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Kritik am hohen Wasserverbrauch: Förderverein des Freibades Rengshausen äußert sich

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Von: Christine Thiery

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Zusammen für das Freibad: Daniel Kriss neuer Kiosk Betreiber mit Patrick Löchner und Kai Mausehund sowie Markus Discher vom Förderverein Freibad.
Zusammen für das Freibad: Daniel Kriss neuer Kiosk Betreiber mit Patrick Löchner und Kai Mausehund sowie Markus Discher vom Förderverein Freibad. © christine thiery

Der Förderverein reagiert auf Kritik am hohen Wasserverbrauch des Freibades. Ursache ist wohl ein Leck.

Rengshausen – Der Förderverein Freibad Rengshausen bedauert die politische Diskussion um die Verschwendung des Wassers im Freibad. Wie berichtet, hat vermutlich die Ringleitung des Beckens ein Leck. Rund achtzig Kubikmeter Wasser müssen nun täglich wieder neu aufgefüllt werden, um den Betrieb des Bades zu gewährleisten. Gerade in der Trockenheit dieses Sommers und im Zuge der allgemeinen Klimakrise kommt das nicht gut an.

Dass der hohe Wasserverlust auf politischen Widerstand stößt, findet Kai Mausehund vom Vorstand gut und richtig. Auch er ist nicht für die Verschwendung von Ressourcen. Der Verein achte auf Nachhaltigkeit. Erst vor ein paar Jahren habe der Verein auf eigene Kosten und unterstützt durch Spenden eine Fotovoltaikanlage auf dem Dach der Nebengebäude am Freibad installieren lassen. Das Wasser werde über eine Solaranlage erhitzt, die Fotovoltaikanlage liefere nun den Strom für den Betrieb der Anlagen auf dem Gelände.

Schwimmbad Rengshausen: Kein Leitungswasser, sondern Brunnenwasser

„Bei dem frisch zugeführten Wasser handelt es sich um Brunnenwasser“, betont er. Es sei kein Leitungswasser. Dieser Brunnen habe früher Rengshausen mit Wasser versorgt, bevor der Hochbehälter bei Hausen gebaut wurde. Zwanzig bis dreißig Kubikmeter davon seien für die tägliche Spülung vorgesehen, die ohnehin immer im laufenden Betrieb erfolge, so der Schwimmmeister. „Bleiben also rund fünfzig Kubikmeter, die täglich erneuert werden müssen.“ Dieser hohe Verlust sei erst zu Beginn des Badebetriebes Ende Mai/Anfang Juni entdeckt worden. Dass die Ringleitung Wasser verliert, sei schon in den vergangenen Jahren bekannt gewesen.

Bis zum Frühjahr sei es aber nicht so gravierend gewesen. Über den vergangenen Winter habe sich das Leck vermutlich noch vergrößert. Vielleicht seien es nun auch mehrere Bruchstellen, man wisse es nicht genau. Genauen Aufschluss bringe nur eine sogenannte Befahrung der Leitung mit Kameras. Dies sei im Badebetrieb aber nicht möglich. Dafür hätte man das Bad schließen müssen. Gerade im Hinblick auf die vergangenen zwei Pandemiesommer habe dies auch der Förderverein nicht als sinnvoll erachtet.

Das Bad war 2020 ganz geschlossen und wurde 2021 nur unter Beachtung strenger Hygieneregeln betrieben. In diesem Sommer ist wieder ein nahezu normaler Badebetrieb möglich, wenn auch mit eingeschränkten Öffnungszeiten. Dies habe man nicht gefährden wollen.

Das Freibad sei im Sommer ein wichtiges Freizeitangebot für den Ort und diene der Erholung, gerade nach den beiden vergangenen zwei Jahren. Das Problem der niedrigen Wassertemperaturen habe sich dann im Laufe des Sommers auch gelöst. „Im Juli und August betrugen die Wassertemperatur aufgrund der hohen Sonneneinstrahlung um die 23/24 Grad“, sagt Mausehund.

Nach der Schließung des Bades Ende August müsse die Reparatur der Leitung allerdings dringend in Angriff genommen werden, auch wenn im Herbst 2023 die große Sanierung anstehe.

Andererseits könne die Badesaison 2023 nicht gewährleistet werden. Man müsse jetzt im Herbst oder spätestens im kommenden Frühjahr handeln. Der Verein hofft, dass dies keine allzu große Aktion ist. „Wir können den Schaden aber nicht einschätzen.“ Der Förderverein möchte sich an der Reparatur aber auch finanziell beteiligen.

Schwimmbad Rengshausen: Grüne halten Wasserverlust für „nicht tragbar“

Zu dem Leck im Freibad in Rengshausen und den täglichen Wasserverlust aus dem Becken haben sich auch die Grünen geäußert: Der immense Wasserverlust von täglich 80000 Litern sei langfristig nicht tragbar, sagt Dr. Bettina Hoffmann, Bundestagsabgeordnete der Grünen für den Schwalm-Eder-Kreis. Denn niedrige Pegelstände seien auch im Schwalm-Eder-Kreis zu beobachten, betont Hoffmann. Und weiter: „Ich hoffe, dass mit der anstehenden Sanierung im Freibad Rengshausen das Leck schnell gefunden und behoben werden kann. Gerade in trockenen Jahren wie diesem müssen wir achtsam mit unseren Wasserressourcen umgehen.“ 

Badesaison hat sich gut entwickelt

Trotz all der Querelen durch das Leck habe sich die Badesaison in diesem Jahr sehr gut entwickelt. Der neue Kioskbetreiber Daniel Kriss ist auch sehr zufrieden mit dem Ergebnis.

Die Zusammenarbeit mit der Stadt Homberg bei der Badeaufsicht und mit der DLRG, den neuen Kioskbetreibern sowie der Gemeinde sei gut gewesen, sagt Mausehund. Kinder lernten schwimmen und legten Schwimmabzeichen ab. Das Schwimmbadfest des Fördervereins Ende Juli war ein großer Erfolg, etwa 800 Menschen genossen den Spiel-, Sport- und Freizeitspaß. Der Förderverein überlegt zudem ein Saison-Abschlussfest zu gestalten, bei dem weitere Spenden gesammelt werden sollen, die auch für die Reparatur der Ringleitung genutzt werden könnten. Der Förderverein sucht zudem immer weitere Unterstützer und Förderer für seine Arbeit.

Infos im Internet unter: schwimmbad-rengshausen.de

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