Kein großes Fest fürs neue Jahr

Viele Städte und Gemeinden halten Neujahrsempfang eher klein

Fritzlar-Homberg. Wenn die Gemeinde Jesberg könnte sie sie wollte, würde sie ihre ehrenamtlichen Kräfte jedes Jahr zum Neujahrsempfang einlad

So geht es wohl allen 27 Städten und Gemeinden im Landkreis - aber längst nicht alle können sich noch einen opulenten Empfang erlauben.

Jesbergs Bürgermeister Günter Schlemmer kann die ehrenamtlichen Mitarbeiter nur jedes zweite Jahr zum Empfang in die Kellerwaldhalle einladen. Und der, sagt er, falle zwar in Sachen Speisen und Getränken alles andere als opulent aus, sei aber unverzichtbar. „Wir sagen den ehrenamtlichen Kräften dann Danke - ohne deren Einsatz wären wir aufgeschmissen“, sagt Schlemmer. Es gehe nicht ums Essen, sondern um die Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen, zu loben und zu würdigen. Das sei wichtig - „und das kann man nicht kaputtsparen.“

In Borken findet am 16. Januar der Neujahrsempfang statt. Der stelle im Borkener Veranstaltungskalender einen wichtigen Termin dar, betont Pressesprecher Siegfried Bank: „Wir nutzen ihn, um die Menschen zusammen und ins Gespräch zu bringen, um sie zu informieren und auch um ihnen das erste Baby vorzustellen, das im neuen Jahr geboren wurde.“

Der Stadt entstünden mit der Veranstaltung überschaubare Kosten: Der Pächter des Bürgerhauses spendiere den Gästen ein Glas Sekt, ein Sponsor trage den größten finanziellen Anteil. Eine komfortable Situation, gibt Bank zu. „Wir nutzen gerne diese Gelegenheit, uns bei den Ehrenamtlichen für ihren Einsatz zu bedanken.“

Das würde auch gerne Bad Zwestens Bürgermeister Michael Köhler tun, aber im Kurort fällt der Neujahrsempfang seit Jahren aus - aus finanziellen Gründen. „Wir setzen mit dem Verzicht ein Signal nach außen, dass wir uns in einer schwierigen Situation befinden“, sagt Köhler. Die Gemeinde danke den Ehrenamtlichen in den Jahreshauptversammlungen für ihren Einsatz.

Auch wenn der Neujahrsempfang eine lieb gewonnene Gewohnheit und ein gesellschaftliches Highlight gewesen sei, akzeptierten die Bad Zwestener die Tatsache, dass es das Fest nicht mehr gibt sagt Köhler.

Ganz anders in Gudensberg: Die Stadt nutze die Gelegenheit, um all jene, die sich unentgeltlich für Gudensberg einsetzten, miteinander ins Gespräch zu bringen. Das sei die wichtigste Botschaft, sagt Bürgermeister Frank Börner: „Es muss einfach mehr geredet werden.“ Um die 2000 Euro kostet die Stadt der Empfang. Geld, das gut angelegt sei, so Börner. So lange es möglich sei, werde Gudensberg diese Ausgabe stemmen.

Das ist in Edermünde nicht anders: Der Empfang sei zum einen traditionell und zum anderen themenorientiert, sagt Büroleiter Thomas Bahlke. In jedem Jahr gebe es Vorträge zu Themen, die alle angingen: demografischer Wandel, Kinderbetreuung und in 2015: Politikverdrossenheit. Rund 450 Menschen kommen in Edermünde zusammen. Das Essen zahlen sie selbst, die Getränke gingen auf Kosten der Gemeinde, sagt Bahlke. „So minimieren wir die Kosten.“

Die Kosten hat auch Hombergs Bürgermeister Dr. Nico Ritz reduziert. Gab die Kreisstadt bislang rund 3000 Euro für die Veranstaltung aus, so sind es ab 2015 nur noch 1000 Euro. Ritz ist es wichtig, nicht etwa einen Rück-, sondern einen Ausblick zu halten: „Ich will deutlich machen, an welchen Stellen Bürgerengagement besonders wichtig ist.“ Sein Ziel: Die Motivation der Menschen erhöhen, sich für die Kreisstadt einzusetzen. In Homberg findet der Neujahrsempfang am 16. Januar statt.

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