Mit der Maske die Waschbären besuchen

Dank Hygienekonzept können Besucher nun wieder in den Wildpark Knüll

Das Waschbärgehege ist eine der Hauptattraktionen des Wildparks, der nach Monaten des Lockdowns wieder geöffnet hat. Hier herrscht Maskenpflicht.
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Das Waschbärgehege ist eine der Hauptattraktionen des Wildparks, der nach Monaten des Lockdowns wieder geöffnet hat. Hier herrscht Maskenpflicht.

Bären, Wölfe, Waschbären und viele andere seltene Tiere beobachten, zusehen wie sie fressen, spielen und sich zanken – all das ist nun wieder möglich. Der Wildpark Knüll hat am Sonntag zum ersten Mal seit Monaten für Besucher wieder die Pforten geöffnet.

Knüllwald - Dafür hat das Team des Wildparks ein Hygienekonzept entwickeln und den Behörden vorlegen müssen. Es sieht eine Online-Anmeldung, Abstandsregeln und Maskenpflicht vor. Wir haben den Park besucht und die wichtigsten Stationen auf deren Sicherheitskonzepte überprüft.

Eingang

Ausgedruckt oder auf dem Handybildschirm: Wer das Gelände des Wildparks betritt, muss am Eingang seine Online-Anmeldung vorzeigen. Darin sind die Kontaktdaten der Besucher eingetragen. Alle Besucher müssen vor der Kasse Maske tragen, die Mitarbeiter sitzen hinter Plexiglas. Hinter der Kasse gibt es den Gastrobereich, dort können Getränke, Würstchen und Pommes gekauft werden. Holztische und -bänke stehen zur Verfügung und sind in größerem Abstand zueinander aufgestellt. Sie sind nur spärlich besetzt. Auf dem Spielplatz toben einige Kinder.

Jeder Besucher muss die Online-Anmeldung vorzeigen.

Bären und Wölfe

Bereits 50 Meter vor der Anlage, in der Bären und Wölfe zusammen leben, stehen Schilder, die die Besucher auffordern, untereinander „eine Bärenbreite Abstand“ zu halten. Eine Zeichnung darunter veranschaulicht, wie breit ein Bär im Vergleich zum Menschen ist. Am Eingang der Anlage ist ein Hinweis auf die Maskenpflicht angebracht.

Von der Aussichtsplattform sehen Besucher, wie an einem Ende der Anlage vier Bären miteinander spielen, den Boden beschnuppern, auf die Bäume klettern und sich in einem Tümpel suhlen. Am anderen Ende der Anlage liegt ein Rudel Wölfe und döst in der Sonne. Es weht ein kalter Wind, die Wölfe haben sich dicht aneinandergekuschelt. Ein Mitarbeiter des Parks steht auf der Plattform und schaut abwechselnd zu den Besuchern und den Tieren – er selbst trägt ebenfalls Maske. Der junge Mann muss niemanden ermahnen. Wenn er redet, beantwortet er die Fragen der Besucher, die sich um das Alter der Tiere und ihre Lebensgewohnheiten drehen.

Die Bären können beim Spielen und Toben beobachtet werden.

Waschbären

Der Rundweg des Wildparks führt zum Eingang des Besucherbereichs des Waschbärengeheges, daran entlang und schließlich zum Ausgang. Dadurch geht es ruhig zu, die Besucher kommen sich nicht entgegen. An der Eingangstür hängt ein Hinweis, dass im Gehege Maskenpflicht herrscht. Im Besucherbereich halten sich alle Anwesenden an die Vorgaben und halten Abstand zueinander. Es gibt weder Gedränge noch größere Ansammlungen. Die Geräusche der Besucher locken dann aber schnell einen kleinen Waschbären aus seinem Bau. Er kriecht aus ihm hervor und schaut aufmerksam rüber zu den Menschen, die hinter ihren Masken lachen, reden und das kleine Tier fotografieren. Im Hintergrund flitzen drei seiner Artgenossen durch das Gehege.

Fazit

Wo sich mehrere Menschen gleichzeitig aufhalten – an der Kasse und den zwei Hauptattraktionen – herrscht Maskenpflicht, die Besucher befolgen sie. Ein Mitarbeiter kontrolliert die Bären-/Wolfsanlage, ein anderer ist im Park unterwegs und achtet auf die Abstandsregeln. Das Füttern der Tiere ist nicht erlaubt, um auszuschließen, sie mit dem Coronavirus zu infizieren. Das Konzept des Parks wirkt stimmig und effizient, als Besucher fühlt man sich sicher. (Raphael Digiacomo)

Info: Der Wildpark hat von 10 Uhr bis zur Dämmerung geöffnet, ab 1. April von 9 bis 19 Uhr. Kinder zwischen drei und 16 Jahren zahlen drei Euro Eintritt, Erwachsene sieben Euro. Besucher müssen sich im Vorfeld anmelden: zu.hna.de/wildparkknuell.

Das sagt der Parkleiter

„Der erste Tag der Wiedereröffnung war ein Erfolg, es sind über 500 Besucher gekommen“, sagt Dr. Wolfgang Fröhlich, Leiter des Parks. Die Besucher hätten sich alle an die Abstands- und Hygieneregeln gehalten. „Wir sind froh und erleichtert, den Park endlich wieder öffnen zu können“, sagt Fröhlich. „Nach Monaten des Lockdowns war die Lust der Besucher groß, wieder zu uns zu kommen.“ Auch sei der Wildpark zur Aufrechterhaltung des Betriebs auf die Eintrittsgelder und Spenden der Besucher angewiesen. „Da der gesamte Park im Freien liegt, bietet er den Besuchern die Möglichkeit, Tiere zu beobachten, die man in der freien Wildbahn kaum antreffen würde, und sich zu bewegen“ Eine Maske muss nur an den zwei Hauptattraktionen getragen werden, betont Fröhlich. Dabei handelt es sich um die Bären-/Wolfsanlage und das Waschbärengehege. „Da kann es zu kleineren Menschenansammlungen kommen.“ Die Sicherheit der Besucher gehe vor. (rdg)

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