Im Bistum Fulda sind Gemeindezusammenlegungen geplant

Kirchengemeinden im Schwalm-Eder-Kreis bleiben vorerst bestehen

Priester Patrick Prähler vor dem Fritzlarer Dom.
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Priester Patrick Prähler vor dem Dom in Fritzlar.

Schwalm-Eder – Die katholische Kirche in der Region steht vor gravierenden Einschnitten. Im gesamten Bistum Fulda sind großflächige Gemeindezusammenlegungen geplant.

Demnach soll es beispielsweise im Dekanat Kassel-Hofgeismar künftig nur noch vier anstelle von derzeit 25 Pfarreien geben. Im Dekanat Fritzlar, das die katholischen Kirchengemeinden des Schwalm-Eder-Kreises umfasst, stehen derartige Zusammenlegungen laut Gerhard Braun, kommissarischer Dechant, im Moment noch nicht bevor.

„Aber sie werden kommen“, bestätigt auch der Fritzlarer Pfarrer Patrick Prähler. „Das wird nicht erst in den nächsten zehn, sondern eher in den nächsten drei Jahren der Fall sein.“ Zurzeit gibt es im Landkreis elf Gemeinden, die auf zwei Pastoralverbünde verteilt sind. „Noch haben wir genügend Priester, Pastoralreferenten, Ehrenamtliche“, sagt Prähler. Jedoch werde den Katholiken auch hierzulande ein Strukturwandel bevorstehen.

Zusammenlegungen seien künftig nicht zu vermeiden. „Wichtig ist es, Umbrüche zu gestalten und diese Bewegung nicht als Untergang der Kirche zu werten.“ Das Christentum gebe es schließlich schon seit Jahrtausenden. „Unser Auftrag bleibt es, den Glauben zu vermitteln – unter welchen Bedingungen auch immer“, sagt Prähler.

Woran es liegen könnte, dass der Strukturwandel im Bereich Kassel schneller voranschreite als im Schwalm-Eder-Kreis, sei nur zu vermuten, sagt Braun. „In städtischen Regionen liegen die Kirchengemeinden enger beieinander.“ Dadurch seien Zusammenlegungen eventuell leichter möglich.

Außerdem würde auch der Generationenwechsel in größeren Städten schneller voranschreiten als in ländlichen Gebieten. „Auch der höhere Altersdurchschnitt in unserem Bereich kann ein Grund sein, warum die Zusammenlegung hier noch nicht dran ist.“ Ausschlaggebend für die Zusammenlegungen von Kirchengemeinden insgesamt sind einerseits die finanzielle Situation und andererseits die Tatsache, dass demnächst viele Priester in den Ruhestand gehen.

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