INTERVIEW In Jesberg soll eine neue politische Fraktion gegündet werden

Bürgerliste soll ins Parlament einziehen

Das Foto zeigt die Gemeinde Jesberg mit dem Schlossberg darüber im Herbst, im Tal liegt leichter Nebel.
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Am Donnerstag geht es in der Kellerwaldhalle um die Neugründung einer Bürgerliste.

Ins Jesberger Parlament könnte nach der Kommunalwahl im Frühjahr eine neue Fraktion einziehen: Ortsvorsteher Lothar Klitsch lädt zur Gründung einer Bürgerliste ein. Das Treffen findet am Donnerstag, 19. November, ab 19 Uhr in der Kellerwaldhalle statt.

Warum wollen Sie gerade jetzt eine Bürgerliste gründen?

Weil in Jesberg demnächst wichtige politische Entscheidungen anstehen. Die Grundsteuern werden neu festgelegt und die neu zu gründende Bürgerliste will verhindern, dass sie erhöht werden. Außerdem müssen in Jesberg dringend Arbeitsplätze geschaffen und der Tourismus nach vorne gebracht werden. Auch die Gastronomie und das Freibad wollen wir fördern.

Das jetzige Parlament hat all das doch auch auf dem Schirm, oder? Warum braucht Jesberg neben SPD/CDU/Grünen eine weitere Fraktion?

Weil das jetzige Parlament eine heimliche große Koalition bildet und damit für innovativen Stillstand steht. Von visionären Ansätzen und Ideen ist da nichts zu spüren. Beispiel: Überall wird gebaut wie verrückt, nur in Jesberg nicht. Das muss doch Gründe haben!

Welche können das sein?

Uns sind in den vergangenen Jahren viele Arbeitsplätze verloren gegangen – und die Leute ihren Jobs hinterhergezogen. Das liegt wohl auch daran, dass in Jesberg kein adäquates Gewerbegebiet ausgewiesen wurde, in dem Arbeitsplätze hätten entstehen können. Aber wir sind irgendwann auch Anlieger der A 49, könnten gemeinsam mit Neuental etwas bewegen.

Oberste Priorität hat ...

... die Aufgabe, den kontinuierlichen Wegzug zu stoppen. Jesberg hat einmal über 3000 Einwohner gezählt, jetzt sind es nur noch um die 2200.

Wie wollen Sie das erreichen?

Meiner Initiative ist es zu verdanken, dass im Februar der Bau des Radwegs von Jesberg nach Bad Zwesten beginnt. Das zeigt, dass man etwas erreichen kann, wenn man nur will. Und genau das wollen wir: Wir sind die Macher, wollen definitiv etwas tun und nicht nur politische Sprechblasen bilden.

Treten Sie denn selbst als Kandidat an?

Nein, ich habe keine persönlichen Ambitionen, bin auch nicht Mitglied in einer Partei. Ich lade nur als Initiator und Ortsvorsteher zu dieser Veranstaltung ein. Ich hoffe auf viele dynamische junge Leute, die sich für Jesberg einsetzen wollen.

Sie sagen, dass die neue Fraktion die Gastronomie beleben soll. Ist das eine politische Aufgabe?

Natürlich ist das schwer für die Politik, sie kann da nur fördernd eingreifen. Aber früher hatten wir zwei Lokale in der Ortsmitte, jetzt hat alles zu. Da muss man nach Förderprogramm wie Leaderprojekten oder ähnlichem schauen. Auf jeden Fall muss man eines: aufhören zu schwätzen und machen. (Claudia Brandau)

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