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Knüllwald: Multifunktionshaus steht auf der Kippe

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Von: Christine Thiery

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Dort soll das Multifunktionshaus entstehen: Das Gelände mitten im Ort wurde gerade erst gekauft und nun steht das Vorhaben erneut auf der Kippe.
Dort soll das Multifunktionshaus entstehen: Das Gelände mitten im Ort wurde gerade erst gekauft und nun steht das Vorhaben erneut auf der Kippe. © christine thiery

Ein Förderbescheid fehlt für den DGH-Neubau in Ellingshausen. Die Dorfentwicklung in Knüllwald läuft im kommenden Jahr aus.

Knüllwald – Knüllwalds Dorfentwicklung läuft im kommenden Jahr aus. Letzte Frist für Anträge ist der 1. April 2023. Daher legten die Knüllwälder Gemeindevertreter nun die gemeindlichen Projekte fest, die noch realisiert werden sollen. Der Neubau des Multifunktionshauses mit Feuerwehr in Ellingshausen ist einer der Favoriten. Nun steht dessen Realisierung auf der Kippe.

„Für den Bau des Multifunktionshauses ist der Förderbescheid für den Feuerwehrteil noch nicht eingetroffen“, teilte Bürgermeister Jürgen Roth in der Gemeindevertretersitzung mit. Der Antrag für die Förderung aus der Dorfentwicklung sei daher noch nicht gestellt worden. Wegen der Antragsfrist am 1. April 2023 könnte es knapp werden. Diese Landesförderung für den Feuerwehrteil sei Voraussetzung für den Bau. Man rechnet aus diesem Topf mit 100 000 Euro. Ohne die Zusage des Landes für die Feuerwehr sei das Vorhaben nicht realisierbar. Es stehe zwar seit Herbst 2021 auf der Priorisierungsliste des Kreises ganz oben, aber bislang sei noch kein Bescheid da.

Er habe bei der Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar nachgefragt, die gesagt habe, dass man über das Programm Florix auch in Wiesbaden Einsicht in die Zahlen der Feuerwehr nehmen könne. „Ellingshausen hat derzeit nur sechs aktive Feuerwehrleute“, sagte Roth. Das sei vermutlich die Ursache dafür, dass bislang kein positiver Bescheid kam. Ablehnungsbescheide würden nicht verschickt, daher könne man nur warten. Das neue Feuerwehrauto war schon angekommen, musste aber in Nausis untergebracht werden. Im Parlament wurde viel Unglaube vor allem von der SPD über die Bedingungen angemeldet. Sebastian Möller (SPD): „Das Feuerwehrhaus steht seit langer Zeit auf dem Tableau. Es geht alles sehr träge vonstatten. Monate und Jahre gehen ins Land!“

Jörg Vollbrecht hatte angeregt, die Sanierung des DGHs in Ellingshausen anstelle der energetischen Sanierung der alten Schule in Remsfeld auf die Prioritätenliste zu setzen, falls das Multifunktionshaus nicht gebaut wird. Das wurde vom Parlament abgelehnt. An erster Stelle steht die neue Gestaltung des DGH Berndshausen. Der Neubau des Multifunktionshauses in Ellingshausen an zweiter Stelle, die Neugestaltung der Plätze in Appenfeld und in Völkershain am Backhaus folgen. Die Freizeitanlage Schellbach sowie die Einrichtung einer Knüllwald-App werden weiter favorisiert. Falls der Neubau des Multifunktionshauses nicht realisiert werden kann, soll die energetische Sanierung der alten Schule in Remsfeld vorrücken.

Ein Haus, zwei Fördertöpfe: Grundstück für das Multifunktionshaus kürzlich gekauft

Das Hessische Ministerium des Innern und Sport (HMDIS) habe die Gemeinde Knüllwald im Mai 2022 aufgefordert, ein schlüssiges und plausibles Konzept vorzulegen, wie dem Personalschwund in der Feuerwehr Ellingshausen begegnet werden kann, teilte Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar mit. Im Mai 2022 waren es noch sieben Einsatzkräfte in Ellingshausen.

Das Konzept soll Grundlage für ein gemeinsames Fachgespräch zwischen HMDIS, Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar und der Gemeinde Knüllwald sein. Dem Schwalm-Eder-Kreis liege bisher kein solches Konzept vor, zudem habe die Gemeinde Knüllwald noch kein Gespräch terminiert, sagt die Kreisbrandinspektorin. Die Sicherstellung des Brandschutzes sei eine kommunale Aufgabe. Demnach sei die Gemeinde Knüllwald gefordert, ein Gespräch zu koordinieren.

Für die Förderung eines Neubaus müssten mindestens sechs Aktive plus einer hundertprozentigen Ausfallreserve vorhanden sein. Das sei in Ellingshausen derzeit nicht der Fall. Ob dies Konsequenzen zur beantragten Förderung hat, werde sicher Inhalt des zu führenden Gesprächs mit dem Ministerium sein.

Kreisbrandinspektorin: Schlüssiges Konzept soll vorgelegt werden

Im vergangenen Jahr hatten die Gemeindevertreter nach kontroverser Diskussion beschlossen, in Ellingshausen eine Kombination aus Feuerwehr- und Dorfgemeinschaftshaus zu bauen. Man wollte sowohl die Förderung des Landes Hessen für die Feuerwehr und auch Mittel aus dem Dorfentwicklungs-Programm nutzen. Der Bau eines Feuerwehrhauses steht seit vielen Jahren an, zumal ein neues Fahrzeug angeschafft werden musste. Zudem ist das alte DGH sanierungsbedürftig. Daher entstand der Plan für ein Multifunktionshaus mitten im Ort. Insgesamt wurden Anfang vergangenen Jahres mit knapp 766 000 Euro Baukosten gerechnet. Die Förderung aus der Dorferneuerung betrug damals knapp 250 000 Euro plus 100 000 über die Landesförderung der Feuerwehr. Durch den Verkauf der beiden Grundstücke der alten Feuerwehr und des alten DGHs sollte Geld in die Gemeindekasse für das Projekt fließen. Bürgermeister Jürgen Roth hatte dagegen Widerspruch eingelegt, um seiner Meinung nach finanziellen Schaden von der Gemeinde zu nehmen, dieser wurde abgelehnt. Letztens wurde das Grundstück für das Multifunktionshaus erworben.

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