Kombi-Lösung

Diskussion um Feuerwehrgebäude in Ellingshausen dauert an

Setzen sich für ein Multifunktionshaus mit Feuerwehr in der Ortsmitte ein: vorn Marco Brand, stellvertretender Wehrführer, hinten von links Johannes Brehm, Albert Manz, Renate Kampmann und Jonas Keilert.
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Setzen sich für ein Multifunktionshaus mit Feuerwehr in der Ortsmitte ein: vorn Marco Brand, stellvertretender Wehrführer, hinten von links Johannes Brehm, Albert Manz, Renate Kampmann und Jonas Keilert.

Die Ellingshäuser wollen kein Feuerwehrhaus aus Containern. Feuerwehr und Ortsbeirat bevorzugen die Kombination zwischen Feuerwehr und neuem Dorfgemeinschaftshaus.

Ellingshausen – Die Ellingshäuser wollen kein Feuerwehrhaus aus Containern. Feuerwehr und Ortsbeirat bevorzugen die von Karl-Heinz Steuerwald jüngst erarbeitete Version einer Kombination zwischen Feuerwehr und neuem Dorfgemeinschaftshaus (DGH) in der Ortsmitte am Gelände Hehr.

Für die Kombi-Lösung wollen sie sich mit aller Macht einsetzen und hoffen nun, dass die Gemeindevertreter nicht über ihre Köpfe hinweg entscheiden, sondern alles noch einmal überdenken. In der Sitzung der Knüllwälder Gemeindevertreter am Donnerstag, 11. März, soll erneut über eine Containerbauweise am alten Feuerwehrhaus entschieden werden.

Multifunktionshaus aus DGH und Feuerwehr in Ellingshausen

Der von Steuerwald vorgeschlagene Weg, DGH und Feuerwehr in einem Multifunktionshaus zu kombinieren, sei nicht nur nachhaltig, sondern auch nahezu kostenneutral, sagt Marco Brand, stellvertretender Wehrführer. Es sei eine glückliche Fügung, dass der SPD-Sprecher auf die Idee gekommen sei, Mittel aus der bestehenden Dorferneuerung in das Projekt einzubeziehen und ein Multifunktionshaus zu kreieren.

So könne ein massives Haus entstehen, das zugleich einen Mehrwert für alle Dorfbewohner habe. Feuerwehr, Ortsbeirat und Kirche, der Heimat- und Verkehrsverein sowie der Frauenkreis würden davon profitieren. Man verspreche, so viel an Eigenleistung dazu zu geben, dass der Kostenrahmen eingehalten werde. Der Standort sei ideal.

Am alten Feuerwehrhaus am Ortsausgang gebe es Schwierigkeiten mit der Zufahrt, weil sie von den Nachbarn oft zugeparkt werde. Der Hof wird von mehreren Besitzern genutzt, da die alte Schule verkauft worden ist. Das alte DGH hingegen sei sanierungsbedürftig, es kämen demnächst hohe Kosten auf die Gemeinde zu.

„Sie wollen uns partout diese Blechkisten andrehen“

Auch Albert Manz vom Ortsbeirat kann nicht verstehen, warum man sich in der Gemeindevertretung nicht weiter mit Steuerwalds Vorschlag auseinandergesetzt habe. In der letzten Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses, als es um dieses Thema ging, habe man kein Rederecht erhalten, sagt Albert Manz vom Ortsbeirat. Das sei so enttäuschend gewesen, dass man auch nicht zur Vertretersitzung gekommen sei. „Nur vom Zuhören können wir nichts erreichen.“

„Sie wollen uns partout diese Blechkisten andrehen“, fügt Jonas Keilert von der Feuerwehr hinzu. Die Ellingshäuser bezweifeln, dass die Container nachhaltig seien, außerdem seien die Betriebskosten sehr hoch, weil sie mit Strom beheizt würden.

Wegen des wasserführenden Fahrzeuges müsste es im Winter immer warm dort sein. Als Argument für die Container werde angeführt, dass man sie wieder abbauen könne, um sie an anderer Stelle wiederzuverwenden. Das ist für die Ellingshäuser haltlos, denn in 20 oder 30 Jahren seien diese sicher verbraucht.

Feuerwehrhaus in Ellingshausen: Weg gehen, der für das ganze Dorf gut ist

Warum gehe man nicht einen Weg, der für das ganze Dorf gut sei? „Auch wenn jetzt erst einmal viel Geld im Raum steht, könnten insgesamt 50 Prozent Zuschüsse fließen“, sagt Hans Brehm, Erster Beigeordneter der Gemeinde. Man habe sich jetzt drei Jahre Zeit gelassen, in denen nicht viel passiert sei.

Auch wenn die Frist für eine Förderung derzeit mit einem Baubeginn bis zum 31. Juli verbunden ist, denkt er, dass sich diese sicher auch noch einmal verlängern ließe, gerade in der Pandemie. Das neue Feuerwehrauto sei wegen der vielen Verzögerungen mittlerweile auch erst für Februar 2022 angekündigt.

Ein Multifunktionshaus mit Feuerwehrhaus

Karl-Heinz Steuerwald hatte kürzlich eine neue Idee ausgearbeitet, wie man trotz des Kostendrucks der Gemeinde ein Multifunktionshaus mit Feuerwehrhaus bauen kann. So könne man zudem Fördermittel durch das laufende Programm der Dorferneuerung nutzen. In der Kalkulation enthalten sind der Verkauf des alten Dorfgemeinschaftshauses und des alten Feuerwehrhauses. Behörden wie die Denkmalpflege hatten grundsätzlich die Machbarkeit des Vorhabens bejaht.

Es besteht bereits ein Plan durch einen Architekten. Die Differenz der Kosten für die Gemeinde zwischen beiden Vorschlägen beträgt 137 350 Euro.

Da außerdem annähernd 90 000 Euro in den nächsten Jahren für die Sanierung des alten Gemeinschaftshauses anfallen, könne man diese sparen. Die restliche Differenz könnte durch Eigenleistung der Ellingshäuser aufgefangen werden.

Von Christine Thiery

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