Raiffeisenbank Borken hat neue Führung 

Jetzt stehen wieder zwei Chefs an der Spitze

Der neue Vorstand: Michael Kühl, links, steht nun zusammen mit Christof Wehrum an der Spitze der Raiffeisenbank Borken Nordhessen. Foto: Claudia Brandau

Borken – Vom ersten Gespräch an stand für sie fest: „Wir liegen auf derselben Wellenlänge“, sind sich Michael Kühl und Christof Wehrum einig. Diese Wellenlänge brauchen die beiden Bankkaufmänner auch, denn sie arbeiten jetzt eng zusammen. Wehrum und Kühl stehen nun zusammen an der Spitze der Raiffeisenbank Borken Nordhessen. Michael Kühl folgt auf Jürgen Schneider, der im vorigen Jahr aus dem Vorstand ausschied.

 Aber auch wenn der 52-Jährige vor seiner Bewerbung erst einmal googeln musste, um herauszufinden, wo denn die Stadt Borken überhaupt liegt, ist er schon jetzt sicher, genau den richtigen Posten gefunden zu haben. Die Arbeit in einer „kleinen, überschaubaren Bank, in der man viel bewegen und gestalten kann“ bezeichnet Kühl als „spannende schöne Sache“.

Allerdings fehle dem Kollegen noch das genossenschaftliche Genmaterial, witzelt Vorstandskollege Christof Wehrum über den beruflichen Hintergrund neuen Kollegen: Der wechselte aus dem Sparkassenverband zur Raiffeisenbank.

Dass sich auch dort die Lage nicht besonders rosig darstellt, ist Kühl bewusst. „Die Branchensituation ist schwierig, da gibt es nicht zu verniedlichen: Niedrigzinsphase, Reglementierungen, Digitalisierung, verändertes Kundenverhalten – all das macht die Zeiten nicht leicht und die Großwetterlage nicht besser.“

Die Aufgabe des neuen Vorstandes sei es nun, die Raiffeisenbank Borken durch diese schwierigen Zeiten zu führen. „Unser Ziel ist es, dass unsere Bank weiter Bestand hat: Es soll uns auch künftig als Dienstleister für die Kunden geben“, sagt Wehrum.

Deshalb müsse die Raiffeisenbank wach sein, schauen, in welchen Bereichen sich Geld verdienen lasse. Dazu gehöre auch der Kauf oder Bau von Gebäuden – auch wenn der Immobilienbereich das klassische Bankengeschäft nur unterstützen, aber keinesfalls ersetzen könne. Mit dem rückläufigen Zinsergebnis werde es aber auch immer schwieriger zu arbeiten, sagt Michael Kühl.

Bislang erhebt die Raiffeisenbank keine Minuszinsen als Verwahrentgelt für Spareinlagen: „Unserer Generation wurde immer gesagt, dass sie sparen müsse – und jetzt wird sie dafür bestraft, indem sie Geld fürs Geldsparen zahlen“, sagt Wehrum. Selbst in der Phase der Niedrigzinsen steige die Bilanzsumme der Bank auf 13 Millionen Euro: „Die Kunden bringen uns auch bei Nullzinsen ihr Geld – sie sehen in der Bank immer noch den sicheren Hafen.“

Als den betrachtet sich die Raiffeisenbank auch selbst, eine Fusion mit einem anderen stehe nach wie vor nicht zur Debatte. Wehrum verweist auf seinen Satz, den er schon oft gesagt hat: „Eine Fusion ist möglich – aber nicht um jeden Preis.“ 

 Bank verlässt Gebäude in Zimmersrode 

Die Raiffeisenbank Borken Nordhessen hat ihre Kunden darüber informiert, dass sie noch im März das Gebäude in der Zimmersrode verlässt. Das soll zu einem Ärztehaus umgebaut werden. Die Kunden der Bank können vorerst kostenfrei Geld am Geldautomaten der Filiale der Kreissparkasse abheben. Die Raiffeisenbank denke über eine neue Form der Präsenz in Neuental dar, doch stehe es noch „in den Sternen“, wie sie aussehe, sagt Christof Wehrum.

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