Gesehen und wieder verschwunden

Karlchen dicht auf der Spur: Känguru am Mittwochmorgen am Waldrand gesichtet

Metze. Die Suche nach Karlchen ist zermürbend: Immer wieder wurde das Känguru gesichtet, aber fangen ließ es sich bisher nicht. Auch Känguru-Besitzer Rainer Aschenbrenner aus Metze hat Karlchen inzwischen kurz gesehen - dann verschwand das Tier wieder im Dickicht.

Es war kurz nach 9 Uhr am Mittwoch, als Aschenbrenner sein Wallaby-Känguru entdeckte. Als er nach Karlchen rief, sei dieser allerdings wieder davon gehüpft. Seitdem streift Aschenbrenner mit Freunden und Hündin Ronja durch den Wald, spricht Spaziergänger an, telefoniert und sucht nach Spuren seines Kängurus.

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Ein paar Stunden später wieder ein Hoffnungsschimmer: Am Mittag entdeckte Aschenbrenner Spuren und Kängurukot auf dem Weg am Waldrand, oberhalb der Grillhütte bei Metze. Da war er sich sicher: „Die sind von Karlchen.“ Doch wenige Meter später verlor sich die Spur. Karlchen reagierte auch nicht auf die wiederholten Rufe des besorgten Rainer Aschenbrenners. Auch die Drohne von Oliver Ebert aus Fulda, die gegen 15 Uhr wieder in die Luft stieg, fand Karlchen nicht.

Bereits am Dienstag war die Suche dramatisch verlaufen: Ebert war sich sicher, Karlchen mit der Drohne in einem Maisfeld Nahe der Metzer Grillhütte geortet zu haben. Unterstützung hatte der Suchtrupp am Dienstag auch von Tanja Weidler mit ihren Suchhunden, den sogenannten Bloodhounds, aus Hannover. Mit den Hunden sollte Karlchen in dem Feld ausfindig gemacht werden. Allerdings konnten die Hunde nicht sofort mit der Suche beginnen. Über drei Stunden vergingen. Gründe für die Verzögerung: Aschenbrenner hatte Kamerunschaf Angel mit in den Wald genommen, um Karlchen zu finden. Doch die Kameradin des Kängurus hatte andere Pläne, riss sich von dem Geschirr los und musste erst wieder eingefangen werden. Ein Jäger meldete zusätzlich, dass auch ein Wildschwein in dem Maisfeld sein könnte.

Kurz darauf kam der nächste Anruf. Das Känguru sei in der Nähe von Gleichen auf der anderen Seite der Straße gesehen worden. Dort wurde die Suche fortgesetzt.

Als die Hunde dann endlich eine mögliche Witterung aufgenommen hatten, dämmerte es bereits. Gegen 21 Uhr musste die Suche wieder ohne Erfolg abgebrochen werden. In der Dunkelheit habe die Suche keinen Sinn mehr, sagte Aschenbrenner. Schließlich müsse man das Tier sehen und sich von vorne nähern, um es einzufangen.

Aschenbrenner zweifelt inzwischen daran, dass Karlchen das Gebiet rund um die Metzer Grillhütte verlassen hat: „Karlchen hat keinen Grund, ein Revier zu verlassen, solange er genug zu Essen hat.“ Viel Schlaf hat Aschenbrenner, seit Montag nicht bekommen. Immer wieder melden sich Menschen, die Karlchen gesehen haben wollen. Vor allem aber ist der Medienrummel um Karlchen riesig. Auf längere Interviews verzichte er aber. „Ich habe Besseres zu tun.“

Von Benedikt Dittrich

Archiv-Video: Suche nach dem Känguru

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