Kinderzimmer im Kirchturm

Falkennachwuchs in Cappel – Experte klärt über Brutplatz auf

Neugieriger Blick aus dem Zuhause: Vier junge Turmfalken leben derzeit im Kirchturm von Cappel. Die Greifvögel bevorzugen offene Luken für ihre Brut.
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Neugieriger Blick aus dem Zuhause: Vier junge Turmfalken leben derzeit im Kirchturm von Cappel. Die Greifvögel bevorzugen offene Luken für ihre Brut.

Cappel – Mit großen Augen schauen sie aus ihrer sicheren Luke heraus und beobachten ganz genau, was rund um die Cappeler Kirche so los ist. Wer nicht genau hinguckt, erkennt sie nicht, denn sie sind in der steinigen Umgebung bestens getarnt. Vier junge Turmfalken werden derzeit im Cappeler Kirchturm großgezogen.

„Das ist keine Seltenheit“, sagt Vogelexperte und Landschaftsplaner Christian Gelpke aus Fritzlar. Im Schwalm-Eder-Kreis kämen alle drei Falkenarten – der Turmfalke, der Wanderfalke und der Baumfalke – vor. „Der Turmfalke ist zurzeit sogar die am meisten verbreitete Greifvogelart.“ Er niste gern in Türmen, wie es der Name schon sagt, aber auch Scheunen und Wohnhäuser sucht er sich für seine Brut aus. „Auch in Fernsehtürmen und Turmruinen ist er häufiger schon beim Nisten angetroffen worden“, sagt Gelpke. „Wir haben zurzeit sogar selbst Falken bei uns.“

Im Moment haben die Turmfalken Jungen. Sie seien vergleichsweise spät im Jahr mit ihrem Nachwuchs fertig, erklärt Gelpke. Genau wie der heimische Sperber und der Bussard fressen Turmfalken besonders gern Mäuse. „Sie mögen aber auch Singvögel“, sagt der Fritzlarer Experte.

Der Greifvogel sei an die Menschen gewöhnt. „Trotzdem sollte man darauf achten, Störungen eher zu vermeiden, wenn man einen Brutplatz entdeckt.“ Bei anhaltendem Krach fühle sich der Turmfalke logischerweise überhaupt nicht wohl.

Wenn der Vogel nicht gerade brüte, übernachte er auch gern in Giebeln von Wohnhäusern und fliege morgens wieder weg.

„Häufig sieht man dann nur morgens den Kot und das Gewölle des Falken auf der eigenen Terrasse“, räumt der Experte ein.

Trotzdem legt er allen ans Herz, den Falken nicht zu vertreiben, sondern im Notfall vielleicht ein kleines Kotbrettchen anzubringen.

Von Daria Neu

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