Rettungsmedaille für Otto-Karl Schottenhammer

Knüllwald: Helfer handelte ohne zu zögern

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Auszeichnung für vorbildliches Verhalten: Staatssekretär Mark Weinmeister (2.von links) überreichte Otto-Karl Schottenhammer (4.von links) am Freitag die Hessische Rettungsmedaille. Mit ihm freuen sich Gemeindevertreter Jürgen Jurgilewitsch, Ehefrau Christa Schottenhammer und Bürgermeister Jörg Müller. 

Knüllwald. Weil er sofort handelte, verhinderte der Knüllwalder Otto-Karl Schottenhammer Schlimmeres. Dafür wurde er jetzt mit der Hessischen Rettungsmedaille ausgezeichnet.

Wer in einem kleinen Ort lebt, kennt den Tagesablauf und die Gewohnheiten seiner Mitbewohner. Diese vertraute Ordnung wurde am 19. Juli 2015 gestört.

Es war ein lauer Sommerabend, Otto-Karl Schottenhammer und seine Frau Christa waren gerade zu Bett gegangen, als an ihrem Haus am Ortsrand von Lichtenhagen ein Jugendlicher mit seiner Enduro in Richtung Oberbeisheim fuhr. Schottenhammers kennen den Klang des Mopeds, der stets bis ins Tal zu hören ist.

Gegen 22.15 Uhr bricht das Brummen ab. „Am Ortsausgang am Friedhof machte es zwei kurze dumpfe Schläge“, sagt Otto-Karl Schottenhammer. Diese stammten wohl vom Reh und vom Umfallen des Mopeds. Dann sei alles still gewesen und er habe zu seiner Frau gesagt: „Da ist irgendwas passiert.“

Sie hätten etwas übergeworfen und seien mit dem Auto zur Unfallstelle geeilt. „Wir haben nur das Moped und das verendete Reh gesehen“, sagte Schottenhammer. Den Jugendlichen habe er in einem Graben unter der Friedhofshecke gefunden und in die stabile Seitenlage gebracht. Trotz schlechten Handyempfangs konnte er einen Notruf absetzen.

Rettungsdienst und Polizei waren schnell vor Ort und forderten einen Rettungshubschrauber an, da der 17-Jährige trotz Helms schwere Kopfverletzungen erlitten hatte. Er wurde ins Universitätsklinikum Gießen-Marburg gebracht, wo er einige Zeit im Koma gelegen habe.

„Mittlerweile hat er sich zu 98 Prozent von den Folgen des Unfalls erholt und arbeitet wieder“, sagte Staatssekretär Mark Weinmeister (CDU). Er überreichte Schottenhammer am Freitagabend während einer Feierstunde im Rathaus von Remsfeld die Hessische Rettungsmedaille.

Ohne das schnelle Handeln von Schottenhammer hätte der Jugendliche nicht überlebt. „Es sind Menschen wie Sie, die bei schweren Unfällen nicht tatenlos zuschauen, sondern beherzt eingreifen, und auf diese Weise dazu beitragen, dass ein noch schlimmeres Unglück verhindert wird“, sagte Weinmeister. Bürgermeister Jörg Müller bedankte sich mit einem Präsentkorb.

Er sagte: „Du hast dich sofort aufgemacht und geholfen.“ Diese Tat diene hoffentlich als Vorbildfunktion für die Bewohner der Gemeinde Knüllwald und anderer Gemeinden.

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