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Razzia wegen gefälschter Kennzeichen: Polizei durchsucht Häuser in Jesberg und Neuental 

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Von: Cora Zinn

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Polizeistreife
Polizei durchsucht Häuser in Jesberg und Neuental. © Patrick Seeger

Razzia in Jesberg, Neuental und Bad Wildungen: Die Polizei ist gegen Betrüger vorgegangen. Die Ermittlungen dauern weiterhin an.

Jesberg/Neuental – Drei Tatverdächtige werden der Fälschung von Autokennzeichen, Hauptuntersuchung-Plaketten (HU-Plaketten) und Impfpässen beschuldigt.

Am Donnerstagmorgen gegen 5 Uhr habe man Wohnhäuser in Jesberg, Neuental und Bad Wildungen durchsucht, teilten die Staatsanwaltschaft Kassel und die Polizeidirektion Schwalm-Eder in einer gemeinsamen Pressemitteilung mit. Wie viele Häuser die Polizei durchsuchte, dazu machte Dr. Stephan Schwirzer, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Kassel, auf HNA-Anfrage keine Aussage. Nur so viel: Im Kreis Waldeck-Frankenberg wurde ein Geschäftshaus durchsucht.

Die drei verdächtigen Männer kommen aus dem Schwalm-Eder-Kreis. Sie sind nach Angaben der Polizei 51, 52 und 63 Jahre alt. Sie sollen zum einen die HU-Plaketten und die Autokennzeichen gefälscht haben, zum anderen steht einer der Tatverdächtigen in Verdacht, mehrmals ohne Führerschein Auto gefahren zu sein, und zusätzlich wird er des Einbruchs beschuldigt.

Verdächtige haben falsche Kennzeichen verkauft

Die Verdächtigen sollen die Plaketten sowie Zulassungsstempel mit den dazu gehörigen Kennzeichenschildern nicht nur gefälscht, sondern auch verkauft haben. Und das im großen Stil: „Die Verdächtigen beabsichtigten Gewinnerzielung, da sie die HU-Plaketten und Kennzeichen gewerbsmäßig veräußert haben“, sagt Schwirzer.

Dabei sollen sie auch Kontakte zu einer in Spanien wohnhaften, bislang unbekannten Person genutzt haben. Des Weiteren sollen die Tatverdächtigen Impfausweise gefälscht haben. Laut Pressemitteilung waren mehrere Spezialkräfte bei den Durchsuchungen im Einsatz. Die Einsatzkräfte hatten Erfolg: Alle drei Tatverdächtigen hielten sich zur Zeit der Durchsuchung in ihren Wohnungen auf. Sie wurden vorläufig festgenommen.

Nach den Befragungen wurden die drei Tatverdächtigen aus dem Schwalm-Eder-Kreis wieder frei gelassen.

Laut Angaben der Polizei konnten die Einsatzkräfte umfangreiche Beweise während der Durchsuchung sicherstellen. Diese würden nun geprüft, die Ermittlungen dauern an. Seit mehreren Monaten ermittelte die Polizei schon in diesem Fall, so Schwirzer.

„Eine Urkundenfälschung kann zwischen sechs Monaten und zehn Jahren Freiheitsstrafe bedeuten“, erläutert der Staatsanwalt.

Schon eine Festnahme von Betrügern

Die Kripo fasste bereits im Dezember 2021 Impfpass-Betrüger aus dem Schwalm-Eder-Kreis. Damals wurden zwei Frauen und ein Mann im Alter zwischen 21 und 35 Jahren wegen eines gefälschten Corona-Impfpasses festgenommen. Die Polizei stellte die Fälschungen sicher. Die Tatverdächtigen kamen wieder frei. Die Ermittlungen kamen erst ins Rollen, nachdem sich eine Homberger Apotheke bei der Polizei gemeldet hatte: Der Stempel kam den Mitarbeitern ungewöhnlich vor.

(Cora Zinn)

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