Rotkäppchenland will Verleih-System installieren

Bald E-Bikes in Jesberg ausleihen

Ein Paar ist auf roten Pedelecs in einem Dorf unterwegs.
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Flott unterwegs: Die Gemeinde Jesberg will beim einheitlichen E-Bike-Sharing-System des Rotkäppchenlandes dabei sein.

Das Rotkäppchenland bietet Städten und Gemeinden an, bei einem Verleihsystem für E-Bikes und Lastenräder teilzunehmen. Jesberg ist als eine der ersten Kommunen dabei.

Jesberg – Das Rotkäppchenland macht auf umweltfreundliche Art mobil: Die touristische Arbeitsgemeinschaft, der 19 Städte und Gemeinden aus den Landkreisen Schwalm-Eder, Hersfeld-Rotenburg und Marburg-Biedenkopf angehören, will den Verleih von E-Bikes und Lastenrädern voranbringen. Das Angebot sollen nicht nur Touristen nutzen können, sondern alle Menschen in der Region. Ziel ist es, ein einheitliches E-Bike-Sharing-Angebot im Rotkäppchenland zu bieten. Auch Jesberg ist dabei: Das hat das Parlament beschlossen. Die Gemeinde nimmt damit am einheitlichen Verleihsystem teil.

Die Firma Eco Libro aus Jesberg hat das Konzept im Auftrag der Stadt Homberg erarbeitet, die auch den Förderantrag stellt, teilte Eco Libro-Geschäftsführer Michael Schramek mit. Das Hessische Ministerium für Umwelt fördert die Anschaffungskosten der E-Bikes zu 100 Prozent, da solch CO2-arme Mobilitätssysteme dafür sorgten, dass Treibhausgase minimiert werden.

Verleihsystem: Gemeinde trägt Betriebskosten

Die Gemeinde Jesberg trägt die Betriebskosten wie Organisation, Wartung, Buchungsplattform, Versicherung und Datenkommunikation. Angeschafft werden sollen im ersten Schritt vier Standardräder, die sich rasch und einfach auf jede Körpergröße einstellen lassen.

Ziel und Auftrag sei es, Mobilität neu zu gestalten, sagte Michael Schramek. Auch auf dem Lande, wo es völlig normal sei, dass jede Familie mindestens ein Auto besitze. Doch Corona habe die Arbeitswelt drastisch verändert: Viele ehemalige Pendler arbeiteten längst im Homeoffice, bewegten sich also deutlich öfter im Heimatort als zu jenen Zeiten, als sie in den Firmensitzen in Frankfurt oder Gießen arbeiteten.

Das E-Bike-Verleihsystem ist Mosaikstein bei der Mobilitätswende

Michael Schramek zeigte sich in seiner Projektvorstellung überzeugt, dass einige anstehende Veränderungen die Mobilitätswende herbeiführen werden: Die geförderte Rohölmenge werde in Zukunft derart zurückgehen, dass die heute oft als zu hoch beklagten Spritpreise im Rückblick noch als günstig erscheinen würden, so seine Prognose. Zeitgleich werde die Zahl der neu angemeldeten Autos mit Verbrennungsmotoren deutlich sinken: In Norwegen seien 90 Prozent der im November erfolgten Neuzulassungen E-Autos gewesen. In Deutschland waren es im selben Zeitraum 34,4 Prozent.

„In wenigen Jahren kommen all diese E-Autos als Gebrauchtwagen auf den Markt“, so Schramek: Wer heute auf einen Verbrenner setze, werde bald feststellen, dass sein Diesel oder Benziner dann fast unverkäuflich und damit wertlos sei. Ziel und Auftrag der Gesellschaft sei es jetzt, Impulse für eine neue Mobilität zu setzen. Das E-Bike-Verleihsystem soll ein Mosaikstein dieser Entwicklung sein.

Fünf Kommunen sind bereits beim Verleihsystem für E-Bikes dabei

Fünf Städte und Gemeinden des Rotkäppchenlandes haben bereits den Beitritt zum E-Bike-Sharing-Angebot beschlossen, bei anderen steht die Entscheidung noch aus. Noch in diesem Monat soll der Förderantrag gestellt werden. Das Projekt selbst wird wohl erst im Frühjahr 2023 starten: Corona hat die Nachfrage nach Rädern derart gesteigert und die weltweiten Lieferketten so stark gestört, dass E-Bikes absolute Mangelware und vorher gar nicht zu haben sind. (Claudia Brandau)

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