Veranstalter hat alles abgesagt

Musikreihe ist Geschichte: Aus für Jesberger Burgkonzerte

Hatte bereits viele Liegestühle für die nächsten Konzerte an der Burg gekauft: Jürgen Gräf hat aber nun nach Streit mit der Gemeinde alle Auftritte abgesagt.
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Hatte bereits viele Liegestühle für die nächsten Konzerte an der Burg gekauft: Jürgen Gräf hat aber nun nach Streit mit der Gemeinde alle Auftritte abgesagt.

Die Jesberger Burgkonzerte gibt es nicht mehr. Veranstalter Jürgen Gräf zieht einen Schlussstrich unter die Veranstaltungsreihe, die er im vergangenen Jahr gestartet hatte.

Grund dafür ist aber nicht die Coronapandemie, sondern ein Streit mit der Gemeinde. Die habe ihm schriftlich mitgeteilt, dass sie das Gelände an der Burg vor August nicht für Veranstaltungen vermieten wird.

Jürgen Gräf kann das nicht nachvollziehen. Im Vorfeld dieser Information habe es vor Kurzem noch ein „richtig gutes“ Gespräch mit Bürgermeister Heiko Manz gegeben. Der habe ihm da sogar noch in Aussicht gestellt, einen Geräteschuppen an der Burg aufzustellen, damit die für Konzerte benötigten Materialien und Gerätschaften gleich an Ort und Stelle gelagert werden könnten.

Also schaffte Gräf 30 Liegestühle und etliche Bierzeltgarnituren an. Die Liegestühle sollten das Abstandhalten zwischen den Besuchern erleichtern, an den Bierzeltgarnituren sollten immer nur je zwei Haushalte sitzen, so das Hygienekonzept des Veranstalters.

Er habe gerne akzeptiert, dass ein für Ende Mai geplantes Konzert auf Mitte September verschoben worden sei. Doch die anderen Konzerte, so sagt Gräf, habe er trotz Coronaregeln für möglich und realistisch gehalten. So auch der für Samstag, 4. Juli, geplante Auftritt von Liedermacherin Marion Seibert und den Rock’n’ Rollern „The Honkytones“.

Doch dieses Vorgespräch im Rathaus sei „ganz schnell Makulatur“ gewesen. Denn in der vorigen Woche habe er den Brief des Gemeindevorstandes erhalten, in dem ihm mitgeteilt worden sei, dass die Gemeinde bis September alle Veranstaltungen abgesagt habe. Als Reaktion darauf hat nun Jürgen Gräf alle Konzerte abgesagt, selbst die, die für 2021 geplant waren. Die Burgkonzerte sind für ihn Geschichte.

„Eine solche gestückelte Information kann ich nicht verstehen“, sagt Gräf, der nun alle Verträge mit Bands, Caterern, Zulieferern gekündigt hat. Leid tue es ihm vor allem für die Musiker: „Die Bands waren doch um jeden Auftritt froh“, sagt Gräf. Er kann sich nicht vorstellen, noch einmal mit der Gemeinde zu sprechen. Er sei mit ein paar Tausend Euro in Vorleistung gegangen, habe viel Planungsarbeit geleistet – und das alles für umsonst.

Bürgermeister Manz kann die Absage nicht nachvollziehen

Bürgermeister Heiko Manz kann die Reaktion von Jürgen Gräf nicht nachvollziehen: Nach einem guten Gespräch im Rathaus habe Gräf die Konzerte urplötzlich abgesagt. Grund sei wohl die Tatsache, dass Gräf den Bürgermeister an einem Freitag angerufen und die sofortige Zusage für die nächsten Konzerte verlangt habe, denn es stünden Verhandlungen mit dem Caterer an. Ein sofortiges Okay sei aber in dieser Situation gar nicht möglich gewesen. 

Denn die Gemeinde Jesberg hatte bereits zu Beginn der Coronakrise alle Veranstaltungen bis Ende August abgesagt, darunter unter anderem auch die Kirmes in Elnrode/Strang und ein großes Motorradtreffen. Es handele sich damit um einen Grundsatzbeschluss – und keinesfalls um einen, der sich gegen Gräf persönlich richte. „Ich kann aber in solch ungewissen Zeiten nicht im Juni aus dem Stegreif über ein Konzert im August entscheiden – noch dazu ohne Rücksprache mit den Gremien“, sagt Manz. Die Gemeinde habe die Konzerte stets als Bereicherung für die Kellerwaldgemeinde gesehen und Gräf auch bereits Werbung auf der Internet- und Facebookseite der Gemeinde und auch andere Unterstützung zugesagt. Die Reaktion von Gräf sei deshalb völlig überraschend, bedauert Manz

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