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Straße in Remsfeld sorgt für Ärger – Anwohner beschwert sich über Ausbau der zweiten Gewerbegebiet-Zufahrt

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Von: Christine Thiery

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Auf dem Foto ist eine Straße zu sehen.
Sorgt für Unmut: Die zweite Zufahrt zum Gewerbegebiet ist als reine Notzufahrt gedacht, etwa für Rettungsfahrzeuge. In etwa einem Monat soll sie fertig sein. © Christine Thiery

Anwohner aus Remsfeld befürchten, dass die neue Straße als Zulieferungsstrecke für Lkw genutzt werde.

Remsfeld – Sie ist noch nicht ganz fertig und schon sorgt sie für Unbehagen: die neue Zufahrt zum Gewerbegebiet Schwalm-Eder-Mitte bei Remsfeld.

Anwohner Thorsten Hellwig ist vom Ausbau des Gewerbegebiets Schwalm-Eder-Mitte bei Remsfeld stark betroffen. Er befürchtet, dass die Straße als Zulieferungsstrecke für Lkw genutzt werde. Das Gewerbegebiet ist ihm seit Langem ein Dorn im Auge, der Lärm des Ladeverkehrs schwappt nachts direkt auf sein Grundstück. Die viel zu starke und damit insektenfeindliche Beleuchtung der Logistikbetriebe in der Nacht wurde erst kürzlich wegen seiner Beschwerden neu eingestellt.

Nun steht der Ausbau des dritten Abschnittes bevor – und könnte noch mehr nächtlichen Lärm und Licht bringen. Dass die neue Straße so breit ist und zudem mit Gehweg und Lampen versehen wurde, macht ihn stutzig. „Sollte sie etwa nun doch als feste zweite Zufahrt zum Gewerbegebiet dienen?“, fragt Hellwig. Er bezweifelt, dass es sich wie deklariert um eine reine Zuwegung für Rettungsfahrzeuge handelt. Immer wieder habe es Diskussionen um die Straße gegeben, sagt Hellwig. Den Lkw-Verkehr über die Oberbeisheimer Straße und den Kreisel an der Aral-Tankstelle zu führen, würde den Ort Remsfeld stark belasten.

Begrünung an der vorderen Halle an der Bundesstraße entspricht nicht den Vorgaben

Im Zuge der Beschwerden über das Gewerbegebiet fragte Thorsten Hellwig nach der Begrünung an der vorderen Halle an der Bundesstraße. Diese entspreche nicht den Vorgaben und wachse nur unzureichend, also längst nicht so, wie es geplant gewesen war. Wir hatten Bürgermeister Jürgen Roth dazu gefragt, weil diese Halle im Bereich des Gewerbegebietes steht, dass allein von Knüllwald betrieben wird.

„Zweite Zufahrt ist aus Sicherheitsgründen nötig“ – Jürgen Liebermann, Vorsitzender des Zweckverbandes Schwalm-Eder-Mitte, äußert sich zu Vorwürfen

Jürgen Liebermann, Vorsitzender des Zweckverbandes Schwalm-Eder-Mitte, sagt, er habe mehrfach mit Anwohner Thorsten Hellwig gesprochen.

Die neue Straße werde nach genauen gesetzlichen Vorgaben gebaut. Sie ist 6,50 Meter breit inklusive Bürgersteig und entspreche dem normalen Standard. „Im Gehweg liegen die Versorgungsleitungen, primär deswegen wurde er auch gebaut“, sagt Liebermann. Falls es zu Reparaturen komme, lasse sich das Pflaster leicht öffnen. Wo sich aber ein Gehweg befinde, müsse auch Licht angebracht werden.

Eine zweite Zufahrt sei aus Sicherheitsgründen nötig, soll aber nur im Notfall von Rettungsdiensten, Polizei und Feuerwehr genutzt werden. Diese erhielten eigens Schlüssel für die Schranken am oberen und unteren Ende der Zufahrt.

Die Gemeinde Knüllwald werde ebenfalls einen Schlüssel haben, um sie in Notfällen zu nutzen: etwa bei einem Feuer oder einem gesundheitlichen Notfall im Gebiet. „Wenn in solchen Fällen die Zufahrt in den Schilfwiesen vom Verkehr verstopft ist, kommt ansonsten niemand ins Gebiet“, sagt Jürgen Liebermann.

Auch wenn der dritte Bauabschnitt fertig ist, soll die Zufahrt zu den Betrieben von den Schilfwiesen her erfolgen

Daher müsse man aus gesetzlichen Gründen mit einer zweiten Straße vorsorgen. Die Logistiker hätten ihm zugesichert, dass es aus ihrer Sicht nicht sinnvoll sei, die Straße als zweite Zufahrt zu nutzen, da sie einen Umweg bedeute, die Straße In den Schilfwiesen sei besser geeignet, weil man von dort aus schneller auf der Autobahn sei.

Für Liebermann ist damit ganz klar: „Die zweite Zufahrt ist nur für Notfälle gedacht.“ Da gebe es keinerlei Zweifel. Auch wenn der dritte Bauabschnitt fertig ist, soll die Zufahrt zu den Betrieben von den Schilfwiesen her erfolgen. Thorsten Hellwig sei man nach der Kritik der Beleuchtung sehr entgegen gekommen: Die Firma Elvis habe nach einem Ortstermin am Abend erkannt, dass Hellwigs Grundstück tatsächlich von der Beleuchtung stark belastet sei. Daraufhin wurden die Lampen umgedreht, die Situation damit verbessert. Deshalb verstehe er die wiederholte Nachfrage nicht.

Wer an der Autobahn lebe, müsse auch wissen, dass der Verkehr zunehme

Alle rechtlichen Vorgaben würden eingehalten, auch was die geplante Begrünung und erforderten Ausgleichsflächen betreffe.

Die Beschwerden zwar seien nachvollziehbar, aber wer an der Autobahn lebe, müsse auch wissen, dass der Verkehr zunehme.

Ein Gewerbegebiet sei immer Fluch und Segen zugleich. Auf der einen Seite profitiere die Gemeinde Knüllwald am meisten von den Einnahmen, da sie 60 Prozent der Anteile halte. Auf der anderen Seite gebe es dort bei Remsfeld die meisten Belastungen.

Die neue Straße soll voraussichtlich in rund einem Monat fertig sein. Es sei wegen der Lieferprobleme bei Bitumen und Asphalt zu Verzögerungen gekommen. Ursprünglich waren 1,2 Millionen Euro für den Ausbau angesetzt. (Christine Thiery)

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