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Wasser im Freibad oft zu kühl – Leck im Becken: 80 Kubikmeter Wasser versickern täglich im Rengshäuser Bad

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Von: Christine Thiery

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Auf dem Foto sind zwei Menschen zu sehen.
Neue Betreiber im Kiosk: Daniel und Sandra Kriss haben den Kiosk saniert und führen ihn. © Christine Thiery

Das Becken des Bades in Knüllwald-Rengshausen, das im kommenden Jahr saniert werden soll, leckt.

Rengshausen – Viele Freibäder waren am Wochenende rappelvoll und die Saison ist in diesem Jahr auch in den Knüllwälder Bädern gut gestartet. Dennoch gibt es wieder ein Problem im Freibad Rengshausen. Das Becken des Bades, das im kommenden Jahr saniert werden soll, leckt. Jeden Tag verliert es um die 80 Kubikmeter Wasser, das dann morgens immer wieder frisch aufgefüllt wird.

Die Folge: Das Wasser ist an vielen Tagen nur um die 18 Grad warm. Einige Badegäste hatten sich bereits darüber beschwert. Nur an sehr heißen Sommertagen, wie am Fronleichnamswochenende, klettert die Wassertemperatur etwas höher. Das Problem gebe es schon länger, aber es sei nicht so massiv gewesen, sagte Bauamtsleiter Holger Iber. Schon in den vergangenen Jahren sei immer wieder Wasser ausgelaufen.

Freibad in Rengshausen: In diesem Jahr laufe Wasser erstmals in großen Teilen weg

Es handle sich dabei um das warme Wasser, das in einem Kreislauf von der Fotovoltaikanlage erhitzt und dem Becken wieder zugeführt werde. In diesem Jahr laufe dieses Wasser erstmals in großen Teilen weg. Der Rest reiche nicht aus, um das Wasser im Becken ausreichend zu erwärmen. Das neue Wasser, das morgens zugeführt wird, kommt aus einem Brunnen und sei den Nachttemperaturen entsprechend recht kalt, sagt Bürgermeister Jürgen Roth. Daher dauere es länger, bis das Wasser wärmer werde. Das Gute: Das Bad öffnet erst um 12 Uhr.

Da man nicht genau wisse, wo sich das Leck befinde, sei eine Reparatur während der Saison problematisch. Man komme nicht ohne weiteres an die entsprechende Leitung heran. Eine sogenannte Befahrung sei wegen der Konstruktion des Bades, das in den Siebzigerjahren gebaut wurde, nicht möglich. Im Becken selbst könne man dies nicht feststellen. Roth möchte den laufenden Betrieb nicht unterbrechen und die ohnehin knappe Saison nicht durch größere Bauarbeiten stören. Gerade wegen der Einschränkungen durch Corona in den vergangenen Jahren.

Sven Nuhn, Vorsitzender des Fördervereins, ist ein wenig enttäuscht

Wenn man jetzt alles aufbaggere und es eine große Baustelle gebe, könne man das Bad diese Saison vielleicht nicht mehr öffnen. Das wolle er nicht riskieren, zumal 2022 ohnehin die große Badsanierung anstehe. Doppelte Kosten wolle er vermeiden. Die Fotovoltaikanlage funktioniere, das sei nicht der Grund. Gefahr sieht Holger Iber durch die Wassermenge, die täglich im Erdreich versickert, nicht.

Sven Nuhn, Vorsitzender des Fördervereins ist ein wenig enttäuscht. Jetzt war der Betrieb des Bades gut angelaufen, er hoffte auf einen reibungslosen Verlauf. Er möchte keine schlechte Werbung fürs Bad. Das Dilemma mit dem auslaufenden Wasser sei schon länger bekannt. Das marode Becken sei auch der Hauptgrund für die Sanierung. Er sei nur froh, dass die vom Förderverein gespendete Fotovoltaikanlage funktioniere und nicht sie der Grund fürs zu frische Nass sei. Zufrieden sei er über die Zusammenarbeit mit den Homberger Bademeistern in diesem Jahr. Auch er möchte nicht, dass der Badebetrieb leidet und hofft, dass man mit dem täglichen Befüllen des Beckens noch irgendwie durch die Saison kommt und die Besucher weiter ihre Bahnen ziehen. Auch das Engagement der neuen Kioskbetreiber freut ihn. Im vergangenen Jahr hatte sich niemand dafür gefunden.

Das Ehepaar Sandra und Daniel Kriss, die auch das neue Café im Ort führen, haben den Kiosk eigenhändig ausgebaut und erweitert. Er ist zu einem richtigen Hingucker geworden. „Das Angebot wird sehr gut angenommen“, sagt das Paar. 8000 Euro haben sie dafür in die Hand genommen. Vivian Lampp und Leonie Hebling aus Oberbeisheim nahmen es gelassen: Die 14-jährigen finden die vielen Angebote im Rengshäuser Schwimmbad toll. Der neue Kiosk, das Schachfeld und das Volleyballfeld locken sie bei gutem Wetter trotzdem ins Freibad. (Christine Thiery)

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