ihnen sollen Streuobstwiesen oder Sichtschutzhecken wachsen.

Die Solaranlage werde eingezäunt, um aber Niederwild einen Durchschlupf zu geben, soll der Maschendraht 15 Zentimeter Luft über der Erde haben.

Solarpark zwischen Elnrode und Strang: Baubeginn 2024

Die Planungen für den Solarpark dauern bis 2023, die Anlage soll ab 2024 errichtet werden: „Erneuerbare Energien werden nicht im Schnellverfahren gebaut“, sagt Philipp Thriene auf die Frage nach der langen Zeitspanne.

In 20 bis 30 Jahren, je nach Lebensdauer der Paneele, wird die Firma Energy Hero die Anlage abbauen und die Fläche im Originalzustand als Retoure an die Landwirte zurückgeben, so Thriene – das sei zumindest die Planung, auch wenn kein Mensch wisse, was in 30 Jahren sei.

Die Gemeindevertretung ging bei allen Plänen mit. Sie hat den Vorstand beauftragt, einen städtebaulichen Vertrag mit der Energy Heros GmbH abzuschließen. Der sieht dann auch vor, dass der Betreiber alle Kosten, auch die für die Änderung des Flächennutzungsplans und das Aufstellen des Bebauungsplans, übernimmt. (Claudia Brandau)

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