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Sie wollen dem Brandopfer helfen: Zumba und Benefizkonzert in Niederurff

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Von: Claudia Brandau

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Zeigen sich solidarisch: von links Nicole Viehmann, Sandra Siebert und Yvonne Winter veranstalten einen Zumbaabend und ein Konzert in Niederurff.
Zeigen sich solidarisch: von links Nicole Viehmann, Sandra Siebert und Yvonne Winter veranstalten einen Zumbaabend und ein Konzert in Niederurff. © Winter

Da haben Yvonne Winter und Nicole Viehmann nicht lange überlegen müssen: Die Zumbatrainerinnen aus Singlis planen eine ungewöhnliche Hilfsaktion für das Brandopfer.

Jesberg/Niederurff/Borken - Das Wohnhaus des Jesbergers war Mitte November bis aufs Fundament abgebrannt. Dabei hatte der Bewohner sein komplettes Hab und Gut verloren (HNA berichtete).

Yvonne Winter und Nicole Viehmann wollen ihn unterstützen – gerade in der Vorweihnachtszeit: „Jemandem zu helfen, der nichts mehr hat, der ganz allein in der dunklen Adventszeit steht – das ist unsere Motivation. Es blutet einem doch das Herz, wenn man weiß, dass er alleine ist und keine Bleibe hat,“ sagt Yvonne Winter.

Veranstalterinnen setzen auf Großzügigkeit und Nächstenliebe

Und so entwickelten die Frauen zusammen mit Sandra Siebert aus Bad Zwesten die Idee, einen Spendenabend voller Musik und Bewegung zugunsten des Mannes zu planen: Am Samstag, 3. Dezember, bieten Winter und Viehmann ab 18.30 Uhr einen Zumbaabend im DGH Niederurff an, der in ein Benefizkonzert der Band „Next Chapter“ mündet, deren Sängerin Sandra Siebert ist.

Der Eintritt zum rockigen Abend ist kostenfrei: Die Veranstalterinnen setzen auf die Großzügigkeit und Nächstenliebe der Besucher: Jeder Cent komme dem Jesberger zugute, der nun ohne jeglichen Besitz dastehe, betont Yvonne Winter.

Der Jesberger konnte nur noch sein Auto retten

Jesbergs Bürgermeister Heiko Manz freut sich über die Idee: „Das ist bislang die größte Hilfsaktion außerhalb unserer Gemeinde“, sagt Manz. Bereits am Tag nach dem Brand waren über 200 Jesberger spontan zusammen gekommen, um dem 70-Jährigen, der beim Brand alles verloren hatte, Geld und Hilfe anzubieten.

Der Mann hatte am 12. November im Erdgeschoss den Fernseher laufen, als die Nachbarn Alarm gaben: Zu dem Zeitpunkt, als der Bewohner noch völlig ahnungslos im Fernsehsessel saß, brannte das Dachgeschoss bereits lichterloh. Das Einzige, was der 70-Jährige noch habe retten können, sei sein Auto gewesen, das auf dem Hof stand. Das habe er nach Zuruf eines Nachbarn noch in letzter Sekunde aus der Gefahrenzone fahren können. Alles andere verbrannte hinter ihm im Haus.

Es war beim Brand nicht mehr zu retten: Das Jesberger Wohnhaus brannt komplett ab.
Es war beim Brand nicht mehr zu retten: Das Jesberger Wohnhaus brannte komplett ab. © Feuerwehr Jesberg

Die gute Nachricht: Es gab eine Gebäudeversicherung, so Heiko Manz, aber keine Hausratversicherung. „Das Inventar fällt nicht in die Police – für dessen Neukauf wollen wir Spenden nutzen.“ Bereits beim Laternenumzug in Gilsa hatten die Teilnehmer gesammelt, jetzt soll der Spendentopf weiter gefüllt werden. Ist ein Wiederaufbau des Hauses möglich? „Fraglich“, sagt Heiko Manz und verweist auf fehlendes Geld. Zurzeit ist der 70-Jährige auf einem Jesberger Hof untergebracht, die Gemeinde hilft ihm neue Ausweise, Papiere zu erhalten. Beim Benefizkonzert ist jeder willkommen: Solidarität ist gefragt.

Spendenabend: Samstag, 3. Dezember, Zumba, ab 18.30 Uhr im DGH Niederurff. Ab 20 Uhr Konzert von Next Chapter. Eintritt frei, Spenden sind willkommen. (Claudia Brandau)

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