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Bildhauer Ewald Rumpf räumt seine Remsfelder Werkstatt - Eigentümer beanspruchen Platz für sich

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Von: Christine Thiery

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Ist über die Umstände auf dem Stückhof stark erschüttert: Bildhauer Professor Ewald Rumpf schaut mit Bedauern auf das Terrain, jüngst wurden Hecken entfernt und Bäume beschnitten.
Ist über die Umstände auf dem Stückhof stark erschüttert: Bildhauer Professor Ewald Rumpf schaut mit Bedauern auf das Terrain, jüngst wurden Hecken entfernt und Bäume beschnitten. © Christine Thiery

Bildhauer Ewald Rumpf muss seine Remsfelder Werkstatt räumen, weil die Eigentümer der Hoffläche den Platz nun für sich beanspruchen.

Remsfeld – Professor Ewald Rumpf löst seinen Lebensmittelpunkt am Stückhof auf: Traurig blickt er sich auf dem Hof am Remfelder Ortsrand um. Dort ist nichts mehr, wie es einmal war. Die Bildhauerei und der Ort der Begegnung von Kunst- und Kulturschaffenden in der Region gibt es ab sofort nicht mehr. Die Eigentümer der Hoffläche beanspruchen nun, nachdem es jahrzehntelang ein gutes Übereinkommen mit deren Eltern gegeben hatte, das Außengelände für sich.

Deshalb muss Rumpf das Hof-Grundstück vor seinem Haus, auf dem noch einige seiner Skulpturen stehen, weiter und komplett räumen, er schafft Stück für Stück weg. Für ihn ist das ein äußerst schmerzlicher und verletzender Akt. Die Gemeinde Knüllwald erlaubt dem Künstler, einige seiner Werke auf dem Rand des Feldweges zwischenzulagern. Was Rumpf bleibt, ist sein Haus mit Terrasse und dahinter liegendem kleinem Garten. Alle anderen Flächen darf der Bildhauer nicht betreten. „Eine Einigung über eine weitere Nutzung kam nicht mit den jetzigen Eigentümern zustande“, sagt Rumpf. Details sollten nicht genannt werden.

Die Grenzen wurden in den vergangenen Wochen nachjustiert, dicke Baumstämme liegen auf dem Hof, schwere Steine begrenzen Zufahrt und Gelände, Hecken wurden entfernt, Bäume beschnitten und Gräben entfernt. Der Hintergrund: Rumpf hatte das Haus vor 50 Jahren von den Eltern der jetzigen Eigentümer gekauft. Er nutzte das umliegende Hof-Grundstück im gegenseitigen Einvernehmen, baute dort die Ruine zu einer Werkstatt auf und arbeitete künstlerisch auf dem Terrain. Der ehemalige Professor für Psychologie an der Kasseler Hochschule hat sich dort als Bildhauer einen Namen gemacht und ist Teil des künstlerischen Kreises in der Region. Nach dem Tod des Eigentümerpaares wollen dessen Nachkommen das Gelände nun selbst nutzen. Das sei zwar ihr Recht, aber der Nutzen sei nicht ersichtlich, sagt der 79-Jährige. Er selbst bedauert, wie naiv er damals beim Kauf gewesen sei.

Das Hofgrundstück sei damals nicht im Kauf enthalten gewesen, aber er hätte wenigstens schriftliche Vereinbarungen mit den alten Eigentümern über Nutzungen treffen sollen, sagt er. Der Schaden für ihn und seine Familie sei groß, die Idylle des Kunst-Hofes unwiederbringlich zerstört. Dies sei auch ein künstlerischer Verlust für die Region.

Rumpf selbst, für den das künstlerische Schaffen existenziell sei, kann auf dem Hof seiner Tätigkeit nicht mehr nachgehen. Der Anblick des Grundstücks, so wie es nun nach den Veränderungen ist, schmerzt ihn und er verbringt seine Zeit seitdem bei Freunden im In- und Ausland.

Das Haus gehört seit vier Jahren seinem Sohn Raphael Rumpf. Er aber will dort bleiben, trotz allem, was dort passiert ist. Rumpf selbst sucht indes weiter nach einem Terrain für seine Figuren und eine Werkstatt. (Christine Thiery)

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