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Das Jesberger Palais feiert den 300. Geburtstag

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Von: Claudia Brandau

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Ein prächtiges Palais in der Ortsmitte: Prinz Maximilian von Hessen-Kassel ließ 1723 in Jesberg eine Sommerresidenz für sich und seine Familie in Jesberg bauen.
Ein prächtiges Palais in der Ortsmitte: Prinz Maximilian von Hessen-Kassel ließ 1723 in Jesberg eine Sommerresidenz für sich und seine Familie in Jesberg bauen. © Gemeinde Jesberg

Das Jesberger Maximilianschloss steht in diesem Jahr im Rampenlicht: Die ehemalige Sommerresidenz des Prinzen Maximilian von Hessen-Kassel wird 300 Jahre alt. Der Jesberger Burg- und Heimatverein feiert das Jubiläum mit Festen, Feiern und Gottesdiensten.

„2023 dreht sich alles um Maximilian“, sagt Vereinsvorsitzende Susanne Battenberg. „Das Schlösschen ist für Jesberg etwas ganz Besonderes.“ Genau das war es wohl auch für den 1869 geborenen Prinzen: Landgraf Karl von Hessen-Kassel hatte seinem Sohn 1713 das Gut Betzigerode geschenkt. Nachdem dann 1721 die hessische Linie der Herren von Linsingen ausgestorben war, fiel Jesberg an den Landgrafen – und Maximilian erhielt 1723 von seinem Vater die Herrschaft Jesberg, einschließlich des Hofguts Richerode und Hundshausen.

Maximilian war alles andere als ein Geizhals

Maximilian verkaufte das Gut Betzigerode und baute vom Erlös in Jesberg das Barockschlösschen. Von der Landlust des Vaters profitierten auch die vier Töchter: Für sie ließ er südöstlich von Jesberg im heutigen Staatsforst den Prinzessinnengarten anlegen. Das ist wohl der beste Beweis dafür, dass Maximilian kein geiziger Zeitgenosse war, der den Taler zwei Mal umdrehte: im Gegenteil.

Er war leidenschaftlicher Musiker, unterhielt sogar eine eigene Hofkapelle, stürzte sich dafür in Schulden. Sein verschwenderischer Lebensstil sorgte für Ärger in der landgräflichen Familie – brachte aber der Gemeinde Jesberg ein wahrhaft schönes Schlösschen in der Ortsmitte.

Doch das Glück ist ja auch oft ein launischer Geselle, die Sommerresidenz verlor nach dem Tod des Erbauers 1753 schnell an Glanz. Sie wurde in den Folgejahren unter anderem in eine Kaserne, in ein Magazin, ein Amtsgericht, Wohngebäude, Gemeindehaus und Asylbewerberwohnheim verwandelt.

Gebäude gehört dem Deutschen Roten Kreuz

Heute gehört das Palais dem DRK-Verband Schwalm-Eder, der es 2006 behutsam sanierte und zum heutigen Glanzstück machte. Das DRK bietet dort in sechs Appartements mit dem Konzept des betreuten und noch dazu barrierefreien Wohnens an und bietet damit ein geradezu königliches Zuhause.

Auf der Internetseite des DRK heißt es passend dazu: „Dass heute ältere Menschen im Lustschloss eines Prinzen (...) zu ausgesprochen „zivilen Preisen“ wohnen und ihre persönliche Selbstständigkeit bis ins höchste Alter kultivieren können, verleiht der neuen Nutzung des Hauses eine besondere Pointe.“

Im Erdgeschoss befindet sich heute die Bücherei der Gemeinde, im daneben gelegenen großen Raum finden Literatur-, Kunst-, Musikveranstaltungen, aber auch Geselligkeit, Spiel und Tanz statt. Prinz Maximilian, der offenbar alles andere als ein sparsamer Eigenbrötler war, hätte seine helle Freude daran zu wissen, dass seine Sommerresidenz noch heute Treffpunkt vieler Generationen ist.

Der Burg- und Heimatverein und seine 54 Mitglieder haben sich für dieses Jahr viel vorgenommen, um das Jubiläum des Schlösschens zu würdigen – unter anderem auch im Prinzessinnengarten und auf der Jesberger Burg, deren Gelände in diesem Jahr ebenfalls neu gestaltet wird. Angst vor den vielen Aufgaben hat niemand: „Wir sind ein Kulturverein“, sagt Susanne Battenberg, „Wir wollen in diesem Jahr viel auf die Beine stellen. .  Donnerstag, 16. Februar, 18 Uhr, Jahreshauptversammlung im Schlösschen. Ab 19.30 Uhr findet dort dann die Auftaktveranstaltung zur Veranstaltungsreihe „300 Jahre Prinz Maximilian in Jesberg“ mit verschiedenen Beiträgen statt. (Von Claudia Brandau)

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