Anwohner beschwert sich

Illegaler Müll ist ein Problem in Knüllwald

Das ist kein normaler Müll: Helmut Pöschko ist entrüstet über illegal abgelagerten Müll die immer wieder kehrende Verunstaltung des Geländes am Parkplatz Riedwiesen am Aschenberg.
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Das ist kein normaler Müll: Helmut Pöschko ist entrüstet über illegal abgelagerten Müll die immer wieder kehrende Verunstaltung des Geländes am Parkplatz Riedwiesen am Aschenberg.

Helmut Pöschko ist immer wieder entrüstet, wie viel Müll am Parkplatz Riedwiesen Aschenberg herumliegt. Die Mülleimer quellen über. 

Knüllwald – Helmut Pöschko ist immer wieder entrüstet, wie viel Müll am Parkplatz Riedwiesen am Aschenberg herum liegt: Die Mülltonnen quellen über. Die Tiere tun sich an den überquellenden Behältern gut, werden von den Nahrungsresten angelockt und verteilen den Müll auf der angrenzenden großen Wiese.

Pöschko lebt in Nenterode. Er geht mit seinem Hund öfter rund um das Gelände spazieren und ärgert sich jedes Mal über die Situation. Überreste Gelber Säcke samt Inhalt verteilen sich im Gras, aufgerissene Dosen, Alufolie und Plastikreste liegen auf der Wiese und mischen sich mit Pappbehältern. Er hebt die Deckel der zwei großen Mülltonnen dort an. Bauschutt und Hausmüll befinden sich in den Säcken.

Die Vermutung: Anwohner entsorgen unbeobachtet Müll

Er vermutet, dass dort Anwohner unbeobachtet Müll entsorgen. Ein Schild steht dort, das ausdrücklich darauf hinweist, dass dort keine Müll zu entsorgen und der Rastplatz sauber zu halten ist. Es gibt einen Hinweis darauf, dass der Parkplatz videoüberwacht wird. Doch das alles schrecke nicht ab. Die Mülltonnen sind mit einer Eisenstange versehen und lassen sich nur ein Stück weit öffnen, damit solle vermutlich verhindert werden, dass große Säcke eingeworfen werden können oder Tiere die Deckel ganz öffnen.

„Das ist einfach nur eklig“, sagt Pöschko. Und es hört nicht auf. Von einem attraktiven Wanderparkplatz im Naturpark Knüll könne man wahrlich nicht sprechen. Vom Aschenberg aus führen viele Wanderwege in die nähere Umgebung. Das sei kein Aushängezeichen für den Tourismus und schrecke die Leute ab.

Seit Jahren ärgert er sich immer wieder über den Zustand des Platzes. Jüngst häufte sich das Szenario wieder. Hessen Mobil komme seiner Meinung nach der Pflicht nicht nach, den Parkplatz regelmäßig in Ordnung zu halten. Es müsse intensivere Leerungen geben. Er habe Hessen Mobil Anfang Oktober angeschrieben; die Reaktion sei unzureichend gewesen. Man habe auf Personalmangel hingewiesen. Auch die Gemeinde Knüllwald war informiert worden.

Bürgermeister sieht generelles Problem

Den Beschwerden sei man nachgegangen. Dem Ordnungsamt sei keine größere Vermüllung bekannt gewesen. Dennoch habe sich ein Kollege umgehend darum gekümmert und den Bauhof gebeten, dort den Müll zu beseitigen, was am dann vergangenen Freitag passiert sei, berichtet Bürgermeister Jürgen Roth.

Grundsätzlich sei die Vermüllung der Landschaft immer mehr ein gesamtgesellschaftliches Problem. „Wir haben ein sehr gut organisiertes System der Müllentsorgung und dennoch entsorgen Menschen ihren Müll illegal in der Natur.“ Zum Parkplatz Riedwiesen lagen dem Bürgermeister die letzten größeren Beschwerden vor etwa drei Jahren vor. Verpackungen von Möbeln waren rund um den Parkplatz herum verstreut. In letzter Zeit sei zunehmend zu beobachten, dass auf diesem Parkplatz auch Lkw-Fahrer übernachten, um ihre Ruhezeiten einzuhalten.

„Auf dem Parkplatz stehen zwei große Müllbehälter, die für das Aufkommen von normalen Besuchern ausreichen würden.“ Diese Behälter würden wöchentlich von Hessen Mobil geleert. Die Bauhofmitarbeiter räumten den Müll weg, der außerhalb lande, wenn sie davon Kenntnis haben.

Kontrollen sollen verstärkt werden

Hessen Mobil ist für die Beseitigung von Reiseabfällen verantwortlich. Illegale Müllablagerungen, auch Sperrmüll, müssen durch die kreisangehörigen Gemeinden oder kreisfreien Städte beseitigt werden, heißt es von der Behörde. Der Parkplatz werde durch eine von einer beauftragten Firma zweimal wöchentlich gereinigt. Die Mülltonnen würden regelmäßig geleert und auch die Flächen von Müll befreit.

Es seien die Umstände auf dem entlegenen Parkplatz, die immer wieder dazu führten, dass der Platz vermülle. Tiere schleppten den Müll auf die Wiese und verteilten ihn dort. Diese Art der Müllentsorgung sei ein gesellschaftliches Problem, das insbesondere an schwer einsehbaren Park- und Rastanlagen zu beobachten sei.

Es sei nicht auszuschließen, dass achtlos weggeworfene Reste von Lebensmitteln oder im illegal abgelagerten Hausmüll enthaltene Lebensmittel von Wildtieren verteilt würden.

Die Streckenwarte von Hessen Mobil kontrollierten den Parkplatz regelmäßig und konnten bisher keine außergewöhnlichen Probleme feststellen. „Der Hinweis und die Nachfrage des einzelnen Bürgers nehmen wir aber ernst. Deshalb werden die Kontrollen dort verstärkt.“ (Christine Thiery)

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