Badesaison

In Knüllwald fehlt Personal: Ohne Aufsicht bleiben die Bäder zu

Warten auf den Start: René Liehmann von der Fraktion „Gut für Knüllwald“ kritisiert den Umgang mit den personellen Engpässen in Knüllwalds Freibädern, hier am Tor im Niederbeisheimer Bad.
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Warten auf den Start: René Liehmann von der Fraktion „Gut für Knüllwald“ kritisiert den Umgang mit den personellen Engpässen in Knüllwalds Freibädern, hier am Tor im Niederbeisheimer Bad.

In Knüllwald bereiten Öffnung und Betrieb der Freibäder Probleme: Es fehlen Mitarbeiter für die Badeaufsicht und die technische Überwachung.

Knüllwald – „Das Problem wurde verschleppt“, kritisiert René Liehmann, Fraktionsvorsitzender von Gut für Knüllwald (GFK),

Überraschend habe Bürgermeister Jürgen Roth Mitte Mai den vier Fraktionsvorsitzenden ein Schreiben an Gemeindevorstand und -vertretung vorgelegt: Darin stellen Mitarbeiter der Verwaltung den Betrieb der Bäder in Frage. Nur zwei Angestellte des Bauhofs könnten die Badeaufsicht übernehmen – und das reiche nicht aus.

Selbst mit Hilfe von DLRG und Förderverein sei die personelle Situation zu knapp, da diese von der technischen Überwachung der Anlagen keine Kenntnis hätten, heißt es darin. Beide Kioskbetreiber hätten zudem den Pachtvertrag gekündigt: Nachfolger zu finden sei schwierig und es fehle noch ein Hygienekonzept.

Freibäder Knüllwald: Gemeindevertreter nicht über personelle Engpässe informiert

Knackpunkt sei auch das Arbeitsschutzgesetz. Danach darf eine Badeaufsicht nicht länger als zehn Stunden am Stück arbeiten. Bislang hätten die Mitarbeiter des Bauhofes im Sommer Überstunden im Freibad geleistet und diese im Winter abgebummelt. Zudem habe ein Mitarbeiter wegen der Coronakrise nicht wie geplant das Rettungsabzeichen ablegen können.

Dass die Gemeindevertreter über die personellen Engpässe nicht informiert wurden, ärgert Liehmann: Denn schon als die im Februar beschlossen hatten, beide Bäder zu öffnen, sei seiner Kenntnis nach die schwierige Situation bekannt gewesen.

Freibäder Knüllwald: Aushilfen sollen einspringen

„Als wir jetzt von diesem Brief erfuhren, fielen wir aus allen Wolken“, sagt Liehmann. So schnell als möglich habe man nach Lösungen gesucht. Zur Überraschung aller habe sich herausgestellt, dass der Bürgermeister bereits im Januar auf die Engpässe hingewiesen worden sei, aber das nicht kommuniziert habe.

Die Gfk hat für die Gemeindevertretersitzung am 16. Juni den Antrag gestellt, 2700 Euro für zwei Aushilfen bereitzustellen, damit der Betrieb laufen kann. Man könne die Bäder wechselnd öffnen und Öffnungszeiten einschränken. Das alles hätte man aber schon längst klären können, genau wie das Hygienekonzept.

Das sagen die Fraktionen zu den Problemen bei der Öffnung der Freibäder in Knüllwald

UKW: „Das ist deutsche Bürokratie“, sagt Hans-Heinrich Laabs: Das Arbeitsrecht lasse es nicht zu, dass Angestellte und Ehrenamtliche mehr als zehn Stunden arbeiteten. Jetzt müsse man sehen, wie man den Betrieb der Bäder aufrecht erhalten könne.

Und das sei der UKW wichtig. Vom Schreiben habe Laabs erst Mitte Mai in der Ältestenratssitzung erfahren. Wäre es früher zugegangen, hätte man eher reagieren können. Er könne sich aber nicht vorstellen, dass Jürgen Roth bereits im Januar über die Probleme Bescheid gewusst habe.

CDU: „Ich war sauer, als es hieß, dass wir die Bäder aus personellen Gründen nicht öffnen können“, sagt Werner Knierim. Dass der Bürgermeister von den Problemen schon vier Monate gewusst haben soll, bevor er die Fraktionen darüber unterrichtete, kann er nicht nachvollziehen.

Dass man nun gegen das Arbeitszeitrecht verstoße, hätte man früher wissen können. Es sei genügend Zeit gewesen, sich um Personal zu kümmern, etwa Aushilfen zu suchen, gemeinsam über Lösungen nachzudenken oder interkommunale Kooperationen zu bilden.

SPD: Auch Karl-Heinz Steuerwald kann nicht verstehen, warum das Personalproblem erst kurz vor der Öffnung der beiden Bäder bekannt wird. Der Brief der Mitarbeiter an Gemeindevorstand und -vertreter sei eine Art Hilferuf gewesen, da sie die Probleme gesehen hätten und sich keiner darum gekümmert habe. Erst im gemeinsamen Gespräch habe es Lösungsansätze gegeben.

Das sagt der Förderverein Freibad Rengshausen zu den Problemen rund um die Öffnung

Förderverein Freibad Rengshausen: Kai Mausehund sieht die Probleme nicht als unüberwindbar an, er setzt auf Lösungen. Der Förderverein werde bei der Aufsicht mithelfen und zur Not könne der für die Technik zuständige Mitarbeiter zwischen beiden Bädern pendeln. Es sei eine Ausnahmesituation, deshalb müssten unkonventionelle Lösungen gefunden werden.

Man könne die Öffnungszeiten verkürzen, nur an einigen Wochentagen oder im Wechsel öffnen. Auch beim Schwimmtraining werde man sich mit der DLRG Niederbeisheim einigen. Wenn die Inzidenzen sinken weiter, rechnet er mit einer Öffnung Mitte Juni, das Wasser werde in beiden Bädern eingelassen, daran erkenne man doch den Weg. Im Übrigen sei man nach dem Gespräch im Guten auseinander gegangen. (Christine Thiery)

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