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Das Jahr im Naturpark Knüll: Cordelia Fehrenbacher über das „Freiwillige Ökologische Jahr“

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Von: Lea Beckmann

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Ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Naturpark Knüll: Cordelia Fehrenbacher aus Karlsruhe liebt besonders die Arbeit mit den Tieren.
Ein Freiwilliges Ökologisches Jahr im Naturpark Knüll: Cordelia Fehrenbacher aus Karlsruhe liebt besonders die Arbeit mit den Tieren. © Claudia Fink

Der Naturpark Knüll hält mit seinen über 80 000 Hektar Fläche viele Themen bereit. Mit unserer Serie „Das Jahr im Naturpark Knüll“ stellen wir den jüngsten Naturpark Deutschlands vor.

Schwalm-Eder – Ihr liegt der Umweltschutz am Herzen. Das war für Cordelia Fehrenbacher ein Grund sich auf ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) im Naturpark Knüll zu bewerben. Sie ist die erste Teilnehmerin am FÖJ im Naturpark.

Fehrenbacher kommt aus Karlsruhe. „Ich wollte unbedingt nach der Schule in eine andere Stadt und daher habe ich mich nach Stellen in hessischen Städten umgeschaut“, erklärt die 18-Jährige. Nach der Schule war es ihr wichtig, ein Jahr etwas anderes zu machen und nicht sofort zu studieren. „Ich wollte aber auch nicht faul sein, sondern mir einen Einblick in andere Gebiete ermöglichen.“

Naturpark Knüll

Naturparke sind großräumige Schutzgebiete, die eine große, von Arten- und Biotopvielfalt geprägte Landschaft aufweisen. Die Kulturlandschaft soll bewahrt und touristisch vermarktet werden. Naturparke sind Erholungs-, Erlebnis- und Wandergebiete.

17 Kommunen aus den Landkreisen Schwalm-Eder und Hersfeld-Rotenburg liegen im Naturpark Knüll. Im Gebiet leben rund 60 000 Menschen. Träger ist der Zweckverband Knüllgebiet.

Und das habe sie auch geschafft. Schon die ersten Wochen im Naturpark seien für die 18-Jährige „klasse“ gewesen. „Es hat sich einfach nicht wie Arbeit angefühlt, obwohl ich jeden Tag beschäftigt war“, erklärt sie. Und: Da sie von Karlsruhe wegziehen musste und von da an allein gewohnt hat, musste sie auch dort erst einmal in das selbstorganisierte Leben eintauchen. „Diese neuen Erfahrungen haben einfach Spaß gemacht“, sagt sie mit einem Lächeln im Gesicht.

Die Aufgaben im FÖJ sind vielfältig

Doch was sind eigentlich die Aufgaben im FÖJ im Naturpark Knüll? „Die sind vielfältig“, sagt Fehrenbacher. Zum einen hat sie dort eine Naturparkführerausbildung absolviert, sodass „ich nun auch eigene Führungen anbiete.“ In ihren Touren beschäftigt sie sich mit dem Zusammenspiel von Literatur und Natur. „Vor jeder Tour laufe ich die Strecke nochmals ab – nicht, dass umgestürzte Bäume den Weg versperren“, sagt sie. Aber auch Wanderwege steckt sie ab. „Das sind Dinge, die mir sehr viel Spaß machen, da ich draußen in der Natur unterwegs bin“, erklärt die 18-Jährige. Doch auch die Pflege von Datenbanken gehört zu ihren Lieblingsaufgaben.

Cordelia Fehrenbacher lernt viel über den Naturschutz.
Cordelia Fehrenbacher lernt viel über den Naturschutz. © Judith Walz

Neben dem Planen und Organisieren von Veranstaltungen arbeiten Teilnehmer des FÖJs in der Öffentlichkeitsarbeit, konzipieren Bildungsveranstaltungen und helfen bei der Pflege eines Naturgartens mit. Das sei aber noch nicht alles: „Ich arbeite einmal in der Woche bei Naturpädagogin Claudia Fink auf dem Hof.“ Dort mistet sie zum Beispiel Ställe aus oder steckt Zäune um. „Die Arbeit mit den Tieren bereitet mir große Freude – das hatte ich auch in meiner Bewerbung geschrieben“, erklärt sie. Voller Euphorie erzählt sie von den Schafen Pferden, Hühnern und Ziegen.

Ein erster Einblick in die Arbeitswelt

Die Aussichten begeistern die 18-Jährige am meisten an der Region Knüll. „Wenn man auf einem Hügel steht und ins Tal schauen kann, ist das ein unbeschreiblicher Ausblick“, sagt sie. Daher kann Fehrenbacher auch nur jedem ein FÖJ im Naturpark Knüll ans Herz legen. „Es ist ein erster Einblick in die Arbeitswelt, aber dabei wird man nicht alleine gelassen – man hat überall einen Ansprechpartner.“ Und: Vor dem FÖJ hat sie sich schwergetan jemanden geschäftlich anzurufen, mittlerweile ist es aber nicht mehr schlimm. „Das FÖJ hat mir Selbstbewusstsein gegeben.“

Was nimmt die 18-Jährige nach ihrem FÖJ Ende August mit? Sie möchte zwar beruflich nicht diesen Weg einschlagen, aber im Privaten möchte sie weiterhin einen Blick auf den Naturschutz haben. „Ich gehe nun viel aufmerksamer durch das Leben, sei es mit Kleinigkeiten wie beim Einkaufen – anstatt eine Plastiktüte im Laden zu nehmen, bringe ich mir meine eigene Stofftasche mit“, erklärt Fehrenbacher. Und auch, dass man Dinge, die kaputt sind, nicht sofort wegwerfen muss – „man kann sie reparieren.“

Doch auch wenn ihr die Region so gut gefällt, geht es nach dem FÖJ wieder in eine andere Stadt. „Ich ziehe dann nach Gummersbach und studiere dort Medieninformatik“, sagt Fehrenbacher.

Freiwilliges Ökologisches Jahr

Das FÖJ im Naturpark Knüll ist für Menschen zwischen 16 und 27 Jahren gedacht, dauert ein Jahr und startet im September. Der Dienstsitz ist Schloss Neuenstein. Von Vorteil ist ein gewisses Maß an Selbstständigkeit, genau wie Teamfähigkeit. Zudem sollten grundlegende Computerkenntnisse vorhanden sein. Ein Führerschein und Auto sind empfehlenswert. Für die Unterkunft und Verpflegung wird ein finanzieller Ausgleich gezahlt. naturpark-knuell.de

(Lea Beckmann)

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