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Kein Gewerbe auf Verdacht: Jesberger lehnten Antrag auf neue Flächen an der B 3 ab

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Von: Claudia Brandau

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Die B3 zieht sich wie eine Schnur durch den Ort: Ob sie hilfreich bei der Neuansiedlung von Firmen sei, wurde im Parlament diskutiert.
Die B3 zieht sich wie eine Schnur durch den Ort: Ob sie hilfreich bei der Neuansiedlung von Firmen sei, wurde im Parlament diskutiert. © Claudia Brandau

Das Jesberger Parlament hat den Antrag des Gemeindevertreters Lothar Klitsch (Bürgerliste), zur Erstellung eines Konzepts für ein neues Gewerbegebiet abgelehnt.

Jesberg – Das Jesberger Parlament hat den Antrag des Gemeindevertreters Lothar Klitsch (Bürgerliste), zur Erstellung eines Konzepts für ein neues Gewerbegebiet abgelehnt und durch einen gemeinsamen Antrag ersetzt.

Kitsch hatte angesichts sinkender Einwohnerzahlen in der Kellerwaldgemeinde vorgeschlagen, die „Ressource B 3“ zu nutzen, um Gewerbeflächen zu füllen, und damit attraktive Arbeitsplätze entstehen zulassen. Gewerbeflächen würden im Landkreis stark nachgefragt, neue Unternehmen würden dafür sorgen, dass die Einwohnerzahlen wieder steigen würden.

Gewerbegebiet des Zweckverbands Schwalm-Eder-West

Die B 3 sei tatsächlich ein Pfund, konterte Torsten Kupetz von der CDU. Doch sei längst offensichtlich, dass Gewerbeansiedlungen an den Autobahnab- und auffahrten erfolgten, Neuental und Knüllwald seien die besten Beispiele. Zurzeit werde das Gewerbegebiet des Zweckverbands Schwalm-Eder-West bei Neuental-Bischhausen für die Ansiedlung von Unternehmen forciert: Ein solcher Zusammenschluss sei ökologisch und effektiv, so Kupetz, er weise eine ganz andere DNA als ein „klein-klein Gebiet“ auf.

Es sei also nicht zielführend für die Gemeinde, finanziell in Vorleistung zu gehen, indem man „auf Verdacht“ Grundstücke erwerbe und erschließe. Die Diskussion ums Gebiet in Bischhausen dauere aber schon ewig, so Klitsch: „Ich würde die Ansiedlung in Neuental nicht behindern, aber dort tut sich nichts“, so Klitsch. Die B 3 sei lang, biete genügend Fläche, um Betriebe nach Jesberg zu locken.

Kein Gewerbegebiet auf Verdacht 

Ohne Bewerber und konkrete Vorhaben mit einem Millionenaufwand ein Gewerbegebiet auf der grünen Wiese zu erschließen, sei unverantwortlich, sagte Heinz Stumpf (CDU). Zumal bei einer Arbeitslosenquote von 3,4 Prozent quasi Vollbeschäftigung herrsche, so Günther Noll (SPD): Der Fachkräftemangel stelle ein weiteres Hindernis dar.

Bei der Ausweisung und Erschließung von Gewerbegebieten handele es sich um ein hochkomplexes Verfahren, sagte Bürgermeister Heiko Manz: In Neuental entstehe an der A 49 eine große Gewerbefläche, es stünden bereits 25 000 Euro für Planungen bereit.

CDU, Grüne und SPD stellten einen gemeinsamen Änderungsantrag: Die Entwicklung von künftigen Gewerbeflächen soll anlassbezogen erfolgen. Bis auf Lothar Klitsch stimmten alle Gemeindevertreter dafür, der Ergänzungsantrag wurde mit 14:1 Stimmen angenommen, er ersetzte damit den Ursprungsantrag der Bürgerliste, über den nicht mehr abgestimmt wurde. (Claudia Brandau)

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