Ohne Kontrolle geht nichts

Regierungspräsidium schließt Sammelplatz

Von wegen, dass die Leute nur Baum- und Strauchschnitte ablagern: Auf der oberhalb von Hundshausen gelegenen Grünabfallsammelstelle kam es immer wieder zu wilden Entsorgungen. Das Regierungspräsidium Kassel hat sich den Platz angeschaut – und mit sofortiger Wirkung geschlossen. Marga Aubel vom Bauamt und Karlheinz Diehl vom Bauhof stehen vor den letzten Ästen, die noch geschreddert und entsorgt werden müssen. Foto:  Brandau

Jesberg. Die Gemeinde Jesberg ist zurzeit um eine Grünabfallsammelstelle ärmer:

Wegen unerlaubter Ablagerungen wurde die Anlage in Hundshausen vom Regierungspräsidium geschlossen.

Bislang wurden auf dem Gemeindeplatz vor allem Baum- und Strauchschnitte gelagert und dann vom Maschinenring Schwalm-Eder zerkleinert und abgefahren. Die Menge des Mülls aber, der dort überhaupt nicht hingehörte, nahm zu: Auf der weitab gelegenen Sammelstelle entledigten sich viele Menschen ihrer Fliesenreste, Bauschutts, Metallteile und Betonpfosten. Das war ohne weiteres möglich, denn am weitläufigen und einsam gelegenen Gelände gab es weder Zaun noch Kontrolle.

Das ganze System basierte auf dem Prinzip Vertrauen - das aber nun durch all den illegalen Müll nicht mehr trägt. Das Gelände sei in Hinsicht auf den Naturschutz sensibel, sagt Bürgermeister Günter Schlemmer: „Wir können nicht zulassen, dass dort ein wilder Müllplatz entsteht.“

Gemeinde kämpft für Erhalt 

Das sieht auch das RP Kassel so: Es schloss nach dem jüngsten Besuch die Anlage und versah sie mit vielen Auflagen. Wenn der Lagerplatz weiterhin genutzt werden soll, muss er überwacht, eingefriedet und mit festen Öffnungszeiten versehen werden.

Damit soll eine Kontrolle übers angelieferte Gut erreicht werden. Nachdem die neue Bioabfallverordnung in Kraft getreten ist, muss der Grünabfall genau sortiert werden (HNA berichtete). Es gibt aber Hoffnung, dass die Gemeinde ihr Angebot in Hundshausen weiter führen darf: Das Bauamt hat eine Genehmigung in Aussicht gestellt, wenn die Gemeinde den Flächennutzungsplan ändert. Das soll in der nächsten Parlamentssitzung geschehen. „Wir wollen auf jeden Fall ein bürgernahes System erhalten, das ist unser Ziel,“ sagt Schlemmer.

Er ist zuversichtlich, dass es gelingt, den Platz bald wieder in Betrieb zu nehmen, auch wenn noch viele Dinge zu erledigen seien: Es muss eine Schranke errichtet und feste Annahmezeiten eingeführt werden, denn der angelieferte Grünabfall wird dann auch immer kontrolliert. All das kostet Geld. „Wir müssen über dann auch über eine Entsorgungsgebühr nachdenken.“

Doch all das sei notwendig: Denn ohne jegliche Kontrolle, das sei die Lehre aus der Vergangenheit, gehe in Sachen Grünabfall in Hundshausen nichts mehr, sagt Günter Schlemmer.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.