Gemeinde muss keine neuen Schulden aufnehmen: Haushaltsausgleich ist geschafft

Vor drei Jahren um diese Zeit herrschte wenigstens noch Winter: Die Gemeinde Jesberg im Dezember 2012. In diesem Jahr hat es die Kellerwaldgemeinde erneut geschafft, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Archivfoto: Brandau

Jesberg. Die Gemeinde Jesberg kann einen ausgeglichenen Haushalt vorlegen - und muss keine neuen Schulden aufnehmen.

Das verkündete Bürgermeister Günter Schlemmer in der Parlamentssitzung am Montagabend in der Kellerwaldhalle.

Das Zahlenwerk setze den erfreulichen Trend in der Haushaltsentwicklung fort, sagte Schlemmer, zudem sei es gelungen, einen Überschuss zu erwirtschaften.

Die Ziele 

Folgende Schritte sollen die Positivtendenz in den kommenden Jahren fortsetzen:

• Synergieeffekte schaffen durch verstärkte interkommunale Zusammenarbeit und
• alle Ausgabenposten prüfen, ob sie wirklich sinnvoll und notwendig sind.

Die größten Ausgaben

• Kanalbau in Reptich • Ausbau der Fritzlarer Straße in der Kerngemeinde
• Rückkauf Baugebiet Silberg
• Integriertes kommunales Entwicklungskonzept (IKEK), die frühere Dorferneuerung
• Beschaffung von Maschinen für den Bauhof

Die Schulden 

Der Schuldenstand liege bei 13,3 Mio. Euro - und damit deutlich über den Durchschnittswerten im Vergleich zu ähnlich großen Gemeinden. Das sei darauf zurück zu führen, dass Jesberg in den vergangenen fünf Jahren gewaltige Investitionen (z.B. Kanal) habe tätigen müssen, die sie ausschließlich über Kredite habe finanzieren können.

Neu: betreuende Schule 

Neu im Haushaltsplan sei das Projekt betreuende Grundschule. Damit komme die Gemeinde dem Elternwunsch nach einem Betreuungsangebot am Nachmittag nach. Es sollen Räume in der Kellerwaldschule eingerichtet werden, ehrenamtliche Helfer die Kinder betreuen. Finanziert werden soll das durch Zuschüsse des Landkreises und Elternbeiträge.

Feuerwehren 

Die Gemeinde muss in Neuerungen investieren: Die Feuerwehr Hundshausen wünscht sich ein Rolltor am Gerätehaus. Der Ausbau des Digitalfunks wird mit 26.000 Euro befürwortet, der Kauf von Atemschutzhelmen kostet 5300 Euro, zur Anschaffung eines Feuerwehrbusses in Reptich schießt die Gemeinde 10.000 Euro zu.

Umlagen 

Wie gewonnen, so zerronnen: Die Schlüsselzuweisungen erhöhen sich von 1 Mio. Euro auf 1,2 Mio. Euro. Bei der Kreisumlage aber steigen die Ausgaben von 781.000 auf 784.000 Euro, die Schulumlage gar von 390.000 auf 455.000 Euro. Diese Erhöhung sei nicht nachvollziehbar, sagte Bürgermeister Schlemmer, es müsse eine bessere Regelung gefunden werden: Eine, die die Kommunen begünstige.

Campingplatz 

Die Gemeinde muss in den Campingplatz investieren: Die Stromverteilerkästen sollen genau wie die Elektrizität erneuert werden. Kosten: 48.000 Euro. Die Zuschüsse liegen bei 43.200 Euro.

Fazit 

Der Haushalt würde um ein Wesentliches besser, der Schuldenstand niedriger dastehen, wenn sich das Land an der Kostendeckung der Kindergärten beteiligen würde, sagt Schlemmer. Das Defizit in diesem Bereich liegt 2015 in Jesberg bei 209.000 Euro. Dennoch sei er „dankbar und froh“, dass er den Haushaltsentwurf in dieser Form vorlegen könne, sagte Bürgermeister Schlemmer. Künftig gelte es trotz aller Sparbemühungen, alles daran zu setzen, dass die Eigenständigkeit der Gemeinde Jesberg nicht geopfert werde.

 

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