Holznasslagerplatz

Hausen: Tausende Fichten werden bewässert - Autofahrern droht Glatteis

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Wundersame Winterlandschaft: Auf dem Holznasslagerplatz bei Rengshausen lagert das Forstamt Neukirchen 21 000 Festmeter Fichtenholz aus Windbruch. Förster Otto Naumann, Praktikant Philipp Schöneweiß und Florian Koch von Hessenforst (oben links von links) vor den gestapelten Stämmen und an der zurzeit vereisten und nicht nutzbaren Bewässerungstechnik.

Knüllwald-Hausen. 21.000 Festmeter Fichtenholz lagern auf dem ein Hektar großen Nasslagerplatz zwischen Rengshausen und Hausen. Riesige Berieselungsanlagen besprühen die Stämme mit 400.000 Kubikmetern Wasser.

Die Sahara und der Holznasslagerplatz zwischen Rengshausen und Hausen haben eines gemeinsam: Jeder Tropfen Wasser zählt.

Während es aber in der Sahara im Sand versickert, dringt es in Hausen in Holz ein - oder besser gesagt in die tausende von Fichtenstämmen, die dort lagern. Um die hohe Qualität des Holzes zu sichern, muss es tagtäglich gewässert werden. Jeden Tag. Zum Vergleich: Jeder Einzelne verbraucht um die 30 Kubikmeter Wasser. Im Jahr.

Aber ohne diese ständige Bewässerung ginge am Lagerplatz gar nichts. Ohne Wasser könnte man dem Verrottungsprozess zuschauen, sagt Revierförster Otto Naumann. „Dann könnte man keine Möbel, sondern nur noch Paletten draus bauen“, sagt Naumann. Je mehr das Holz austrocknet, desto schneller wird es von Pilzen, Bakterien und vor allem dem Borkenkäfer besiedelt - eine unheilvolle Allianz, die das wertvolle Holz binnen kurzer Zeit zersetzen und zernagen würde.

Wasser fließt zurück

Das soll die Berieselung verhindern. Der genau 30 Jahre alte Platz bei Hausen sei dafür ideal, sagt Florian Koch vom Forstamt in Neukirchen. Denn der liegt nicht nur am Waldrand im Schatten und zugleich an der Beise und an nahen Teichen, aus denen das Wasser stammt - er besitzt auch eine natürliche wasserführende Schicht im Erdreich, die das Wasser wie durch eine Drainage in Teich und Bach zurückfließen lässt. Dieser Kreislauf spart Geld - und Unmengen Wasser.

Viel Arbeit für viele Jahre

Revierförster Otto Naumann kontrolliert tagtäglich die Technik wie die Tauchpumpen und Brunnenschächte und sorgt dafür, dass den natürlichen Gewässern nicht zuviel Wasser entnommen wird. Und dass das Holz gleichmäßig berieselt wird und die zig Meter langen Rohre alle frei sind.

Klingt nach viel Arbeit - und ist es auch. Vor allem für lange Zeit: Als Sturm Kyrill vor fast genau neun Jahren hunderttausende Festmeter Holz warf, war der Holzmarkt auf Jahre hinaus pappsatt. Vier Jahre lang blieben die qualitativ hochwertigen Stämme damals am Holznasslagerplatz liegen - so lange dauerte es, bis das Überangebot dahingeschmolzen war, Angebot und Nachfrage wieder übereinstimmten.

Dieses Mal wird es nicht anders sein: In Hausen bleibt das Holz lange frisch.

Achtung, Glatteis!

Autofahrer, die auf der Landstraße zwischen Rengshausen und Ersrode unterwegs sind, sollten auf Höhe des Nasslagerplatzes mit erhöhter Vorsicht unterwegs sein: Der Sprühnebel der Beregnungsanlage sorgt oft für eine spiegelglatte Fahrbahn. Zwar warnen Schilder vor der eisigen Fahrbahn, doch unterschätzten viele Fahrer die große Blitzeisgefahr, die in diesem Gebiet herrsche, teilt das Forstamt Neukirchen mit.

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