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Von Bienen und Imkern: Lebendiges Bienenmuseum eröffnet neue Dauerausstellung

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Von: Christine Thiery

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Auf dem Foto sind mehrere Menschen zu sehen.
Sie waren federführend bei der Gestaltung dabei: Johannes Wienberg, Erika Geiseler, Designerin Andrea Froneck-Kramer, Ute Heppe und Schreinerin Bianca Wunderlich. © Christine Thiery

Das Lebendige Bienenmuseum hat seine Dauerausstellung rund um die Imkerei mit Exponaten aus vielen Teilen der Welt eröffnet.

Niederbeisheim – Nach vier Jahren Bauzeit ist es so weit. Das Lebendige Bienenmuseum hat seine Dauerausstellung rund um die Imkerei mit Exponaten aus vielen Teilen der Welt eröffnet. Die Besucher lernten beim Tag der offenen Tür an den Vitrinen viel über Bienenzucht, und wie immens wichtig die Bestäubung der Pflanzen durch die Bienen ist. Blütenökologie und traditionelle Imkerei prägte die Arbeit des Ehepaar Erika Geiseler und Hans-Joachim Flügel.

Auf vielen Reisen sammelten sie Exponate. Im Jahr 2000 ließen sich in Niederbeisheim auf einem Hof nieder und eröffneten das privat geführte Lebendige Bienenmuseum. Die Erlebbarkeit der Bienenzucht und Imkerei auf dem Freigelände und das einzigartige naturbelassene Umfeld auf dem Hof machen den Charme des Museums aus.

In den Vitrinen werden 22 Themen behandelt

Ab 2018 brachten sie die Sammlung im Museum in eine Form – das ist nun vollendet. Biologe Hans-Joachim Flügel starb 2019, das Werk aber wurde weiter geführt, die Ausstellung nun vollendet. Biologe Johannes Wienberg, Freund des Paares, half bei der wissenschaftlichen Arbeit. Er ist nun auch Vorsitzender des Vereins Lebendiges Bienenmuseum.

In den Vitrinen werden 22 Themen behandelt. Selbst die Honigernte in der Steinzeit und das Wanderimkern im alten Ägypten sind darunter. Bereits im Mittelalter gab es in den waldreichen Gegenden Osteuropas den angesehenen Beruf des Zeidlers, des Honigschneiders, die eine Waldbienenbewirtschaftung betrieben, sagte Wienberg.

Auf dem Foto sind mehrere Mädchen zu sehen.
Neue Dauerausstellung: von links Emma Fahrdeg, Hannah Aschenbrenner und Flora Fahrdeg bestaunen sie. © Christine Thiery

Honig war damals das einzige Süßungsmittel, aus dem Wachs stellte man Kerzen her. Andere Möglichkeiten, das Dunkel zu erhellen, gab es nicht. In dieser Zeit wurden auch in Nürnberg die ersten Lebkuchen erfunden, sagte Wienberg. Rund um Nürnberg gab es damals in Deutschland besonders viele Zeidler. Es ist erstaunlich, wo und seit wann bereits überall die Imkerei auf unterschiedliche Weise betrieben wird. Es gibt viele interessante Geschichten zu entdecken.

Das Museum gibt Einblicke in die italienische, französische oder marokkanische Imkerei. Fast immer werden andere Gefäße für die Bienenvölker genutzt. Oft sind es ausgehöhlte Baumstämme oder auch gefertigte Strohkörbe. Das Museum zeigt eine große Vielfalt. Über die Bestäubung sind einzelne Vitrinen angelegt.

Insgesamt wurden etwa 100 000 Euro für das Bienenmuseum investiert

Die Ausstellung wurde mit viel Liebe von der Schreinerin Bianca Wunderlich und der Designerin Andrea Froneck-Kramer gestaltet und ausgebaut. „Die beiden haben einen großen Anteil am Gelingen“, sagte Wienberg. Insgesamt wurden etwa 100 000 Euro investiert, die Hälfte stammt aus Leadermitteln für das Knüllgebiet, rund 40 000 Euro, der Rest wurde gespendet.

Der Homberger Lionsclub spendet zur Eröffnung 500 Euro an das Lebendige Bienenmuseum. Damit will der Verein das kleine, privat geführte Museum, unterstützen, damit sich dort auch künftig junge und ältere Besucher, Familien, Kindergärten und Schulklassen in Sachen Bienenkunde weiterbilden können. Erika Geiseler und Herr Prof. Dr. Johannes Wienberg, der die Arbeit von Hans-Joachim Flügel erfolgreich fortführt, bedankten sich für die Spende, die der Präsident des Homberger Lions Clubs, Nils Arndt, überreichte. Das Geld soll für die gerade in der heutigen Zeit wichtigen Arbeit und den Schutz der Wildbienen eingesetzt werden.

Die Ausstellung kann nach telefonischer Vereinbarung gebucht werden: Tel.: 0 56 86/4 99. (Christine Thiery)

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