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Viel zu hohe Baukosten: Gemeinde Knüllwald spart und verschiebt Projekte ins nächste Jahr

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Von: Christine Thiery

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Die neue Begegnungsstätte am Spielplatz in Hausen soll im Oktober fertig sein. Die Kosten stiegen um knapp 70 000 Euro.
Die neue Begegnungsstätte am Spielplatz in Hausen soll im Oktober fertig sein. Die Kosten stiegen um knapp 70 000 Euro. © Christine Thiery

Die Gemeinde Knüllwald traf sich zur ersten Sitzung nach der Sommerpause.

Knüllwald – Inflation und steigende Zinsen sowie Baukosten beschäftigen die Knüllwälder Gemeindevertreter in vielen Bereichen. Nicht nur bei den großen Projekten wie der geplanten großen Schwimmbadsanierung im kommenden Jahr und dem Bau eines Multifunktionshauses mit Feuerwehr in Ellingshausen werden die Kosten steigen und müssen in Grenzen gehalten werden.

Begegnungsstätte: Der Bau der Begegnungsstätte in Hausen soll im Oktober dieses Jahres fertig werden. Er wurde um 68 000 Euro teurer als geplant. Einer der Gründe ist der Einbau einer Luftwärmepumpe mit Fußbodenheizung statt einer Gasheizung wie ursprünglich vorgesehen.

Das fehlende Geld soll nun durch eine Mittelumwidmung gedeckt werden

Es wurden drei zusätzliche Stellplätze für Pkw gebaut, ein Teil der Fläche gepflastert und im Gebäude wurden die Fußboden- und Deckenverkleidung teurer sowie die Ausstattung mit Tischen und Stühlen.

Die Gesamtkosten betragen 335 000 Euro. In der kalkulatorischen Rechnung sei aber ein hoher Anteil an Eigenleistungen enthalten, hieß es in der Sitzung. Das fehlende Geld soll nun durch eine Mittelumwidmung gedeckt werden. Die Erneuerung der Brücke in Hausen war für dieses Jahr mit 70 000 Euro veranschlagt. Sie soll nun erst 2023 saniert werden. Gemeindevertreter Jörg Vollbrecht bemängelte die gestiegenen Kosten, bei den Pflasterarbeiten und der Bestuhlung hätte man nach Absprache auch sparen können.

Grünes Licht für Neugestaltung des Dorfplatzes in Remsfeld

Dorfplatz: Die Neugestaltung des Dorfplatzes in Remsfeld im Efzeweg ist auf einem guten Weg. Die Bewilligung ist da. Dennoch sind die Kosten im Vergleich zu der Schätzung von 2020 um fast das Doppelte gestiegen, auf 37 430 Euro. Die Förderung erhöht sich dadurch aber ebenfalls. 80 Prozent der Nettosumme werden gefördert.

Dafür sollen auch Mittel aus der Umgestaltung des Dorfplatzes in Appenfeld genutzt werden. Dieser wird in diesem Jahr nicht mehr saniert und das Projekt wird in das nächste Jahr verschoben.

Multifunktionshaus: Bürgermeister Jürgen Roth wandte ein, dass es noch keine Förderung vom Land dafür gebe

Multifunktionshaus: Die Gemeinde Knüllwald wird ein Grundstück in der Ortsmitte in Ellingshausen für pauschal 55 000 Euro kaufen. Es ist für den Bau eines Multifunktionshauses mit Feuerwehr vorgesehen, das wurde bereits beschlossen. Bürgermeister Jürgen Roth wandte ein, dass es noch keine Förderung vom Land dafür gebe. Das neue Feuerwehrfahrzeug wurde bereits geliefert. Es wurde zunächst bei der Nausiser Feuerwehr untergebracht, da es wegen der Verzögerungen beim Bau eines geeigneten Feuerwehrhauses in Ellingshausen dort nicht geparkt werden konnte.

Im Gegenzug benutze die Ellingshäuser Wehr nun das Nausiser Feuerwehrfahrzeug, das in deren alte Garage passt. Der Förderbescheid vom Land Hessen, der noch 2021 versprochen wurde, und Voraussetzung für den Bau des geplanten Multifunktionshauses mit Feuerwehrhaus sei, sei bislang nicht eingetroffen, sagte Roth.

SPD: Grundstück trotzdem erst mal kaufen, es entsteht kein Schaden

Sebastian Möller (SPD) meinte, der Kauf des Grundstückes sei trotzdem nicht sinnlos. Man wolle vorbereitet sein. Der Preis sei sehr fair und im allerschlechtesten Fall könne das Grundstück wieder verkauft werden. Der Gemeinde entstünde kein Schaden. Helmut Wettlaufer (SPD) sagte: „Egal ob für ein Multifunktionshaus oder ein Feuerwehrhaus, das Grundstück brauchen wir ohnehin.“

UKW und Jörg Vollbrecht stimmten dagegen beziehungsweise enthielten sich. Mit drei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen wurde dem Kauf des Grundstückes trotzdem zugestimmt. (Christine Thiery)

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