DGB-Kundgebung im Borkener Bürgerhaus – Mindestlohn als Erfolg gefeiert

Kämpferisch ging es in den Mai

Mindestlohn nicht umgehen: Andreas Schäfer von der Gewerkschaft EVG bei der Mai-Kundgebung in Borken. Foto: Büchling

Borken. Kämpferische Töne sowie Musik vom Shanty-Chor Homberg/Borken (Leitung Theo Piskorz) sowie dem Borkener Bläserchor (Leitung Bianca Rauthe) waren bei der Kundgebung zum 1. Mai im Borkener Bürgerhaus zu hören. Das Motto lautete: „Die Arbeit der Zukunft gestalten wir“.

Als Hauptredner sprach Andreas Schäfer von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Er erinnerte an die Situation der Beschäftigten vor 125 Jahren, als zum ersten Mal der 1. Mai als Tag zur Durchsetzung des Acht-Stunden-Arbeitstages begangen wurde.

Im Hinblick auf die aktuelle Politik bezeichnete Schäfer den Mindestlohn als wichtigste Errungenschaft der Gewerkschaft und ihrer Mitglieder. Er kritisierte aber die Versuche einzelner Arbeitgeber, das nunmehr geltende Recht zu umgehen. Die Kernanliegen der Gewerkschaften seien eine positive Veränderung in der Rentenpolitik, mehr Anstrengungen in der Aus- und Weiterbildung sowie das Verhindern von Missbrauch bei Leiharbeit und Werksverträgen. Am Ende seiner Ausführungen mahnte Schäfer die hessische Landesregierung an, den Kommunen eine ausreichende finanzielle Ausstattung zu gewähren.

Klaus Schelberg 1. Vorsitzender des DGB-Ortsverbandes Borken, ging auf die augenblickliche Situation der Kita-Mitarbeiter ein: „Wir brauchen keine Ganztagsbetreuung, kein Elterngeld, keine Aufstockung und kein Ehegattensplitting. Wir brauchen Löhne, die es zwei Menschen ermöglichen zu leben, ohne dabei fünf Jobs machen zu müssen.“

Die stellvertretende DGB-Kreisvorsitzende Bärbel Mc Enaney ging noch einmal auf die geschichtliche Situation des 1. Mai ein und schilderte, mit welchen Problemen die ersten Gewerkschaftler zu kämpfen hatten.

Der Erste Kreisbeigeordnete und designierte Landrat Winfried Becker erinnerte daran, dass vor 14 Jahren das Bürgerhaus und der Nebensaal in Borken zur Mai-Kundgebung gefüllt waren und sogar noch Leute vor der Tür standen. Wenn dann bei einer Landratswahl nur 35 Prozent der Menschen wählten, „dürfen wir uns über Politik- und Wahlverdrossenheit nicht wundern“, sagte er. (zpb)

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