Weiter im Wald unterwegs

Känguru Karlchen ist nicht zu fassen: Tierarzt mit Blasrohr im Einsatz

Metze. Rainer Aschenbrenner weiß nicht mehr weiter. „Vielleicht hilft doch nur ein Experte mit einem Betäubungsgewehr“, sagte er am Donnerstagmorgen. Denn sein Wallaby, das vor Tagen aus dem Gehege in Metze entwichene Känguru Karlchen, verwildert offenbar zusehends.

Am Nachmittag stieg jedoch die Hoffnung wieder: Dr. Ralf Czipri, Tierarzt aus Bad Zwesten, hatte sich bereiterklärt, mit seinem Blasrohr zu versuchen, das Tier zu betäuben. Gegen 15 Uhr warteten etliche Personen vor Ort, doch von Karlchen keine Spur. „Ausgerechnet jetzt lässt er sich nicht blicken“, sagte Aschenbrenner

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Dabei wisse er jetzt ziemlich genau, wo sich das Tier aufhalte: Im Waldgebiet Richtung Kammerberg, nicht weit entfernt von Metze in der Nähe einer Schutzhütte. Sichtungen weiter entfernt hält er nicht für wahrscheinlich: „So weit ist Karlchen nicht gelaufen“, ist er sich sicher.

Wer ein Betäubungsgewehr einsetzen darf, sei rechtlich geregelt, sagte Dr. Wolfgang Fröhlich, Leiter des Wildparks Knüll. Er sieht in der Betäubung des Kängurus auch die beste Möglichkeit, das Tier wieder einzufangen. Man müsse seiner Meinung nach schnell handeln, sagte er. Denn solche Tiere würden schnell verwildern, wenn sie in Freiheit seien. Grundsätzlich sei eine Betäubung bei Säugetieren nicht problematisch, betonte Fröhlich.

Bisher hatten weder die Drohne, die mit Wärmekamera im Einsatz war, noch die Blood Hounds oder das Kamerunschaf Angel bei der Suche den gewünschten Erfolg.

Aktualisiert um 15.40 Uhr.

Dabei kamen Aschenbrenner und Wolfgang Schütz aus Holzhausen/Hahn am Mittwoch dem Tier ganz nah: „Karlchen saß vielleicht eineinhalb Meter vor mir, fast hätte ich ihn gehabt“, sagte Aschenbrenner am Donnerstagmorgen.

Er hatte das Tier entdeckt und mit ein paar Nüssen angelockt. Aber Karlchen sprang wieder zur Seite und verschwand letztlich in den nahen Büschen. Wolfgang Schütz fotografierte und filmte die Aktion. Er hatte über die Suche gelesen und sich informiert, welchen Lebensraum Wallabys bevorzugen. „Sie leben im Buschland“, sagte er. Und dort, in den Metzer Büschen, fand er auch Spuren des Kängurus. (ula)

Aktuelle Aufnahmen von Karlchen:

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