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Kein Plastik in die Biotonne

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Von: Claudia Brandau

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Maden bevölkern Biotonne.
Ohne Eingreifen können immer mehr Maden die Mülltonne befallen. © Birgit Reitz-Hofmann/Imago

Die Abfallwirtschaft Lahn-Fulda (ALF) hat im auslaufenden Jahr mehr als 16 000 Tonnen Bioabfall im Schwalm-Eder-Kreis eingesammelt.

Schwalm-Eder – Die Abfallwirtschaft Lahn-Fulda (ALF) hat im auslaufenden Jahr mehr als 16 000 Tonnen Bioabfall im Schwalm-Eder-Kreis eingesammelt. „Das ist eine gute Sammelquote, wenn man bedenkt, dass die Biotonne erst im Sommer 2021 eingeführt wurde“, sagt Dr. Peter Zulauf, Geschäftsführer des Zweckverbandes Abfallwirtschaft Schwalm-Eder-Kreis (ZVA).

Aber nicht nur die Menge, auch die Qualität des Bioabfalls stimme: „Die Bürger im Landkreis gehen sehr verantwortungsvoll mit der Abfalltrennung um“, so Zulauf. „Nur mit gut getrenntem Bioabfall können unsere Partner auch hochwertigen Kompost sowie Biogas herstellen.“

Bei strengen Minusgraden sei aber auch das Einsammeln von Biomüll deutlich schwieriger als im Sommer: Nasse Abfälle frieren in der Tonne fest, es bleibt bei der Leerung oft ein Großteil der Biomasse haften. „Ein Anspruch auf eine nachträgliche Leerung durch das Abfuhrunternehmen besteht in diesen Fällen nicht“, erklärt Zulauf.

Biotonne mit Zeitungspapier auslegen

Wer nun meint, er könnte das Problem des Durchweichens und Anfrierens mit biologisch abbaubaren Plastiktüten lösen, der irrt: „Was wie eine elegante Lösung für den Biomüll aussieht, gehört nicht in die Biotonne und auch sonst nirgendwo hin“, sagt Linda Schmitz, Sprecherin der Abfallwirtschaft Lahn-Fulda. Besser sei es, die Tonne mit Zeitungspapier, Ast- oder Strauchschnitt auszulegen, sie an einem frostsicheren Ort aufzustellen und sie erst morgens zum Leeren an die Straße zu stellen.

Falsch befüllte Tonnen werden nicht mehr geleert

Um „Fehlwürfe“ in die Biotonnen mit den grünen Deckeln zu vermeiden, weisen ZVA und ALF darauf hin, dass weder Plastiktüten, Blumenübertöpfe noch Tierkadaver und auch keine kompostierbaren Biobeutel in die Biotonne gehören. Um die Qualität des Kompostes zu gewährleisten, werden falsch befüllte Tonnen nicht mehr vom Einsammlungsunternehmen geleert. Infos rund um das Thema Abfall bieten ALF und ZVA in der App „Abfall HR“ an.  (bra)

Im Schwalm-Eder-Kreis ist das Nutzen von kompostierbaren Sammelbeuteln untersagt, denn sie bauen sich zu langsam ab und stören die Betriebsabläufe in der Vergärungsanlage. „Die Beutel kommen unvollständig aus der Anlage heraus: Die Reste müssen wir vom Kompost absieben. Oder sie landen in der Verbrennungsanlage oder mit dem Dünger auf den Feldern und damit später in unserem Gemüse“, sagt Schmitz.

Dasselbe wie für die Beutel gilt für alle Produkte aus sogenanntem Biokunststoff wie Kaffeekapseln und Hundekotbeutel. Auch sie haben in der grünen Tonne nichts zu suchen. (Claudia Brandau)

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