Botschaften des Mitgefühls

Vierjähriger stirbt nach tragischem Unglück an der Efze: Große Hilfsbereitschaft 

Nachdem tragischen Tod eines vierjährigen Kindes melden sich viele Homberger und wollen der betroffenen Familie helfen. 
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Nach dem tragischen Tod eines vierjährigen Kindes melden sich viele Homberger und wollen der betroffenen Familie helfen. 

Nach dem tragischen Unglück, bei dem ein vierjähriger Junge in den Fluss Efze gefallen und gestorben ist, bieten viele Menschen aus Homberg der betroffenen Familie ihre Hilfe an. 

  • Ein vierjähriger Junge ist in den Fluss Efze in Homberg bei Kassel (Hessen) gefallen.
  • Trotz aller Bemühungen starb das Kind später im Krankenhaus.
  • Viele Homberger zeigen Mitgefühl und bieten der betroffenen Familie ihreHilfe an. 

Die Sonne scheint, die ersten Blumen sprießen und die durch den Regen der vergangenen Tage angeschwollene Efze fließt wie immer durch Homberg – fast nichts erinnert an den grausamen Unfall, der sich am Samstag in der Nähe der Kleingartenanlage ereignete. 

Fast nichts. Denn da sind Plüschtiere, Blumen und Nachrichten am Brückengeländer. Botschaften der Trauer und des Mitgefühls – in dem Fluss Efze ertrank am Samstag ein Vierjähriger. 

Kind in Fluss Efze (Hessen) ertrunken: Homberger bieten Hilfe nach Tod des Kindes an

Wenn das Unfassbare geschieht und ein Kind stirbt, sind Eltern und Geschwister in Schockstarre. Die Familie muss den Schicksalsschlag verkraften – und in Homberg im Schwalm-Eder-Kreis wollen ihr viele Menschen dabei helfen. „Die Hilfsbereitschaft ist riesig“, sagt Carola Göhlich, die gemeinsam mit Ester Graepler seit sechs Jahren die Facebook-Seite „Du kommst aus Homberg/Efze, wenn...“ betreibt. 

Schon kurz nach den ersten Meldungen über das schreckliche Unglück hätten sich die ersten Menschen mit Hilfsangeboten bei den Gruppen-Administratorinnen gemeldet. „Mittlerweile liegen uns mehr als 30 Nachrichten mit teils sehr konkreten Hilfsangeboten wie Geldspenden, Spielzeuggeschenken für die Geschwister und Babysitter-Angeboten vor. Und es kommen laufend neue Angebote und Anfragen“, sagt Göhlich. 

Große Anteilnahme in Homberg nach Unglück: Mit Kuscheltieren, Kerzen und Blumen trauern die Menschen um den Vierjährigen. 

Sie habe Kontakt zu der Mutter, die ihr mitgeteilt habe, wie dankbar und gerührt die Familie von der Hilfsbereitschaft sei. „Viel mehr kann man erstmal nicht tun“, sagt Graepler. Die Familie müsse sich selbst finden und könne noch nichts dazu sagen, wie konkrete Hilfen aussehen könnten. 

Nach Unglück am Fluss Efze (Hessen): Bestatter will Kosten für Beerdigung des Kindes übernehmen 

Vor allem die spontane Unterstützung aus Homberg von Bestatter Björn Wille habe die Adminstratorinnen sehr bewegt. „Er bot an, die Beerdigung kostenlos zu übernehmen“, sagt Göhlich. Für den Bestattermeister scheint es beinahe zu viel Anerkennung zu sein, die er bekommt. „Es ist eine Herzensangelegenheit. Mir war es ein Bedürfnis zu helfen“, sagt Björn Wille vom Knüllwälder Bestattungsunternehmen Alfred Wille. 

Twitter

Bei seinem Unternehmen seien alle Beerdigungen vonKindern bis zum siebten Lebensjahr grundsätzlich kostenfrei. Lediglich eine sogenannte Wertigkeitspauschale in Höhe von 200 Euro würde er nehmen. Bei einem solchen Ereignis spiele Geld die geringste Rolle. Er habe die Familie bereits besucht und mit ihr gesprochen.

Nun gelte es, für die Angehörigen da zu sein, sie zu betreuen – auch nach der Beerdigung. Wille habe die Erfahrung gemacht, dass es Trauernden häufig leichter falle, mit einem Außenstehenden über das Geschehene zu sprechen. „Die Familie ist dankbar für die Hilfe.“ Über die Unterstützung ist der Bestatter überrascht: „Dass die Hilfsbereitschaft so groß ist, hätte ich nicht gedacht“, sagt Wille. 

Kind in Fluss in Hessen ertrunken: Dankbar für Hilfe nach tragischem Tod

Auch Göhlich und Graepler, die die Facebook-Seite in ihrer Freizeit betreuen, mussten mit der Situation klarkommen. „Wir wussten zunächst nicht, wie wir mit der schlimmen Nachricht umgehen sollten“, sagt Göhlich. Mit viel Sensibilität und klarer Positionierung, gelang es ihnen, den Überblick zu behalten. Auch dann, als kurznach dem Unglück erste Schuldzuweisungen zum Tod des Kindes aufkeimten. 

Die Administratorinnen moderierten und löschten – wo nötig – Beiträge. Doch das waren Ausnahmen, betont Göhlich. Die Hilfsbereitschaft inHomberg/Efze bei Kassel sei riesig. Es tue gut, diese Reaktionen zu erfahren. So werde derzeit überlegt, den Helfern zu danken. „Dieses Ehrenamt ist nicht selbstverständlich“, sagt Graepler. Beide Frauen sind selbst Zwillingsmütter: „Wir wissen um das Band, das Zwillinge verbindet.“

Von Maja Yüce und Chantal Müller

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