Jugendliche bauen Wohnwagen zum Treffpunkt um

Gemeinsam kreativ: Von links Franziska Ossinger, Sarah Wagner, Nadine Wagner, Erik Schröder, Fabian Friedrich, Yara Neubauer, Patrick Clobes, Oliver Geitz, Florian Rose und Tim Hilgenberg haben den Wohnwagen umgebaut. Foto: Heinz

Wenzigerode. Aus alt mach gemütlich, dachten sich wohl Tim Hilgenberg und andere Jugendliche aus Wenzigerode und Umgebung. Zusammen haben sie einen alten Wohnwagen umgebaut.

„Er stand im Gebüsch, wir haben ihn nur durch Zufall gefunden“, sagt Tim Hilgenberg und lacht. Was zunächst nach einem hoffnungslosen Fall aussah, entpuppte sich für die Jugendlichen in Wenzigerode und den umliegenden Orten als echter Glücksfall: In monatelanger Team-Arbeit haben sie einen alten Wohnwagen zum Treffpunkt für alle umgebaut.

Der Wohnwagen gehörte ursprünglich einem Nachbarn. Für eine symbolische Ablösung von 50 Euro konnten die Jugendlichen das alte Fahrzeug kaufen und machten sich direkt an die Arbeit. Ein Jahr lang waren alle beschäftigt, bauten eine Theke, Sitzecke, Kühlschrank und Ofen ein.

Bei der Finanzierung ihres Projektes half das ganze Dorf mit. Möglich macht das eine gesunde Gemeinschaft. „Wir sind in vielen Vereinen aktiv und auf dem Dorf hilft man sich sowieso gegenseitig. Bei uns im Wohnwagen ist jeder willkommen. Von sieben bis siebzig hatten wir schon alle Altersstufen hier“, sagt Fabian Friedrich. „Das ist ein Dorftreff für alle.“

„Bei uns im Wohnwagen ist jeder willkommen.“

Der Bauwagen, der den Jugendlichen zuvor als Quartier gedient hatte, war über die Jahre zu klein geworden. Ein Verkauf des Bauwagens machte einen Umzug möglich. „Im Gegensatz zum Bauwagen war der Wohnwagen dicht und schon isoliert, das war ein großer Pluspunkt“, sagt Tim Hil

Mit Festen und ähnlichen Aktionen, deren Erlös komplett in den Umbau floss, konnte zum Beispiel die Lackierung finanziert werden.

Für ihre Mühe wurden die Jugendlichen belohnt: Beim Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ haben die kreativen Bastler den Jugendpreis erhalten. Die 1000 Euro Preisgeld wurden direkt in einen eigenen Kühlschrank investiert. Jetzt ist die Ausstattung komplett und der Wohnwagen Anlaufpunkt für alle, die gerne in geselliger Runde zusammensitzen wollen. „Vor Kurzem haben wir hier auch nach einer Konfirmation gefeiert. Wir bekommen positives Feedback und jederzeit Hilfe von den Menschen aus dem Dorf“, sagt Tim Hilgenberg.

Der Wohnwagen ist zwar schon recht gemütlich, zufrieden sind die Jugendlichen aber noch nicht ganz. „Wir sind in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess“, sagt Tim Hilgenberg und lacht. „Wir wollen noch die Theke verkleiden, Pflanzen vor dem Wohnwagen setzen und müssen an der Elektrik noch ein bisschen arbeiten.“ Außerdem soll der Wohnwagen wieder fahrbar gemacht werden. „Wir wollen im nächsten Jahr zum Oldtimer-Treffen nach Gudensberg fahren“, sagt Hilgenberg. Bis dahin sei aber noch einiges zu tun.

Von Christine Heinz

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