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Sie machen Urlaub an der Costa Gilsa: Jesberger Campingplatz feiert das Jubiläum 50 plus 2 Jahre

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Von: Claudia Brandau

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Sie gestalten das Leben auf dem Campingplatz aktiv mit: Ulrike und Kurt Müller sind seit 35 Jahren Dauercamper – und lassen auf ihrer Parzelle keinen Zweifel daran, wo sie herkommen und hinter welcher Mannschaft sie stehen.
Sie gestalten das Leben auf dem Campingplatz aktiv mit: Ulrike und Kurt Müller sind seit 35 Jahren Dauercamper – und lassen auf ihrer Parzelle keinen Zweifel daran, wo sie herkommen und hinter welcher Mannschaft sie stehen. © Brandau, Claudia

Der Campingplatz an der Kellerwaldhalle ist seit 52 Jahren wie ein sechster Jesberger Ortsteil. Jetzt feiern Camper und Gemeinde das Jubiläum 50 plus 2 Jahre.

Jesberg – Wenn die Jesberger Camper früher ihr Sommerfest feierten, orderten sie 34 Kilo Fisch beim Händler ihres Vertrauens. Heute rechnen sie mit einer deutlich größeren Besucherschar, die es zu verköstigen gilt: Beim Fest am Wochenende können die Gäste sage und schreibe eine halbe Tonne Fisch verputzen – und dabei den 52. Geburtstag des Platzes feiern.

Die große Party spiegelt die große Euphorie wider, die dort herrscht: Die Stimmung ist rundum prima, der Teamgeist groß, das Areal schön. „So gut wie jetzt lief es hier noch nie“, ist sich Helmut Iwanowski aus Gemünden sicher. Der 70-Jährige ist seit 34 Jahren Dauercamper in Jesberg, gehört längst zum Team der ehrenamtlichen Platzwarte. „Helmut ist hier der Ortsvorsteher,“ lacht Kurt Müller aus Dortmund, selbst Camper und Ansprechpartner in Personalunion.

50 Jahre Campingplatz an der Kellerwaldhalle: 170 Dauer- und etliche Zeltstellplätze

Günter Zülch, Erhard Pretz, Günter Pawlinky und Ulrike Müller bilden mit Helmut Iwanowski und Kurt Müller das Team, das Anreisende empfängt, Urlauber mit Infos versorgt, Rasen mäht, Kinder bespaßt und generell den Laden schmeißt.

Die urigste Hütte in ganz Jesberg steht am Eingang des Campingplatzes: von links Helmut Iwanoski, Matthias Wolf und Christoph Wehrum von der VR Bank Schmalkalden-Bad Salzungen, Bauhofchef Jürgen Lau, Kurt Müller, Bürgermeister Heiko Manz und Mitarbeiterin Alicia Diehl.
Die urigste Hütte in ganz Jesberg steht am Eingang des Campingplatzes: von links Helmut Iwanoski, Matthias Wolf und Christoph Wehrum von der VR Bank Schmalkalden-Bad Salzungen, Bauhofchef Jürgen Lau, Kurt Müller, Bürgermeister Heiko Manz und Mitarbeiterin Alicia Diehl. © Claudia Brandau

Und dieser „Laden“ ist groß. Der Jesberger Campingplatz befindet sich auf einer drei Hektar großen Fläche, weist 170 Dauer- und etliche Zeltstellplätze auf. „Das Besondere an diesem Platz ist, dass die Camper vieles selbst in Eigenregie wuppen“, sagt Jesbergs Bürgermeister Heiko Manz und verweist auf die neue Außenspüle am Sanitärgebäude. Helmut Iwanowski, der schon als Steinbildhauer am Kölner Dom arbeitete, hat sie gebaut. „Und dann haben die Leute gemeckert und gesagt: ‘Mann, da fehlt doch ein Dach, sonst spülen wir doch im Regen‘“, sagt Iwanowski. „Und dann haben wir eben noch mal schnell ein Dach drüber gebaut.“

Eine solch kreative Truppe ist für die Gemeinde Jesberg ein Segen. Der Bauhof unter Leitung von Jürgen Lau packt immer gerne mit an, hilft, wo er kann – aber so viel Eigeninitiative, wie sie innerhalb des Campingplatzteams herrsche, das sei nun doch bemerkenswert, sagt Manz.

Jesberg: Campingplatz liegt direkt an der Gilsa

Badestelle: Günni Pawlinsky hat mit und für den Nachwuchs ein Wehr und Platz für Wasserspiele geschaffen.
Badestelle: Günni Pawlinsky hat mit und für den Nachwuchs ein Wehr und Platz für Wasserspiele geschaffen. © Brandau, Claudia

Bemerkenswert ist für viele Camper aber auch die Lage des Platzes direkt an der Gilsa. Günni Pawlinsky hat mit und für den Campernachwuchs etliche Badestellen am Bach eingerichtet und ein Wehr gebaut. Ein echtes Kinderparadies. Noch dazu befindet sich das Freibad genau nebenan, genau wie Sport- und Tennisplatz und Kellerwaldhalle. „Früher haben viele übers wackelige Wlan gemeckert, heute vermisst hier kein Mensch mehr schnelles Internet“, sagt Erhard Pretz.

Und genau da liege der Erfolg des Platzes begründet: „Alle suchen doch einen Ort, an dem man die Beine hochlegen und den Stresspegel runterfahren kann“, sagt Pretz. An der „Costa Gilsa“ kann man das: „99 Prozent der neuen Gäste verschlafen hier am ersten Morgen – die Leute können gar nicht glauben, dass es so ruhig auf der Welt sein kann“, sagt Helmut Iwanowski.

Das Festprogramm

Das Jubiläumsfest zum 52. Geburtstag des Jesberger Campingplatzes dauert drei Tage und bietet viel Programm für alle Camper und Besucher:
- Freitag, 29. Juli: Ab 18 Uhr lodert die Grillkohle fürs mexikanische Grillfest.
- Samstag, 30. Juli: Ab 15 Uhr Kinderfest mit Wasserspielen für alle, die Abkühlung brauchen,
ab 17 Uhr gibt es Fisch aus Holland und Gegrilltes, um 22 Uhr Wahl der Miss Campingplatz im Festzelt.
- Sonntag, 31. Juli: 11 Uhr Gottesdienst im Festzelt, 12 Uhr Frühschoppen und Fisch aus Holland. Der Eintritt ist frei.

Kurt und Ulrike Müller wissen die Stille längst zu schätzen. „Wir fühlen uns hier rundum gut aufgehoben“, sagt die Dortmunderin. Daran ändert auch das verlockende Angebot von Freunden nichts, die ein Haus in Spanien besitzen und das den Müllers immer wieder als Feriendomizil anbieten. „Aber mal ganz ehrlich: Was ist schon die Costa Blanca gegen die Costa Gilsa?, fragen Müllers und lachen. Von Jesberg nach Spanien – für die Müllers eine absurde Idee. (Claudia Brandau)

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