Dreimal Glück aufeinmal

Joana Steinbach aus Hebel hat Drillinge zur Welt gebracht

Dreimal Glück auf einen Streich: Frieda, Lia-Sophie und Marlene mit den Eltern Joana Steinbach und Maro Deimel.
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Dreimal Glück auf einen Streich: Frieda, Lia-Sophie und Marlene mit den Eltern Joana Steinbach und Maro Deimel.

Wer einen Besuch bei frisch geborenen Drillingen macht, erwartet viel Geschrei. Eltern, die mit Wickeltuch und Fläschchen umherlaufen und nicht wissen, welches Kind sie zuerst hochnehmen, wickeln, füttern oder wiegen sollen.

Das ist bei Frieda, Lia-Sophie und Marlene nicht so. Friedlich schlafen die eineiigen Mädchen und kuscheln sich im Bettchen aneinander, so wie sie es die letzten Monate im Bauch von Mutter Joana Steinbach gewohnt waren.

Doch das ist nicht immer so, wenn auch überraschend oft, wie die 31-Jährige berichtet. Die Kinder seien ruhiger, als sie es sich vorgestellt habe. Eines der Bettchen steht mitten im Wohnzimmer und Besuch stört sie nicht. „Aber alle vier Stunden geht es rund“, sagte Vater Maro Deimel. Dann wachen sie auf und haben Hunger.

Die Kinder wurden am 1. Juli mit Kaiserschnitt im Kasseler Klinikum geboren. Eine drohende Schwangerschaftsvergiftung mit weiteren gesundheitlichen Problemen beendete das weitere Austragen der Kinder. So wurden sie in der 31. Schwangerschaftswoche als Frühchen geboren, bei Mehrlingsgeburten nichts Ungewöhnliches.

Mit 1670 Gramm (Lia-Sophie), 1740 Gramm (Marlene) und 1880 Gramm (Frieda), eigentlich ganz ordentlich. Mittlerweile bringt jedes der Babys ungefähr 2,5 Kilo auf die Waage. Bis vor zwei Wochen waren sie noch in der Frühgeborenenstation im Kasseler Klinikum untergebracht. Die Urgroßeltern der Babys, Elke und Konrad Malkus aus Mardorf, schauen jeden Tag vorbei, um die Süßen zu sehen und sind erstaunt, wie das funktioniert.

Ein Schreck war es für das Paar, als es bei der ersten Ultraschalluntersuchung in der frühen Schwangerschaft von seinem Glück erfuhr. Damit hatten sie nicht gerechnet. Eineiige Mehrlinge seien meistens ein Zufall, sei ihr erklärt worden, sagt Joana Steinbach. In ihren beiden Familien käme das nicht vor. „Da mussten wir erst einmal schlucken“, meint Vater Maro. Doch das Paar blieb ruhig und ging gelassen damit um.

Aber einfach sei die Situation wahrlich nicht. Die Babynahrung für Frühchen kostet doppelt so viel wie normale Babynahrung und man benötige alles dreimal. Der Buchhalter arbeitet im Sauerland und hat dort auch eine Wohnung. Die junge Frau ist Erzieherin und hatte gerade ein Studium in Sozialer Arbeit begonnen.

Paradox sei es, dass man bei Drillingen nur eine Aufstockung des Elterngeldes bekomme, sagt Joana Steinbach. Es gibt für ein Jahr Elterngeld, also 67 Prozent vom Nettolohn und dazu für jedes weitere Kind 300 Euro, also noch einmal 600 Euro monatlich zusätzlich. Die Elternzeit erhöhe sich zwar auf insgesamt acht Jahre, aber in den restlichen sieben Jahren bekomme man kein Geld mehr.

Wie eine berufliche Arbeit für sie mit drei Kindern dann aussehen soll, wisse sie derzeit nicht. Die Familie ist dennoch zuversichtlich, vor allem weil die Kleinen ja auch viel Freude bringen. Aber es sei eine große Herausforderung. Der Mütternotdienst wird demnächst eine Haushaltshilfe schicken, die Krankenkasse übernehme die Kosten.

Toll sei es gewesen, wie Freunde und Bekannte reagiert hätten. „Wir haben sehr viel Unterstützung erfahren und viele Geschenke bekommen.“ Eine Bekannte ihrer Mutter habe Windel- und Babykosthersteller angeschrieben und um Spenden gebeten. Eine ganze Wagenladung Windeln sei dabei zusammen gekommen.

Babykleidung wurde gespendet. Bis die Kinder Größe 80 tragen, sei davon alles da. Über das hessische Ehrenpatenprogramm für Mehrlingsgeburten bekämen sie noch einmal 3000 Euro über die Jahre verteilt bis die Kinder sechs Jahre alt sind. Gegen Corona geimpft ist die ganze Familie übrigens. Die Ärzte rieten ihr dazu, weil es sich um eine Risikoschwangerschaft handelte. So haben jetzt auch die Mädchen vermutlich schon einen Impfschutz, wie die Ärzte den Eltern mitteilten.

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