Jugendwerkstatt entsteht in altem Ladenlokal

Neues Angebot für Jugendliche: Mach Werk öffnet in Homberg

Johannes Kramarek und Johannes Maiwald an der Tür der neuen Jugendwerkstatt in der Untergasse Homberg
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Öffnen die Türen für das Mach Werk: Johannes Kramarek und Johannes Maiwald richten mit weiteren Unterstützern die neue Jugendwerkstatt in der Homberger Untergasse ein.

Homberg – Teilnehmer des Summer Of Pioneers schaffen in Homberg ein neues Angebot für Jugendliche. In ihrem Projekt Mach Werk geht unter anderem darum, gebrauchten Dingen neues Leben einzuhauchen.

Es soll ein Café ohne Kaffee werden. Jedenfalls, wenn es nach Johannes Kramarek geht. Er will mit Anna Groos und Julian Schmelzle, ebenfalls Teilnehmer des Summer of Pioneers eine offene Jugendwerkstatt einrichten. Damit schaffen sie nicht nur einen neuen Anlaufpunkt in der Stadt. Es zieht auch wieder Leben in ein Geschäft in der Homberger Untergasse ein, das lange Jahre leer stand.

„Wir haben uns zum Start eine kleine Zielgruppe mit großem Bedarf ausgesucht“, sagt Kramarek über das Mach Werk, das Mitte November mit dem Projekt „Repair für Jugendliche“ an den Start gehen soll. Sie wollen konkret anpacken. Und zwar bei Jugendlichen mit Problemen. Jugendliche, die auf der Suche nach einem Job sind. Jugendliche die sonst durchs Raster fallen und so einen neuen Anlaufpunkt, einen Ort zum Netzwerken und Ausprobieren finden sollen.

Das Mach Werk in Homberg wird ein Ort zum Ausprobieren

Darum geht es im Mach Werk: ums Ausprobieren. Jugendliche zwischen zwölf und 18 Jahren können kommen, an alten Skateboards schrauben, ihr Fahrrad reparieren, Kissenbezüge nähen. Allem, was kaputt ist, soll neues Leben geschenkt werden. Angeleitet werden sie von Julian Schmelzle, der Erfahrung als Werkstattleiter eines Makerspace mitbringt.

Gleichzeitig aber soll das Mach Werk als Bühne für das Handwerk dienen. Denn das Repair Café ist nur ein Aspekt. Geplant sind außerdem Projekttage, Workshops, bei denen Handwerker ihre Arbeit vorstellen, gemeinsam mit Jugendlichen werkeln, ins Gespräch kommen, erklärt Johannes Maiwald von der Stadt, die den Laden anmietet und die Träger des Projekts ist. Dafür habe man sich ganz bewusst entschieden, sagt Maiwald. „Es soll nicht nur ein bestimmtes Klientel angesprochen werden.“ Im besten Fall steht am Ende eines Projekttages ein neuer Kontakt zwischen Handwerksunternehmen und potenziellen Auszubildenden. „Der Austausch soll so niederschwellig wie möglich stattfinden“, meint Kramarek.

Mach Werk in Homberg: Weitere Projekte in Planung

Doch die Werkstatt für Jugendliche ist nur der Beginn zahlreicher Projekte, die in dem ehemaligen Schuh Schott an der Untergasse einen Platz finden sollen. Neben Jugendwerkstatt und Projekttagen, soll das Mach Werk vormittags außerschulischer Lernort sein, sich nachmittags zur Bastelwerkstatt entwickeln. Schulen, die im Unterricht etwas veranschaulichen wollen, können sich ebenso melden wie Handwerker, die eine Plattform brauchen, sagt Maiwald. Denn das soll das Mach Werk auch und vor allem sein: eine Bühne fürs Handwerk und eine Chance für Jugendliche.

Wenn es nach Kramarek geht, soll sich das Mach Werk in der Untergasse irgendwann selbst tragen. „Wenn es richtig läuft, wird die Tür immer offen sein“, sagt er. Bis es so weit ist, wird das Projekt nicht nur von der Stadt Homberg unterstützt. Es wird gefördert vom Sozialbudget des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration, durch die Arbeitswelt Hessen und den Schwalm-Eder-Kreis. 13 000 Euro gab es laut Maiwald zum Start des Projekts vom Ministerium. Mindestens genauso wichtig aber sind Netzwerkpartner.

Von Chantal Müller

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