1. Startseite
  2. Lokales
  3. Fritzlar-Homberg
  4. Jesberg

Straßensanierung in Jesberg und Neuental: Umwege für Autofahrer werden kürzer

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Claudia Brandau

Kommentare

Eine echte Buckelpiste: Die Straße von Hundshausen nach Jesberg soll ab Mai erneuert werden. Allerdings fällt die Umleitung deutlich kürzer aus als gedacht, denn die Ortsdurchfahrt Gilsa wird nicht wie geplant gleichzeitig, sondern erst zu Beginn der Sommerferien saniert.
Eine echte Buckelpiste: Die Straße von Hundshausen nach Jesberg soll ab Mai erneuert werden. Allerdings fällt die Umleitung deutlich kürzer aus als gedacht, denn die Ortsdurchfahrt Gilsa wird nicht wie geplant gleichzeitig, sondern erst zu Beginn der Sommerferien saniert. © Claudia Brandau

Es gibt richtig gute Nachrichten für viele Menschen in Neuental und Jesberg: Die schier endlos langen Umleitungen, die wegen zwei parallel geplanter Straßensanierungen für Hundshäuser und Gilsaer anstanden, fallen kürzer aus als geplant. Grund: Hessen Mobil hat die beiden Arbeiten zeitlich entzerrt.

Jesberg / Neuental – Genauso hatten es sich die Jesberger Gemeindevertreter vor vier Wochen gewünscht: Hessen Mobil saniert wie geplant von Mai bis September die Landesstraße von Jesberg nach Hundshausen. Die für denselben Zeitraum geplante Erneuerung der Ortsdurchfahrt Bischhausen-Gilsa wird verschoben: Sie startet erst mit dem Beginn der Sommerferien, also Ende Juli. „Wenn alles richtig gut läuft, könnten die Arbeiten vielleicht sogar bis Ende der Ferien abgeschlossen sein“, macht Neuentals Bürgermeister Dr. Philipp Rottwilm allen Mut, die halb hilflos, halb ratlos auf die beiden Baustellen sahen, die die Menschen in Gilsa und Hundshausen vom Rest der Welt nicht abgeschnitten hätten, aber doch auf lange Umwege geschickt hätten.

„Das ist eine sehr elegante Lösung: Die neue Regelung soll Druck aus dem Kessel und der Umleitung nehmen“, sagt Rottwilm. Für die Menschen in Hundshausen und Elnrode/Strang bedeutet das, dass sie von Mai bis Ende Juli über Schlierbach/Gilsa nach Jesberg fahren können. Das ist zwar deutlich weiter als die normale Verbindung, aber besser als die 30 Kilometer lange vorgesehene Umleitung über Schwalmstadt und Gilserberg.

Schulbusverkehr

Der Schulbusverkehr ist sicher gestellt. Es werde es zu geänderten Abfahrts- und Ankunftszeiten kommen, erklärt Jesbergs Bürgermeister Heiko Manz, doch stehe der Baustellenfahrplan fest. „Der Nahverkehr Schwalm-Eder (NSE) versucht wirklich alles, damit es gut klappt“, lobt Rottwilm.

Kindergartenverkehr

Die Firma Regiomobil aus Jesberg stellt für die Dauer der Baustelle einen Neunsitzer zur Verfügung: Dieser Kitabus soll das Elterntaxi ersetzen und eine umweltfreundliche Lösung für viele Familien während der Bauzeit darstellen. Dieser Bus hat die Ausnahmeregelung, dass er von Hundshausen nach Jesberg durch den Wald fahren darf. Nachahmen ist nicht ratsam: Hessen Mobil werde die Strecke kontrollieren, kündigt Manz an. Sie soll keine wilde Umleitung werden, die Gemeinde sei Hessen Forst dankbar für die Lösung. Manz’ Hoffnung: Dass am Ende der Straßensanierung das Thema Carsharing und Shuttledienst noch mehr wertgeschätzt und nachgeahmt werden, die Zahl der Einzelfahrten deutlich abnimmt.

Baustelle Gilsa

Bürgermeister Rottwilm wirbt um Verständnis für die zeitlich und räumlich gesehen lange Baustelle, die in Bischhausen und Gilsa ansteht: Dort sollen die Ortsdurchfahrten ab Ende Juli und nicht wie vorgesehen ab Mitte Mai erneuert werden. Und das auch in einem anderen Paket als gedacht: Hessen Mobil entzerrt das Projekt in zwei Bauabschnitte. Der erste führt vom Gasthaus Lingemann in Bischhausen bis auf Höhe von K & T Landtechnik, mit neuen Kanälen, Wasserleitungen und Gehwegen versehen.

Das bedeutet, dass der Gilsaer Verkehr in dieser Zeit problemlos in Richtung Jesberg und Schule abfließen kann, den Bischhäusern der Umweg über Niederurff offen steht. Die Kreuzung am Ortseingang Richtung Autobahn bleibt davon unberührt. Im zweiten Abschnitt wird die Strecke von Gilsa in Richtung Reptich erneuert und mit Leitungen versorgt. Auch die privaten Wasseranschlüsse werden in diesen Abschnitten erneuert. Den Anliegern aber sei zugesagt, dass sie mit pragmatischen Lösungen weiter ihre Grundstücke erreichen. Auch im zweiten Bauabschnitt steht die Strecke über Bischhausen und Niederurff oder über die A 49 offen. Auch und gerade für den Schülerverkehr, der aber während der Bauzeit in den Ferien gar nicht anfällt.

Umwege

Bürgermeister Rottwilm macht deutlich, dass weder die Gemeinde Jesberg noch die Verwaltung in Neuental wilde Umleitungen und Abkürzungen akzeptieren werden. Als vor Kurzem eine Brücke zwischen Zimmersrode und Nassenerfurth erneuert wurde, hätten viele Autofahrer Abkürzungen durch Feld und Flur genutzt und dabei einen Wirtschaftsweg, den die Gemeinde kurz zuvor zusammen mit den Jagdgenossen saniert hatte. „Solche Umleitungen werden wir mit den Ordnungsämtern unterbinden“, sagt Rottwilm. „Am Ende müssen wir sonst Steuergeld in die Hand nehmen, um die Wege für den landwirtschaftlichen Verkehr wieder in Ordnung zu bringen.“

Verständnis

Die Bürgermeister werben bei allen betroffenen Anliegern und Autofahrern um Verständnis. „Wir sind sehr froh, dass das Land erkannt hat, dass die Straßen bei Gilsa und Hundshausen seit Jahren echte Buckelpisten sind und sie sanieren will“, sagt Rottwilm. Die Anlieger koste das alles kein Geld – nur über die Dauer von einigen Wochen starke Nerven. „Es soll keine Endlosbaustelle werden.“ Der Zeitplan sei zwar knackig, aber mit etwa Glück zu schaffen. (Claudia Brandau)

Auch interessant

Kommentare