Corona-Virusvariante

Kliniken im Landkreis in Sorge vor Omikron

Zu sehen ist eine Omikron-Variante des SARS-CoV-2-Virus: Darstellung des Spike-Proteins mit Mutationen (rot).
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Corona: Omikron-Variante des SARS-CoV-2-Virus: Darstellung des Spike-Proteins mit Mutationen (rot).

Die Omikron-Variante des Corona-Virus greift im Landkreis rasant um sich: War es vor einer Woche noch ein bestätigter Fall, so sind es mittlerweile 40 Fälle. 

Schwalm-Eder – Die Omikron-Variante des Corona-Virus greift im Landkreis rasant um sich: War es vor einer Woche noch ein bestätigter Fall, so sind es mittlerweile 40 Fälle. Außerdem gibt es 26 Omikron-Verdachtsfälle (Stand: Dienstag), teilt der Schwalm-Eder-Kreis auf HNA-Anfrage mit. Das Gesundheitsamt des Kreises gehe aber von einer höheren Dunkelziffer aus. Bei der derzeitigen Infektionslage werden nur fünf Prozent aller positiven Proben einer Sequenzierung unterzogen, so habe es der Bund verordnet.

Noch wurde aber kein Patient mit einer Covid-19-Infektion mit der Omikron-Variante stationär im Hospital zum Heiligen Geist in Fritzlar behandelt, sagt der Medizinische Geschäftsführer Dr. Carsten Bismarck. „Allerdings werden nicht alle Patientenproben typisiert“, fügt er an.

Asklepios: Große Furcht vor Ausfall der Mitarbeiter nach Ansteckung

Bei den Asklepios-Kliniken im Kreis sei die Anzahl der Omikron-Patienten noch äußerst gering, sagt Carsten Hohmann, Leitender Oberarzt der Intensivstation der Asklepios Klinik in Schwalmstadt. Die Furcht vor Ansteckungen der Mitarbeiter und damit verbunden personellen Ausfälle durch Quarantänemaßnahmen sei groß, so Hohmann.

„Zumindest am Arbeitsplatz wird auf strenge Hygienemaßnahmen viel Wert gelegt“, erklärt er. Dadurch habe man bislang Infektionen im Kollegenkreis nahezu unterbinden können.

Weil die Anzahl der stationären Omikron-Fälle noch zu gering sei, könne er noch keine Aussage zum Verlauf treffen. Aktuell würden in Schwalmstadt auf der Intensivstation zwei und auf der Normalstation drei mit dem Corona-Virus infizierte Patienten behandelt.

Da die bislang verfügbaren Daten zu „Omikron und Krankenhauseinweisungen“ einen milderen Verlauf signalisierten, hofft Hohmann, dass sich das auch bestätige und nicht viele Patienten einer stationären Behandlung bedürften.

Inzidenz noch vom Spitzenwert entfernt

Den bislang höchsten Inzidenzwert verzeichnete der Schwalm-Eder-Kreis am 20. Dezember 2020. Damals betrug die Inzidenz 267,80. Davon ist man im Landkreis aktuell noch etwas entfernt: Aktuell vermeldet das Robert-Koch-Institut eine Inzidenz von 198,5 für den Schwalm-Eder-Kreis (Stand: Dienstag). In den vergangenen sieben Tagen verzeichnete das Gesundheitsamt des Landkreises 372 Infizierte, insgesamt haben derzeit 558 Menschen das Corona-Virus. may

Im Fritzlarer Hospital seien aktuell auf der Covid-Isolationsstation drei Patienten und auf der Intensivstation kein Covid-Patient, sagt Dr. Carsten Bismarck. Man könne daher auch alle ausgewählten Eingriffe planmäßig vornehmen und alle Notfallpatienten versorgen.

Auf einen Anstieg der Omikron-Fälle habe sich das Hospital bestens vorbereitet, so Bismarck. Beide Mediziner betonen, dass die Mitarbeiter in allen Bereichen sehr stark gefordert seien. „Die Belastung ist nach wie vor sehr hoch“, sagt Bismarck. Die erhöhten Schutzmaßnahmen erforderten mehr Zeit und Kraft.

Omikron: Krankenhäuser stellen sich auf höhere Belastung ein

Viele Krankenhäuser stellen sich wegen der Corona-Variante Omikron auf eine höhere Belastung ein – auch die Kliniken im Schwalm-Eder-Kreis.
Im Fritzlarer Hospital zum Heiligen Geist sei man bestens vorbereitet, sagt der Medizinische Geschäftsführer, Dr. Carsten Bismarck. Grund dafür: „In einem Stufenkonzept haben wir alle Schritte und nötigen Maßnahmen zusammengefasst, um die Versorgung der Bevölkerung weiter bestens zu gewährleisten.“

Aktuell sei die Belastung auf den Intensivstationen mit Blick auf die Corona-Fälle nicht extrem hoch. In Fritzlar liege aktuell kein Corona-Patient auf der Intensivstation, so Bismarck. Deshalb könne man auch „alle elektiven Eingriffe planmäßig durchführen und alle Notfallpatienten ordnungsgemäß versorgen.“
Und Carsten Hohmann, Leitender Oberarzt der Intensivstation der Asklepios Klinik in Schwalmstadt, sagt: „Aktuell ist die Belastung auf der Intensivstation weitgehend verträglich.“ Dort würde zwei Patienten behandelt. Und auf der Normalstation drei Corona-Patienten.

Dauerbelastung macht Klinik-Mitarbeitern zu schaffen

„Die vorgeschriebene Vorhaltung auf der Normalstation wurde in dieser Woche nach oben korrigiert“, erklärt er. Doch trotz aller intensiven Vorbereitungen auf eine mögliche nächste Corona-Welle: Die Dauerbelastung mache den Mitarbeitern zu schaffen. „Sie ist nach wie vor sehr hoch“, sagt Bismarck. Die Belegschaft trete aber zuverlässig ihren Dienst an und kümmere sich weiterhin fürsorglich um alle Patienten, so der Fritzlarer Klinikchef.

Ganz ähnlich äußert sich auch Hohmann: „Zur Zeit ist die Belastung immer noch sehr hoch. Personelle Ausfälle sind dennoch überschaubar und stellen uns erfreulicherweise derzeit nur sehr selten vor Probleme.“ Es bleibe zu hoffen, dass die nun auch im Schwalm-Eder-Kreis aufkommende Omikron-Welle dennoch nicht zu häufigen Krankenhauseinweisungen führe, sagt Hohmann. Denn das könne dann eben auch zu personellen Ausfällen in den Krankenhäusern führen – durch Quarantänemaßnahmen und Infektionen mit der Corona-Variante.

Labore, die die Proben analysieren sind überlastet

Wie hoch der tatsächliche Anteil an Omikron-Fällen im Landkreis ist, lasse sich nicht exakt beziehungsweise zeitnah ermitteln. Dies liege unter anderem daran, dass die Kapazitäten in den Laboren durch die aktuelle hohe Anzahl von durchgeführten PCR-Tests stark überlastet ist (HNA berichtete).

Dadurch komme es zu zeitlichen Verzögerungen, so der Landkreis. „Teilweise geben die Labore die Proben auch weiter an andere Labore oder die jeweiligen Labor-Zentralen, in denen dann eine Varianten-Überprüfung stattfindet“, erklärte ein Kreissprecher bereits vergangene Woche. Auch dies führe zu zeitlichen Verzögerungen, bis ein vom Labor bestätigter Omikron-Variantenfall beim Gesundheitsamt des Schwalm-Eder-Kreises vorliege. (Maja Yüce)

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